Umziehen mit Kindern? - Geht irgendwie!
from Papa-Spuren
Ich fluche! Laut! Die Scheiß-Bohrmaschine schafft es nicht in die Decke zu bohren! Drecksding! Eine kleine Stahlarmierung im Beton und ich treffe die natürlich! Wie soll ich jetzt die fucking Lampe aufhängen? Ich lasse die Lampe Lampe sein und baue den Kleiderschrank weiter auf. Aber wo zum Teufel hab ich den Akkuschrauber hin? Er war doch gerade noch… mein Blick fällt auf meine rechte Hand, die gerade den Akkuschrauber erwürgt! Zeit für eine Pause!
Wir sind umgezogen. Naja eigentlich war nur ich umgezogen. Meine Frau und die Kinder waren bei meinem Schwager und haben dort Ostern verbracht. Ich habe mich in der Zeit mit Kleiderschränken und zickigen Werkzeugen rumgeschlagen. Wir haben uns entschieden, mit der Situation auf diese Weise umzugehen, da beide Kinder, aber vor allem die Kleine in den Wochen zuvor ziemlich verwirrt waren. Wäre ich auch wenn plötzlich, wie aus dem nichts Kisten auftauchen, die zu Kistenbergen werden währen die Wohnung immer leerer wird. Man hat das beiden angemerkt, das es sie verwirrt.
Wir hatten in den letzten Monaten schon begonnen unseren Lebensmittelpunkt an den neuen Wohnort zu verlegen. Die Kleine hat einen Kita-Platz bekommen, der Große seinen Kindergartenplatz. Jeden Morgen 20 km hin und die Kinder am jeweiligen Ort abgeben, dann über mobiles Internet in einem fast leeren Haus versuchen zu arbeiten. Also die Kinder und mich selbst aus dem Bett scheuchen, anziehen und ins Auto verfrachten, alles vor 8 Uhr! Das war wahnsinnig anstrengend, sowohl für meine Frau als auch für mich. Ich sitze also im leeren Haus, das Internet bricht mal wieder ab, ich starre auf den Bildschirm und denke: Warum machen wir das eigentlich so?
Jetzt war aber endlich der Zeitpunkt gekommen um endgültig alles um zu ziehen. Ein Umzugsunternehmen war gefunden und alles soweit eingepackt. Im neuen Haus angekommen, waren die Prios klar: Kinderzimmer und Schlafzimmer sollten als erstes fertig sein. Ich habe geschuftet und es geschafft sowohl das Zimmer des Großen als auch unser Schlafzimmer bewohnbar zu machen. Halbwegs zumindest.
Neben der Aufbauarbeit, hatte ich keine Zeit, darüber nach zu denken, was meine drei liebsten Menschen auf der Welt so machen. Nachts war das anders. Ich habe meine Frau neben mir im Bett vermisst, ich habe den Großen vermisst und das ruhige Atmen der Kleinen (wenn sie mal keinen Schnupfen hat). Es war ziemlich einsam. Um so größer dann die Freude als die drei dann im neuen Haus ankamen. Der Große hat sofort alle Zimmer erkundet, währen die Kleine sich an mich geklammert hat. Sie wollte mich die ganze Zeit nicht loslassen. Offensichtlich hat sie mich auch vermisst. (Das freut mich als Papa natürlich irgendwie).
Obwohl die beiden wichtigsten Zimmer halbwegs fertig waren, war natürlich immer noch wahnsinnig viel zu tun. Lampen aufhängen, Schränke aufbauen, Möbel rücken. Der Große wollte immer helfen, schließlich „ist er schon groß!“ Aber wie das so mit Fünfjährigen ist, war statt Hilfe von seiner Seite eher Rettungsaktionen oder Prävention von unserer Seite aus nötig. Und zwischen all dem tappst die Kleine fröhlich brabbelnd zwischen unseren Beinen herum.
Ihr merkt vielleicht, die letzten paar Wochen waren anstrengend. Ziemlich sogar. Aber inzwischen fühlt sich das Haus schon fast wie ein zu Hause an. Klar, die Bautreppe muss noch zur fertigen Treppe werden und die Innentüren fehlen auch noch! Dem Bauunternehmer hinterherrennen schlaucht auch. Aber am Ende zählt, dass es uns gehört, und vielleicht noch wichtiger das die Kinder einen schönen Platz zum aufwachsen haben. Trotzdem bin ich froh, das es hoffentlich der letzte Umzug in unserem Leben war.
Seid ihr schonmal mit Kindern umgezogen? Wie ist das bei euch so gelaufen?
