11 Rostiger Turm

⫸ Rostiger Turm

Der Alte führte mich durch den zerfallenen Norden, wo Nomaden jeden Rest Metall durchkämmten. Verlassene Silos standen eingestürzt, und der Himmel hing voller Asche. In der Ferne hämmerten sie Träger auseinander, das Kreischen von Metall auf Stein hallte über die Ebene. Beissender Rauch lag in der kalten Luft. Sie rissen Leitungen aus dem Boden, schmolzen Leitplanken zu Werkzeugen. Nur dieses verwachsene Gerippe aus Rohren und Platten blieb stehen, ein verdrehtes Gebilde aus der Zeit vor dem Stillstand.

Ich trat näher heran, spürte die Kälte, die von ihm ausging.

„Sieh genau hin“, murmelte der Alte. „Seine Legierung russt, splittert bei jeder Bearbeitung und taugt nicht einmal als Futter für den Schmelzofen. Darum hat ihn niemand angerührt.“

Der Wind strich durch das Gerippe, liess es ächzen. Hinter uns fiel ein Hammer auf Eisen. Ich blickte zum Alten hinüber, suchte Worte. Er nickte kaum merklich, wandte sich ab und ging zurück in Richtung der Rauchsäulen.

Illustration eines roten Feuerwerkseffekts vor dunklem Hintergrund. Von einem kleinen zentralen Punkt fallen zahlreiche lange, gleichmässig gebogene Lichtbahnen bogenförmig nach unten, sodass der Eindruck einer weiten, glühenden Fontäne entsteht. Die Linien wirken wie herabfallende Funkensträhnen, dicht aneinander gereiht.

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