Schweben

ICH LIEGE SCHLAFE UND ERWACHE

   denn ein Gott hält mich

ein Gott hält mich

   in der Schwebe

in der Schwebe

   bin ich ein Schiff

ein Schiff bin ich

   das sinkt oder aufsteigt

aufsteigt in den Himmel

   im leichten Aufwind

im leichten Aufwind

   mein Glaube und sein Flügelschlag

sein Flügelschlag

   Grund meines Wachens und Schlafens

 

ich stand am Wasser sah in den Himmel

   und verschwand

ich verschwand

   im Übergang von Wasser und Himmel

war ich ein Übergang

   gelegt in die Linie des Horizonts

die Linie des Horizonts

   in die ich mich auflöste

in die ich mich auflöste

   um Kontur der Schwebe zu werden

 

ich wiegte mich schlief ein

   und wurde Nacht

wurde Nacht und eine Naht

   zwischen jetzt und hier

hält mich ein Gott in der Schwebe

   hält mich und ich liege

im Aufwind der Konzentration

 


Daniela Danz, Portolan. Gedichte © Wallstein Verlag, Göttingen 2025