FC Wil – Étoile Carouge FC (08.08.2025, Meisterschaft)

Carouge, erst vorletzte aufgestiegen und bereits in der ersten Saison überraschend im Aufstiegsrennen findet noch nicht so wirklich Fuss in der neuen Meisterschaftssaison. Vielleicht ist es noch etwas zu früh, aber es scheint sich schon anzukündigen, was eine Fussballweisheit besagt: Die zweite Saison nach dem Aufstieg ist die schwierigere als die erste.

Vor dem Spiel waren Wil und Carouge rein resultatmässig am gleichen Punkt. Eine Niederlage, ein Unentschieden. Ein Punkt und unzufrieden damit.

Wil spielte die Partie stärker als von mir vermutet, eigentlich so, wie sie grosse Teile der zweiten Halbzeit gegen Aarau gespielt hatten. Die Verteidigung war gut, das Passspiel vorzüglich und auch der, von einigen meiner Kollegen gescholtene Gendrit Muslija zeigte mehrfach, was für ausgezeichnete Reflexe er hat. Es ist richtig Muslija eine Chance zu geben.

Aber wir müssen leider wieder feststellen, was bereits in den letzten zwei Spielen zu sehen war: Wil hat ein Sturmproblem. Borges mag ein fantastischer Spieler sein, Hanke auch sehr gut, aber den Ball über die Linie bringen, das konnte insbesondere Borges nicht. Gerade in vergleichsweise einfachen Situationen, wie bereits im Aarau-Spiel.

Dass genau Abazi, der auch mehrfach gepatzt hatte, den Ball gegen drei Gegenspieler aus schwieriger Position über die Linie geprügelt hat, ist fast schon ironisch.

Simone Rapp (Spitzname “Skischuh-Rapp”) war offenbar schon zum zweiten Mal nicht mehr im Aufgebot.

Borges wurde 1:1 gegen Uchenna Nwannah ausgewechselt. Der Mann machte bei mir einen sehr guten Eindruck. Als ich nach dem Spiel hörte, dass Nwannah Verteidiger ist, war ich zum einen überrascht und gleichzeitig besorgt, dass die Wiler so verzweifelt sind, einen Verteidiger als Stürmer einzusetzen.

Aber im Fussball geht es nicht um Schönheitspreise. Das 1:0 nehmen wir so.