Noch bevor es losgeht
Der Anruf
Endlich, am Freitag, 9 Tage vor dem eigentlichen Beginn meines Vikariats, wurde ich angerufen. “Sie haben bestanden ” waren die erlösenden Worte. Dadurch wusste ich endlich, ob es wirklich im März mit dem Vikariat losgehen kann. Und ob all die Planungen und Verpflichtungen drumherum sich gelohnt haben oder gar rückgängig gemacht werden müssen. Schließlich war unsere Wohnung schon gekündigt und zur Hälfte in Kartons gepackt. Mit der neu gewonnenen Sicherheit macht sich bei mir auch so etwas wie echte Vorfreude breit. Vorher war da immer dieser “Haken“, dieses “Was aber, wenn …“-Gefühl.
Die Gedanken an mein Vikariat sind nun nicht mehr von einem kleinen Zweifel begleitet, der durch das Nachdenken nur immer und immer größer wird. Dieser angstfreie Blick auf das zukünftige Vikariat fühlt sich befreiend an. Zuvor haben mich die Zweifel sogar in Teilen am Vikariat als solches zweifeln lassen. Jetzt freue ich mich wirklich drauf.
Das Zeugnis
Am Dienstag war Zeugnisübergabe. Ich gebe zu, dass ich diesem Ereignis skeptisch gegenüberstand. Verschiedene Dinge während des Examens haben mich sehr frustriert und ursprünglich wollte ich gar nicht hingehen. Doch meine Frau hat mich motiviert, hinzugehen. Und ich muss sagen: Ich wurde eines Besseren belehrt.
Es war ein wirklich schöner Gottesdienst. Die Liedauswahl war passend. Es gab auch musikalische Beiträge. In der Predigt ging es um Josua 1,1-9. Die Predigerin verglich das Studium und das Examen mit der anstrengenden Wüstenwanderung. In diesem vergleich stellt dann der Jordan, vor dem Josua steht die nächsten Herausforderung in Vikariat und Beruf da. Die „Josua-Zeit“ und vorallem die Perikope ist dabei eine “Zeit dazwischen”, in der Gott an den Mut und das Durhhhaltevermögen errinnert und seinen Beistand zusagt.
Anders als ich erwartet habe, hat mir der Gottesdienst wirklich gutgetan. Der Gottesdienst hat mir geholfen, die Zeit des Studiums gemeinsam mit Gott abzuschließen und ein neues Kapitel dankbar anzunehmen. Der Frust der vergangenen Zeit hat so seinen Platz und auch seinen Abschluss gefunden. Das war heilsam. Jetzt geht es am Montag los mit meiner ersten Woche im Predigerseminar. Ich bin gespannt...