<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
  <channel>
    <title>Marc&#39;s Blog</title>
    <link>https://text.tchncs.de/marcr/</link>
    <description>Texts about fiction writing and personality development</description>
    <pubDate>Fri, 10 Apr 2026 02:23:04 +0000</pubDate>
    <item>
      <title>ADHS im Alltag - Teil 1 - Neurobiologie</title>
      <link>https://text.tchncs.de/marcr/adhs-im-alltag-teil-1-neurobiologie</link>
      <description>&lt;![CDATA[In dieser Artikelreihe möchte ich meine Erkenntnisse aus einem Tagesseminar zum Thema &#34;ADHS im Alltag&#34; zusammenfassen.&#xA;&#xA;Im ersten Teil geht es um die Neurobiologie, Unterschiede im Gehirn bei #ADHS und die Auswirkungen. Die folgenden Teilen sollen sich dann noch mehr mit den praktischen Herausforderungen im Alltag und möglichen Lösungsstrategien beschäftigen.&#xA;!--more--&#xA;Also, starten wir den Exkurs ins Gehirn.&#xA;&#xA;Gehirn Seitenansicht&#xA;(Quelle: a href=&#34;https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gehirn,lateral-Lobideu.svg&#34;NEUROtiker/a, a href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/&#34;CC BY-SA 3.0/a, via Wikimedia Commons)&#xA;&#xA;1. Vorderes Aufmerksamkeitssystem - Frontallapen&#xA;&#xA;Hier sitzt unser Arbeitsspeicher, bzw. das Kurzzeitgedächtnis. Hier werden auch die Sinneseindrücke verarbeitet, also das was im Moment passiert und wahrgenommen wird.&#xA;&#xA;Bei Menschen mit ADHS zeigt sich in diesem Bereich ein geringeres Volumen, verminderte Durchblutung, sowie ein reduzierter Glukosemetabolismus und verminderte Dopa-Decarboxylase-Aktivität.&#xA;Im Gegenzug dazu hat der Okzipitallappen eine vermehrte Durchblutung.&#xA;&#xA;Die Aufnahme von Sinneseindrücken im Arbeitsspeicher ist dadurch unvollständiger und fehleranfälliger. Was wiederum folgende Herausforderungen mit sich bringen kann:&#xA;&#xA;Ein höheres Maß an Vergesslichkeit&#xA;Der Fokus liegt eher auf Details als auf dem großen Ganzen&#xA;Priorisierung von Aufgaben ist schwieriger&#xA;Schlechtere Wahrnehmung von Zeit und von zeitlichen Abläufen&#xA;Sinnerfassendes Lesen ist schwieriger, manche Textabschnitte müssen öfter gelesen werden&#xA;Hoher Zeitaufwand durch das ständige Suchen nach Gegenständen (Schlüssel, Brille, etc.)&#xA;&#xA;2. Belohnungs- und Motivationssystem - Nucleus Accumbens&#xA;&#xA;Des Weiteren sitzt im Frontallappen das Belohnungs- und Motivationssystem, der Nukleus Accumbens.&#xA;&#xA;Dieser Bereich wird stärker angesteuert, was dazu führt, dass Menschen mit ADHS eher interessensgetrieben handeln.&#xA;&#xA;Im Alltag bedeutet das, dass etwas Neues wach hält und Routine eher einschläfert. Deshalb haben viele Menschen mit ADHS auch eine starke Aversion gegen Routinen und brauchen möglichst viel Abwechslung. Außerdem rührt daher die Schwierigkeit, den Fokus auf Sachen zu halten, die einen nicht interessieren, sowie die höhere Ablenkbarkeit.&#xA;&#xA;Alles, was #Dopamin liefert, ist recht. Dies können starke Reize sein, z.B. sehr süßes oder saures Essen, Sport, laute Musik, oder auch große Temperaturunterschiede durch Sauna oder eine kalte Dusche. Aber natürlich auch der Konsum von Nachrichten und Social Media.&#xA;&#xA;Ein Problem ist allerdings, das hierdurch leider auch ein größeres Suchtpotential entsteht, wenn für die Erfüllung des Bedürfnisses nach Dopamin keine konstruktiveren Wege gefunden werden.&#xA;&#xA;Und genau an diesem Punkt, also der Dopamin-Regulation, setzen auch die üblichen ADHS-Medikamente an.&#xA;&#xA;3. Amygdala - Mandelkern&#xA;&#xA;Die Amygdala sitzt im Temporallappen und gehört zum limbischen System:&#xA;&#xA;Gehirn Seitenansicht&#xA;(Quelle: a href=&#34;https://commons.wikimedia.org/wiki/File:LimbischesSystem.jpg&#34;BruceBlaus. When using this image in external sources it can be cited as:Blausen.com staff (2014). &amp;quot;Medical gallery of Blausen Medical 2014&amp;quot;. WikiJournal of Medicine 1 (2). DOI:10.15347/wjm/2014.010. ISSN 2002-4436.Derivative work by Geo-Science-International/a, a href=&#34;https://creativecommons.org/licenses/by/3.0&#34;CC BY 3.0/a, via Wikimedia Commons)&#xA;&#xA;Beim limbischen System handelt es sich um ein autonomes Zentrum, das heißt, es ist nicht bewusst steuerbar.&#xA;&#xA;Die Amygdala ist für die emotionale Bewertung zuständig. Sie entscheidet über &#34;mag ich / mag ich nicht&#34;. Diese Bewertung wird dann als Erinnerung mit abgespeichert. Als Erwachsener kann man sich oft nicht mehr an den initialen Auslöser einer Bewertung erinnern, aber das Abrufen und die Verknüpfung mit neuen Reizen und Sinneseindrücken passiert schnell und automatisch.&#xA;&#xA;Der Unterschied bei ADHS ist allerdings die Zusammenarbeit der Amygdala mit Cingulatum und Hippocampus.&#xA;&#xA;4. Cingulatum - Gefühlsbremse&#xA;&#xA;Das Cingulatum oder auch Gürtelwindung ist die Gefühlsbremse des Gehirns und dient der emotionalen Regulation.&#xA;&#xA;Bei ADHS ist dieser Bereich weniger operativ bis nahezu stumm.&#xA;&#xA;Im Alltag kann das dazu führen, dass auch ein winziger Reiz eine maximale Reaktion auslöst. Im Zusammenspiel mit der Amygdala können emotionale Bewertungen daher als sehr intensiv abgespeichert werden, weshalb bei ADHS emotionale Ausbrüche eher üblich sind. Andererseits kann dies z.B. bei Reizen, die Angst auslösen, auch die Entstehung von Phobien fördern.&#xA;&#xA;Das heißt nicht, dass eine emotionale Regulation nicht möglich ist, aber diese ist für Menschen mit ADHS viel anstrengender und erzeugt auch mehr Stress.&#xA;Als Beispiel sei hier das Schulkind genannt, dass den ganzen Tag still sitzen muss, und dann zu Hause erst mal die Türen zuknallt, um sich zu entladen.&#xA;&#xA;5. Hippocampus - Das Tor zum Gehirn&#xA;&#xA;Der Hippocampus ist ebenfalls Teil des limbischen Systems und der Altspeicher-Koordinator, d.h. er verbindet Kurz- und Langzeitgedächtnis.&#xA;&#xA;Im Zusammenspiel mit der Amygdala und dem Cingulatum führt das bei ADHS nun dazu, dass z.B. Schreck-Erfahrungen leichter als traumatische Erfahrung abgespeichert werden. Menschen mit ADHS haben ohnehin ein höheres Angstpotential.&#xA;&#xA;Wenn nun erneut eine Situation oder ein Reiz auftritt, der diese Erinnerungen durch die Amygdala reaktiviert, kann das dazu führen, dass die Festplatte, also das Langzeitgedächtnis vom Hippocampus abgekoppelt werden. Ein Beispiel hierfür wäre der Blackout bei Prüfungsangst, aber auch wenn man als Kind in der Schule unerwartet aufgerufen wird und dann einfach keine Antwort geben kann.&#xA;&#xA;Das bedeutet für den Alltag, dass ein wertschätzendes und respektvolles Umfeld, indem man sich sicher fühlt, für Menschen mit ADHS noch einmal deutlich wichtiger ist, um funktionieren zu können.&#xA;&#xA;6. Kleinhirn&#xA;&#xA;Das Kleinhirn ist einerseits stimmungsstabilisierend und andererseits zuständig für die audiovisuelle Motorik, bzw. die Auge-Hand-Koordination.&#xA;&#xA;Bei ADHS fehlt allerdings der obere Teil des Kleinhirns oder ist etwas kleiner.&#xA;&#xA;Im Alltag kann dies zu häufigeren Missgeschicken führen. Zum Beispiel, dass man daneben greift, öfter etwas herunterfällt, oder man sich blaue Flecken holt und nicht weiß, woher man die hat.&#xA;&#xA;Eltern von Kindern mit ADHS sind daher ggf. öfter mit dem Vorwurf konfrontiert, ihre Kinder zu schlagen...&#xA;&#xA;7. Gyrus präcentralis&#xA;&#xA;Der Gyrus präcentralis oder auch primärer motorischer Cortex ist zuständig für die Kraftdosierung.&#xA;&#xA;Manche feinmotorischen Tätigkeiten fallen Menschen mit ADHS schwerer. Im Alltag haben Kinder daher z.B. Probleme beim Schönschreiben oder beim Essen mit Besteck, weil eher zuviel Kraft beim Festhalten ausgeübt wird.&#xA;&#xA;Ein Hilfsmittel kann hier sein, auch die zweite Hand zu beschäftigen, sei es das Festhalten am Stuhl oder einen zweiten Gegenstand in die Hand zu nehmen.&#xA;&#xA;Eine unterschiedliche Häufung bzgl. links oder rechts als dominante Hand ist bei ADHS aber nicht zu beobachten.&#xA;&#xA;8. Fazit&#xA;&#xA;So viel zur neurobiologischen Theorie. Durch die obigen Punkte wird dann auch deutlich, dass ADHS keine Entwicklungsstörung ist, oder durch schlechte Erziehung o.ä. verursacht ist, sondern von den Eltern vererbt wird.&#xA;&#xA;Die Erkenntnisse aus diesem Artikel können dann auch dabei helfen, Lösungsstrategien für praktische Alltagsprobleme zu finden, die an der Ursache wie z.B. dem Dopamin-Haushalt ansetzen, anstatt sich an den vermeintlichen Symptomen wie zuwenig Disziplin abzuarbeiten.&#xA;Aber dazu dann mehr in den folgenden Teilen.&#xA;&#xA;Eine Möglichkeit zur Diskussion gibt es hier in diesem Thread.&#xA;&#xA; hr&#xD;&#xA; p xmlns:cc=&#34;http://creativecommons.org/ns#&#34; This work by span property=&#34;cc:attributionName&#34;Marc Riese/span is licensed under a href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=chooser-v1&#34; target=&#34;_blank&#34; rel=&#34;license noopener noreferrer&#34; style=&#34;display:inline-block;&#34;CC BY-SA 4.0img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg?ref=chooser-v1&#34;img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg?ref=chooser-v1&#34;img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg?ref=chooser-v1&#34;/a/p ]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>In dieser Artikelreihe möchte ich meine Erkenntnisse aus einem Tagesseminar zum Thema “ADHS im Alltag” zusammenfassen.</p>

<p>Im ersten Teil geht es um die Neurobiologie, Unterschiede im Gehirn bei <a href="/marcr/tag:ADHS" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">ADHS</span></a> und die Auswirkungen. Die folgenden Teilen sollen sich dann noch mehr mit den praktischen Herausforderungen im Alltag und möglichen Lösungsstrategien beschäftigen.

Also, starten wir den Exkurs ins Gehirn.</p>

<p><img src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/27/Gehirn%2C_lateral_-_Lobi_deu.svg" alt="Gehirn Seitenansicht" title="Zeichnung der Seitenansicht des Gehirns mit Frontallappen links oben, Parietallappen Mitte oben, Okzitallappen rechts, Temporallappen mitte unten, sowie Stamm- und Kleinhirn unten rechts.">
(Quelle: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gehirn,_lateral_-_Lobi_deu.svg" rel="nofollow">NEUROtiker</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/" rel="nofollow">CC BY-SA 3.0</a>, via Wikimedia Commons)</p>

<h2 id="1-vorderes-aufmerksamkeitssystem-frontallapen">1. Vorderes Aufmerksamkeitssystem – Frontallapen</h2>

<p>Hier sitzt unser <em>Arbeitsspeicher</em>, bzw. das Kurzzeitgedächtnis. Hier werden auch die Sinneseindrücke verarbeitet, also das was im Moment passiert und wahrgenommen wird.</p>

<p>Bei Menschen mit ADHS zeigt sich in diesem Bereich ein geringeres Volumen, verminderte Durchblutung, sowie ein reduzierter Glukosemetabolismus und verminderte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aromatische-L-Aminos%C3%A4ure-Decarboxylase" rel="nofollow">Dopa-Decarboxylase-Aktivität</a>.
Im Gegenzug dazu hat der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Occipitallappen" rel="nofollow">Okzipitallappen</a> eine vermehrte Durchblutung.</p>

<p>Die Aufnahme von Sinneseindrücken im <em>Arbeitsspeicher</em> ist dadurch unvollständiger und fehleranfälliger. Was wiederum folgende Herausforderungen mit sich bringen kann:</p>
<ul><li>Ein höheres Maß an Vergesslichkeit</li>
<li>Der Fokus liegt eher auf Details als auf dem großen Ganzen</li>
<li>Priorisierung von Aufgaben ist schwieriger</li>
<li>Schlechtere Wahrnehmung von Zeit und von zeitlichen Abläufen</li>
<li>Sinnerfassendes Lesen ist schwieriger, manche Textabschnitte müssen öfter gelesen werden</li>
<li>Hoher Zeitaufwand durch das ständige Suchen nach Gegenständen (Schlüssel, Brille, etc.)</li></ul>

<h2 id="2-belohnungs-und-motivationssystem-nucleus-accumbens">2. Belohnungs- und Motivationssystem – Nucleus Accumbens</h2>

<p>Des Weiteren sitzt im Frontallappen das <em>Belohnungs- und Motivationssystem</em>, der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nucleus_accumbens" rel="nofollow">Nukleus Accumbens</a>.</p>

<p>Dieser Bereich wird stärker angesteuert, was dazu führt, dass Menschen mit ADHS eher interessensgetrieben handeln.</p>

<p>Im Alltag bedeutet das, dass etwas Neues wach hält und Routine eher einschläfert. Deshalb haben viele Menschen mit ADHS auch eine starke Aversion gegen Routinen und brauchen möglichst viel Abwechslung. Außerdem rührt daher die Schwierigkeit, den Fokus auf Sachen zu halten, die einen nicht interessieren, sowie die höhere Ablenkbarkeit.</p>

<p>Alles, was <a href="/marcr/tag:Dopamin" class="hashtag" rel="nofollow"><span>#</span><span class="p-category">Dopamin</span></a> liefert, ist recht. Dies können starke Reize sein, z.B. sehr süßes oder saures Essen, Sport, laute Musik, oder auch große Temperaturunterschiede durch Sauna oder eine kalte Dusche. Aber natürlich auch der Konsum von Nachrichten und Social Media.</p>

<p>Ein Problem ist allerdings, das hierdurch leider auch ein größeres Suchtpotential entsteht, wenn für die Erfüllung des Bedürfnisses nach Dopamin keine konstruktiveren Wege gefunden werden.</p>

<p>Und genau an diesem Punkt, also der Dopamin-Regulation, setzen auch die üblichen ADHS-Medikamente an.</p>

<h2 id="3-amygdala-mandelkern">3. Amygdala – Mandelkern</h2>

<p>Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Amygdala" rel="nofollow">Amygdala</a> sitzt im Temporallappen und gehört zum <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Limbisches_System" rel="nofollow">limbischen System</a>:</p>

<p><img src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/95/Limbisches_System.jpg" alt="Gehirn Seitenansicht" title="Zeichnerische Darstellung des limbischen Systems im Gehirn. Unten in der Mitte sitzt die Amygdala. Im Querschnitt nicht ersichtlich ist, dass es sie jeweils auf der linken und rechten Gehirnhälfte gibt.">
(Quelle: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Limbisches_System.jpg" rel="nofollow">BruceBlaus. When using this image in external sources it can be cited as:Blausen.com staff (2014). &#34;Medical gallery of Blausen Medical 2014&#34;. WikiJournal of Medicine 1 (2). DOI:10.15347/wjm/2014.010. ISSN 2002-4436.Derivative work by Geo-Science-International</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0" rel="nofollow">CC BY 3.0</a>, via Wikimedia Commons)</p>

<p>Beim limbischen System handelt es sich um ein autonomes Zentrum, das heißt, es ist nicht bewusst steuerbar.</p>

<p>Die Amygdala ist für die <em>emotionale Bewertung</em> zuständig. Sie entscheidet über “mag ich / mag ich nicht”. Diese Bewertung wird dann als Erinnerung mit abgespeichert. Als Erwachsener kann man sich oft nicht mehr an den initialen Auslöser einer Bewertung erinnern, aber das Abrufen und die Verknüpfung mit neuen Reizen und Sinneseindrücken passiert schnell und automatisch.</p>

<p>Der Unterschied bei ADHS ist allerdings die Zusammenarbeit der Amygdala mit Cingulatum und Hippocampus.</p>

<h2 id="4-cingulatum-gefühlsbremse">4. Cingulatum – Gefühlsbremse</h2>

<p>Das Cingulatum oder auch <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gyrus_cinguli" rel="nofollow">Gürtelwindung</a> ist die <em>Gefühlsbremse</em> des Gehirns und dient der emotionalen Regulation.</p>

<p>Bei ADHS ist dieser Bereich weniger operativ bis nahezu <em>stumm</em>.</p>

<p>Im Alltag kann das dazu führen, dass auch ein winziger Reiz eine maximale Reaktion auslöst. Im Zusammenspiel mit der Amygdala können emotionale Bewertungen daher als sehr intensiv abgespeichert werden, weshalb bei ADHS emotionale Ausbrüche eher üblich sind. Andererseits kann dies z.B. bei Reizen, die Angst auslösen, auch die Entstehung von Phobien fördern.</p>

<p>Das heißt nicht, dass eine emotionale Regulation nicht möglich ist, aber diese ist für Menschen mit ADHS viel anstrengender und erzeugt auch mehr Stress.
Als Beispiel sei hier das Schulkind genannt, dass den ganzen Tag still sitzen muss, und dann zu Hause erst mal die Türen zuknallt, um sich zu entladen.</p>

<h2 id="5-hippocampus-das-tor-zum-gehirn">5. Hippocampus – Das Tor zum Gehirn</h2>

<p>Der Hippocampus ist ebenfalls Teil des limbischen Systems und der <em>Altspeicher-Koordinator</em>, d.h. er verbindet Kurz- und Langzeitgedächtnis.</p>

<p>Im Zusammenspiel mit der Amygdala und dem Cingulatum führt das bei ADHS nun dazu, dass z.B. Schreck-Erfahrungen leichter als traumatische Erfahrung abgespeichert werden. Menschen mit ADHS haben ohnehin ein höheres Angstpotential.</p>

<p>Wenn nun erneut eine Situation oder ein Reiz auftritt, der diese Erinnerungen durch die Amygdala reaktiviert, kann das dazu führen, dass die <em>Festplatte</em>, also das Langzeitgedächtnis vom Hippocampus abgekoppelt werden. Ein Beispiel hierfür wäre der Blackout bei Prüfungsangst, aber auch wenn man als Kind in der Schule unerwartet aufgerufen wird und dann einfach keine Antwort geben kann.</p>

<p>Das bedeutet für den Alltag, dass ein wertschätzendes und respektvolles Umfeld, indem man sich sicher fühlt, für Menschen mit ADHS noch einmal deutlich wichtiger ist, um funktionieren zu können.</p>

<h2 id="6-kleinhirn">6. Kleinhirn</h2>

<p>Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kleinhirn" rel="nofollow">Kleinhirn</a> ist einerseits stimmungsstabilisierend und andererseits zuständig für die audiovisuelle Motorik, bzw. die Auge-Hand-Koordination.</p>

<p>Bei ADHS fehlt allerdings der obere Teil des Kleinhirns oder ist etwas kleiner.</p>

<p>Im Alltag kann dies zu häufigeren Missgeschicken führen. Zum Beispiel, dass man daneben greift, öfter etwas herunterfällt, oder man sich blaue Flecken holt und nicht weiß, woher man die hat.</p>

<p>Eltern von Kindern mit ADHS sind daher ggf. öfter mit dem Vorwurf konfrontiert, ihre Kinder zu schlagen...</p>

<h2 id="7-gyrus-präcentralis">7. Gyrus präcentralis</h2>

<p>Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gyrus_praecentralis" rel="nofollow">Gyrus präcentralis</a> oder auch <em>primärer motorischer Cortex</em> ist zuständig für die Kraftdosierung.</p>

<p>Manche feinmotorischen Tätigkeiten fallen Menschen mit ADHS schwerer. Im Alltag haben Kinder daher z.B. Probleme beim Schönschreiben oder beim Essen mit Besteck, weil eher zuviel Kraft beim Festhalten ausgeübt wird.</p>

<p>Ein Hilfsmittel kann hier sein, auch die zweite Hand zu beschäftigen, sei es das Festhalten am Stuhl oder einen zweiten Gegenstand in die Hand zu nehmen.</p>

<p>Eine unterschiedliche Häufung bzgl. links oder rechts als dominante Hand ist bei ADHS aber nicht zu beobachten.</p>

<h2 id="8-fazit">8. Fazit</h2>

<p>So viel zur neurobiologischen Theorie. Durch die obigen Punkte wird dann auch deutlich, dass ADHS keine Entwicklungsstörung ist, oder durch schlechte Erziehung o.ä. verursacht ist, sondern von den Eltern vererbt wird.</p>

<p>Die Erkenntnisse aus diesem Artikel können dann auch dabei helfen, Lösungsstrategien für praktische Alltagsprobleme zu finden, die an der Ursache wie z.B. dem Dopamin-Haushalt ansetzen, anstatt sich an den vermeintlichen Symptomen wie zuwenig Disziplin abzuarbeiten.
Aber dazu dann mehr in den folgenden Teilen.</p>

<p>Eine Möglichkeit zur Diskussion gibt es <a href="https://social.tchncs.de/@marcr/114410821817421942" rel="nofollow">hier in diesem Thread</a>.</p>

<p> <hr>
 <p>This work by <span>Marc Riese</span> is licensed under <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=chooser-v1" target="_blank" style="display:inline-block;" rel="nofollow noopener">CC BY-SA 4.0<img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg?ref=chooser-v1"><img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg?ref=chooser-v1"><img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg?ref=chooser-v1"></a></p></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://text.tchncs.de/marcr/adhs-im-alltag-teil-1-neurobiologie</guid>
      <pubDate>Sun, 27 Apr 2025 16:02:34 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Migration ist nicht das Problem, sondern eine Chance. Das Problem heißt Rassismus.</title>
      <link>https://text.tchncs.de/marcr/migration-ist-nicht-das-problem-sondern-eine-chance</link>
      <description>&lt;![CDATA[Die beiden tragischen Anschläge in Magdeburg und Aschaffenburg werden derzeit auf perfide Weise von den rechtsaußen Parteien emotionalisiert und instrumentalisiert, obwohl die Eltern der Opfer darum gebeten haben, dies nicht zu tun.&#xA;Dabei werden die Rechten mit Nachdruck von diversen Medien unterstützt, die bereits eine lange Tradition der Brandstiftung pflegen.&#xA;Mittlerweile gesellt sich auch der ÖRR immer mehr dazu. Ob aus vorauseilendem Gehorsam, oder weil die rechtsextremen Parolen in den Redaktionen auch immer mehr verfangen, lässt sich nur noch schwer unterscheiden.&#xA;!--more--&#xA;Das Narrativ, das Migration gerade unser allergrößtes Problem sei und der Untergang des Abendlandes drohe, plättet gerade sämtliche anderen Themen und Probleme in der Berichterstattung. Wahlkampf sei Dank.&#xA;Wohnungsnot, Klimakrise, Inflation und Armut, Ukraine-Krieg usw., spielt gerade alles keine Rolle. Die Angst frisst den Verstand auf.&#xA;&#xA;Es sollte jedem klar sein, dass es den Rechten nicht vorrangig um die Begrenzung der Migration geht, sondern sie wissen, dass sie bei der Wahl der &#34;illegalen Migranten&#34; als Feindbild sehr wahrscheinlich eine große Zustimmung in der Bevölkerung bekommen. Sicherheit ist ein menschliches Grundbedürfnis, und die Angst diese zu verlieren ist so tief verankert, dass sie sich extrem leicht von Populisten nutzen lässt, um viele Menschen zu manipulieren.&#xA;Der Wunsch nach einfachen Lösungen in einer immer komplexer werdenden Welt, bietet den Haudrauf-Maulhelden in der Politik zusätzlich eine Klaviatur, die sie gerne bespielen.&#xA;&#xA;Wenn ihnen dieser Schritt der Migrationsbegrenzung gelingt, inklusive der weiteren Normalisierung rechtsextremer Positionen, können sie das als Sprungbrett nutzen,um ihre Macht weiter auszubauen. Und dann sind sehr bald die bereits hier legal lebenden Menschen mit Migrationshintergrund dran. Danach vielleicht Kranke, Behinderte, Homosexuelle, und irgendwann auch Journalisten, Lehrer, Wissenschaftler, Intellektuelle und andere Gruppen, die nicht in die völkisch-nationale Ideologie hineinpassen.&#xA;&#xA;Die Idee, dass Freiheit immer die Freiheit der Andersdenkenden ist, ist mit faschistischer Ideologie nicht vereinbar.&#xA;&#xA;In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?&#xA;&#xA;Einer Gesellschaft, die das Grundgesetz, die Menschenrechte und ein solidarisches Miteinander wertschätzt? Oder einer Gesellschaft, in der das Recht des Stärkeren gilt?&#xA;&#xA;In einer Gesellschaft, die sich durch die Einflüsse anderer Kulturen bereichert und beschenken lässt und über den Tellerrand hinausschaut? Oder in einer Gesellschaft, die sich abschottet und alles Fremde als minderwertig ansieht?&#xA;&#xA;Das Problem heißt Rassismus, und dieser zieht sich systematisch durch die Strukturen im Land. Alle Regierungen der letzten Jahrzehnte haben nicht die nötigen Schritte unternommen, um Migration und Integration menschenwürdig zu gestalten. Stattdessen wurde das Asylrecht immer weiter verschärft, aus Angst vor zunehmender Gewalt von rechts.&#xA;Der latente Rassismus in unserer Gesellschaft hat dafür gesorgt, dass wir unzureichende Strukturen haben, die letztlich die Probleme verursachen, die wiederum Wasser auf die Mühlen der Menschenfeinde sind.&#xA;2015 wäre eine Chance gewesen, grundlegende und nachhaltigere Struktur-Änderungen zu schaffen. Frau Merkels &#34;Wir schaffen das&#34; war damals ein wichtiger Impuls, aber nicht nachhaltig. Die meiste Arbeit wurde vor Ort von Freiwilligen in den Kommunen aufgefangen.&#xA;&#xA;Natürlich schafft Migration auch Probleme und sorgt für Konflikte, sei es bei der Wohnungssuche oder anderweitig. Und das sind Probleme, die es zu lösen gilt. Aber Migration an sich ist nicht das Problem.&#xA;&#xA;Dieses Narrativ gilt es zu durchbrechen, wenn wir nicht sehr bald in einem Land aufwachen wollen, in dem auch die Nicht-Migranten nicht mehr in Würde und Freiheit leben können.&#xA;&#xA;--- &#xA;Diskussion ist in diesem Thread möglich: https://social.tchncs.de/@marcr/113925349963168208&#xA;&#xA; hr&#xD;&#xA; p xmlns:cc=&#34;http://creativecommons.org/ns#&#34; This work by span property=&#34;cc:attributionName&#34;Marc Riese/span is licensed under a href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=chooser-v1&#34; target=&#34;_blank&#34; rel=&#34;license noopener noreferrer&#34; style=&#34;display:inline-block;&#34;CC BY-SA 4.0img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg?ref=chooser-v1&#34;img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg?ref=chooser-v1&#34;img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg?ref=chooser-v1&#34;/a/p ]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Die beiden tragischen Anschläge in Magdeburg und Aschaffenburg werden derzeit auf perfide Weise von den rechtsaußen Parteien emotionalisiert und instrumentalisiert, obwohl die Eltern der Opfer darum gebeten haben, dies nicht zu tun.
Dabei werden die Rechten mit Nachdruck von diversen Medien unterstützt, die bereits eine lange Tradition der Brandstiftung pflegen.
Mittlerweile gesellt sich auch der ÖRR immer mehr dazu. Ob aus vorauseilendem Gehorsam, oder weil die rechtsextremen Parolen in den Redaktionen auch immer mehr verfangen, lässt sich nur noch schwer unterscheiden.

Das Narrativ, das Migration gerade unser allergrößtes Problem sei und der Untergang des Abendlandes drohe, plättet gerade sämtliche anderen Themen und Probleme in der Berichterstattung. Wahlkampf sei Dank.
Wohnungsnot, Klimakrise, Inflation und Armut, Ukraine-Krieg usw., spielt gerade alles keine Rolle. Die Angst frisst den Verstand auf.</p>

<p>Es sollte jedem klar sein, dass es den Rechten nicht vorrangig um die Begrenzung der Migration geht, sondern sie wissen, dass sie bei der Wahl der “illegalen Migranten” als Feindbild sehr wahrscheinlich eine große Zustimmung in der Bevölkerung bekommen. Sicherheit ist ein menschliches Grundbedürfnis, und die Angst diese zu verlieren ist so tief verankert, dass sie sich extrem leicht von Populisten nutzen lässt, um viele Menschen zu manipulieren.
Der Wunsch nach einfachen Lösungen in einer immer komplexer werdenden Welt, bietet den Haudrauf-Maulhelden in der Politik zusätzlich eine Klaviatur, die sie gerne bespielen.</p>

<p>Wenn ihnen dieser Schritt der Migrationsbegrenzung gelingt, inklusive der weiteren Normalisierung rechtsextremer Positionen, können sie das als Sprungbrett nutzen,um ihre Macht weiter auszubauen. Und dann sind sehr bald die bereits hier legal lebenden Menschen mit Migrationshintergrund dran. Danach vielleicht Kranke, Behinderte, Homosexuelle, und irgendwann auch Journalisten, Lehrer, Wissenschaftler, Intellektuelle und andere Gruppen, die nicht in die völkisch-nationale Ideologie hineinpassen.</p>

<p>Die Idee, dass Freiheit immer die Freiheit der Andersdenkenden ist, ist mit faschistischer Ideologie nicht vereinbar.</p>

<p>In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?</p>

<p>Einer Gesellschaft, die das Grundgesetz, die Menschenrechte und ein solidarisches Miteinander wertschätzt? Oder einer Gesellschaft, in der das Recht des Stärkeren gilt?</p>

<p>In einer Gesellschaft, die sich durch die Einflüsse anderer Kulturen bereichert und beschenken lässt und über den Tellerrand hinausschaut? Oder in einer Gesellschaft, die sich abschottet und alles Fremde als minderwertig ansieht?</p>

<p>Das Problem heißt Rassismus, und dieser zieht sich systematisch durch die Strukturen im Land. Alle Regierungen der letzten Jahrzehnte haben nicht die nötigen Schritte unternommen, um Migration und Integration menschenwürdig zu gestalten. Stattdessen wurde das Asylrecht immer weiter verschärft, aus Angst vor zunehmender Gewalt von rechts.
Der latente Rassismus in unserer Gesellschaft hat dafür gesorgt, dass wir unzureichende Strukturen haben, die letztlich die Probleme verursachen, die wiederum Wasser auf die Mühlen der Menschenfeinde sind.
2015 wäre eine Chance gewesen, grundlegende und nachhaltigere Struktur-Änderungen zu schaffen. Frau Merkels “Wir schaffen das” war damals ein wichtiger Impuls, aber nicht nachhaltig. Die meiste Arbeit wurde vor Ort von Freiwilligen in den Kommunen aufgefangen.</p>

<p>Natürlich schafft Migration auch Probleme und sorgt für Konflikte, sei es bei der Wohnungssuche oder anderweitig. Und das sind Probleme, die es zu lösen gilt. Aber Migration <strong>an sich</strong> ist nicht das Problem.</p>

<p>Dieses Narrativ gilt es zu durchbrechen, wenn wir nicht sehr bald in einem Land aufwachen wollen, in dem auch die Nicht-Migranten nicht mehr in Würde und Freiheit leben können.</p>

<hr>

<p>Diskussion ist in diesem Thread möglich: <a href="https://social.tchncs.de/@marcr/113925349963168208" rel="nofollow">https://social.tchncs.de/@marcr/113925349963168208</a></p>

<p> <hr>
 <p>This work by <span>Marc Riese</span> is licensed under <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=chooser-v1" target="_blank" style="display:inline-block;" rel="nofollow noopener">CC BY-SA 4.0<img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg?ref=chooser-v1"><img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg?ref=chooser-v1"><img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg?ref=chooser-v1"></a></p></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://text.tchncs.de/marcr/migration-ist-nicht-das-problem-sondern-eine-chance</guid>
      <pubDate>Fri, 31 Jan 2025 22:21:55 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Die Sichtbarkeit der Not</title>
      <link>https://text.tchncs.de/marcr/die-sichtbarkeit-der-not</link>
      <description>&lt;![CDATA[In den Innenstädten öffnen die Weihnachtsmärkte und bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt sitzen Obdachlose und Bettler, Männer wie Frauen, an den Bahnhöfen und viel besuchten Straßenecken.&#xA;&#xA;Ich war heute in der Stadt, und habe dem ersten Bettler am Bahnhof, dessen Gesicht zwischen der Mütze und Decke kaum zu sehen war, etwas Kleingeld in den Becher gegeben. Eine Krücke lag neben ihm und er war sichtlich am frieren.&#xA;&#xA;Aber sein Gesicht ist mir bekannt. Es sind oft die gleichen Gesichter, die da sitzen. Im Lauf der Jahre kommen neue Gesichter dazu, andere tauchen irgendwann nicht mehr auf, und ich frage mich, was aus ihnen geworden ist. Das Beste hoffen, und das Schlimmste befürchten.&#xA;!--more--&#xA;200 Meter weiter auf der anderen Seite des Bahnhofs, sitzt eine Frau an einer Hauswand, die den vorbeieilenden Menschen mit eindringlichem Blick einen Becher hinhält. Ich sehe sie und nicke ihr leicht zu, aber gehe weiter.&#xA;&#xA;In mir streiten sich die inneren Stimmen. Die eine, die helfen will, die andere, die sagt, ich kann nicht jeden retten. Eine dritte will mich nochmal an den Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl erinnern.&#xA;&#xA;Als ich später auf dem Rückweg bin, mittlerweile selber gut durchgefroren, sitzt der erste Obdachlose immer noch an derselben Stelle am Bahnhof und ich frage mich, was so ein Kältebus eigentlich pro Tag kostet. Wohlwissend, dass die auch nur Symptombekämpfung sind.&#xA;&#xA;Während in anderen Ländern &#34;Housing First&#34;-Konzepte nachweislich der sinnvollste Ansatz sind, sind in meiner Stadt im Sommer bei der Einrichtung einer neuen Obdachlosenunterkunft die Anwohner auf die Barrikaden gegangen... Aber das nur am Rande.&#xA;&#xA;Der eigentliche Auslöser zum Schreiben dieses Artikels war aber der Gedanke, dass Obdachlosigkeit die Not mancher Menschen einfach nur sichtbar macht, und ziemlich sicher nur die Spitze des Eisbergs ist. Wenn man sich in der Öffentlichkeit bewegt, wird man ja unweigerlich damit konfrontiert, und ist dann gezwungen, sich mit den eigenen unangenehmen Gefühlen auseinanderzusetzen, die das eventuell heraufbeschwört.&#xA;&#xA;All die anderen Menschen, die Monat für Monat kaum wissen, wie sie ihre Miete, Lebensmittel oder die Heizung bezahlen sollen, die werden gar nicht gesehen, bzw. nur wenn entsprechende Hilfsorganisationen Öffentlichkeitsarbeit machen. Aber das ist trotzdem abstrakter und keine so unmittelbare Erfahrung, wie einem frierenden Obdachlosen direkt in die Augen zu schauen. Wie auch immer man darauf dann reagieren mag.&#xA;&#xA;Hier noch ein paar Links zum Thema. Die aufgelisteten Organisationen freuen sich bestimmt über Unterstützung:&#xA;&#xA;Kältehilfe 2024/25 | Notfallnummern, Spenden- &amp; Engagementmöglichkeiten&#xA;Katapult-Magazin, Kältebusse und Kontakte&#xA;Kältebus Nürnberg&#xA;&#xA; hr&#xD;&#xA; p xmlns:cc=&#34;http://creativecommons.org/ns#&#34; This work by span property=&#34;cc:attributionName&#34;Marc Riese/span is licensed under a href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=chooser-v1&#34; target=&#34;_blank&#34; rel=&#34;license noopener noreferrer&#34; style=&#34;display:inline-block;&#34;CC BY-SA 4.0img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg?ref=chooser-v1&#34;img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg?ref=chooser-v1&#34;img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg?ref=chooser-v1&#34;/a/p ]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>In den Innenstädten öffnen die Weihnachtsmärkte und bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt sitzen Obdachlose und Bettler, Männer wie Frauen, an den Bahnhöfen und viel besuchten Straßenecken.</p>

<p>Ich war heute in der Stadt, und habe dem ersten Bettler am Bahnhof, dessen Gesicht zwischen der Mütze und Decke kaum zu sehen war, etwas Kleingeld in den Becher gegeben. Eine Krücke lag neben ihm und er war sichtlich am frieren.</p>

<p>Aber sein Gesicht ist mir bekannt. Es sind oft die gleichen Gesichter, die da sitzen. Im Lauf der Jahre kommen neue Gesichter dazu, andere tauchen irgendwann nicht mehr auf, und ich frage mich, was aus ihnen geworden ist. Das Beste hoffen, und das Schlimmste befürchten.

200 Meter weiter auf der anderen Seite des Bahnhofs, sitzt eine Frau an einer Hauswand, die den vorbeieilenden Menschen mit eindringlichem Blick einen Becher hinhält. Ich sehe sie und nicke ihr leicht zu, aber gehe weiter.</p>

<p>In mir streiten sich die inneren Stimmen. Die eine, die helfen will, die andere, die sagt, ich kann nicht jeden retten. Eine dritte will mich nochmal an den Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl erinnern.</p>

<p>Als ich später auf dem Rückweg bin, mittlerweile selber gut durchgefroren, sitzt der erste Obdachlose immer noch an derselben Stelle am Bahnhof und ich frage mich, was so ein Kältebus eigentlich pro Tag kostet. Wohlwissend, dass die auch nur Symptombekämpfung sind.</p>

<p>Während in anderen Ländern “Housing First”-Konzepte nachweislich der sinnvollste Ansatz sind, sind in meiner Stadt im Sommer bei der Einrichtung einer neuen Obdachlosenunterkunft die Anwohner auf die Barrikaden gegangen... Aber das nur am Rande.</p>

<p>Der eigentliche Auslöser zum Schreiben dieses Artikels war aber der Gedanke, dass Obdachlosigkeit die Not mancher Menschen einfach nur sichtbar macht, und ziemlich sicher nur die Spitze des Eisbergs ist. Wenn man sich in der Öffentlichkeit bewegt, wird man ja unweigerlich damit konfrontiert, und ist dann gezwungen, sich mit den eigenen unangenehmen Gefühlen auseinanderzusetzen, die das eventuell heraufbeschwört.</p>

<p>All die anderen Menschen, die Monat für Monat kaum wissen, wie sie ihre Miete, Lebensmittel oder die Heizung bezahlen sollen, die werden gar nicht gesehen, bzw. nur wenn entsprechende Hilfsorganisationen Öffentlichkeitsarbeit machen. Aber das ist trotzdem abstrakter und keine so unmittelbare Erfahrung, wie einem frierenden Obdachlosen direkt in die Augen zu schauen. Wie auch immer man darauf dann reagieren mag.</p>

<p>Hier noch ein paar Links zum Thema. Die aufgelisteten Organisationen freuen sich bestimmt über Unterstützung:</p>
<ul><li><a href="https://vostel.de/blog/kaeltehilfe-obdachlose-menschen/" rel="nofollow">Kältehilfe 2024/25 | Notfallnummern, Spenden- &amp; Engagementmöglichkeiten</a></li>
<li><a href="https://katapult-magazin.de/de/artikel/kaeltebusse-und-kontakte" rel="nofollow">Katapult-Magazin, Kältebusse und Kontakte</a></li>
<li><a href="https://www.kaeltebus-nuernberg.de" rel="nofollow">Kältebus Nürnberg</a></li></ul>

<p> <hr>
 <p>This work by <span>Marc Riese</span> is licensed under <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=chooser-v1" target="_blank" style="display:inline-block;" rel="nofollow noopener">CC BY-SA 4.0<img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg?ref=chooser-v1"><img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg?ref=chooser-v1"><img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg?ref=chooser-v1"></a></p></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://text.tchncs.de/marcr/die-sichtbarkeit-der-not</guid>
      <pubDate>Mon, 02 Dec 2024 01:30:03 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>WTF is happening in German politics right now?</title>
      <link>https://text.tchncs.de/marcr/wtf-is-happening-in-german-politics-right-now</link>
      <description>&lt;![CDATA[I thought I&#39;d write a summary in English of what&#39;s going on in German politics at the moment, as even the Germans don&#39;t have enough hands anymore to throw them up in horror, and the details may be lost in the aftermath of the US election. So I figured it might be of interest to some people abroad who don&#39;t follow German news so closely.&#xA;&#xA;Well, the German coalition government of SPD (social democrats), Greens and FDP (liberals) collapsed last Wednesday and there will be early elections in February 2025. Regular elections would have been held in November anyway, so there&#39;s not that much of difference timewise.&#xA;&#xA;But the reason for the collapse is clear: FDP leader Christian Lindner, until last week finance minister.&#xA;He and his party have repeatedly shown that they are not trustworthy coalition partners. Wikipedia describes the FDP as liberal, but I think that has a different meaning in Germany than it does in the US. I would consider them free-market neo-feudalists, so they are more right than left. If they could, they would like to completely abolish the welfare state and privatise everything, in the spirit of Margaret Thatcher. They only do patronage politics for the rich.&#xA;&#xA;To be honest, it&#39;s surprising that the coalition lasted as long as it did.&#xA;!--more--&#xA;In the last months there has been a big fight between the three parties over the budget, and Lindner has blocked any compromise and any concessions from the others. Roughly a week before the meeting last Wednesday, he published a paper advocating a completely different and opposing economic policy, which could only be seen as an affront. His aim was to bring down the coalition and lead to new elections.&#xA;This was supported from the beginning by Matthias Döpfner, CEO of the Axel-Springer publishing house, which owns the German Bild newspaper and Die Welt, among others.&#xA;&#xA;But at Wednesday&#39;s meeting, Lindner made a mistake and gambled away. The FDP was indiscreet with the press, which reported during a session break that there would be new elections. Scholz reacted to this loss of trust by sacking Lindner on the spot.&#xA;Afterwards, Scholz gave probably the best speech of his life and publicly slammed Lindner in a way that no one would have expected him to do.&#xA;&#xA;His speech can be seen here, with the possibility of english subtitles:&#xA;https://www.youtube.com/watch?v=q7sVdDibIU&#xA;&#xA;As a result, the FDP and all its ministers left the coalition. The only exception was Transport Minister Volker Wissing, who left the FDP instead - a thoroughly respectable decision.&#xA;&#xA;Now the opposition is taking the stage. Chancellor Olaf Scholz wanted to call a vote of confidence in mid-January. This was too late for the opposition party CDU and its leader Friedrich Merz. In order to push through urgent legislation together with the SPD and the Greens, he tried to blackmail Scholz into bringing forward the vote of confidence and thus forcing new elections earlier.&#xA;(Because everyone wants to campaign during the Christmas period... Not).&#xA;&#xA;After some back and forth, it has now been informally decided that new elections will be held on 23 February.&#xA;&#xA;What are the prospects for the future?&#xA;Scholz is once again the SPD&#39;s candidate for chancellor. Many think that Defence Minister Boris Pistorius would have been a better choice, as he is far more popular than Scholz, but never mind. Robert Habeck, the current Minister of Economic Affairs, has thrown his hat into the ring as the Greens&#39; candidate for chancellor.&#xA;&#xA;According to the latest polls, the FDP&#39;s approval ratings are so low that they are unlikely to return due to the 5% threshold. Good riddance.&#xA;&#xA;However, it is highly likely that Friedrich Merz will win a majority with the CDU. (The CDU is also the party to which Chancellor Angela Merkel belonged.) Merz himself is seen as a kind of Trump light by many. He may be able to form coherent sentences, but he is bending the facts to suit his agenda. He is a tough populist and a power-political tactician. In recent months, he has made headlines for his rhetoric against foreigners and the unemployed.&#xA;He has adopted much of the narratives of the far-right AfD, which has grown stronger in recent months, partly because its positions have been further normalised in the media.&#xA;&#xA;It is difficult to say what the next election results will be, as there is another free radical in the form of the new BSW party. They are even less concerned with the facts and tend to favour Russian propaganda.&#xA;&#xA;In any case, there is a good chance that the CDU, AfD and BSW will get a big slice of the cake. The AfD wants to destroy democracy from within and I think it will be nearly impossible to form a stable government with these three parties.&#xA;&#xA;The SPD and the Greens are unlikely to get a majority, as many were unhappy with the current coalition. But this was also caused by various smear campaigns in the Axel Springer press. It is also difficult to say how good a candidate Habeck is for the Greens&#39; chancellorship. He is by far the only one who makes his policies transparent and who can argue well and objectively. Nevertheless, there are many who don&#39;t necessarily like him. He is not afraid to confront people with unpleasant truths, which does not always go down well.&#xA;In addition, many regular Green voters are extremely angry because the party has also supported decisions that go against its own values, particularly in the area of asylum law.&#xA;&#xA;In short, the new election will be a game of Russian roulette. We may be lucky, but I also see a high risk for the future of Ukraine, for European unity and for the fight against climate change.&#xA;&#xA; hr&#xD;&#xA; p xmlns:cc=&#34;http://creativecommons.org/ns#&#34; This work by span property=&#34;cc:attributionName&#34;Marc Riese/span is licensed under a href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=chooser-v1&#34; target=&#34;blank&#34; rel=&#34;license noopener noreferrer&#34; style=&#34;display:inline-block;&#34;CC BY-SA 4.0img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg?ref=chooser-v1&#34;img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg?ref=chooser-v1&#34;img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg?ref=chooser-v1&#34;/a/p ]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>I thought I&#39;d write a summary in English of what&#39;s going on in German politics at the moment, as even the Germans don&#39;t have enough hands anymore to throw them up in horror, and the details may be lost in the aftermath of the US election. So I figured it might be of interest to some people abroad who don&#39;t follow German news so closely.</p>

<p>Well, the German coalition government of SPD (social democrats), Greens and FDP (liberals) collapsed last Wednesday and there will be early elections in February 2025. Regular elections would have been held in November anyway, so there&#39;s not that much of difference timewise.</p>

<p>But the reason for the collapse is clear: FDP leader Christian Lindner, until last week finance minister.
He and his party have repeatedly shown that they are not trustworthy coalition partners. Wikipedia describes the FDP as liberal, but I think that has a different meaning in Germany than it does in the US. I would consider them free-market neo-feudalists, so they are more right than left. If they could, they would like to completely abolish the welfare state and privatise everything, in the spirit of Margaret Thatcher. They only do patronage politics for the rich.</p>

<p>To be honest, it&#39;s surprising that the coalition lasted as long as it did.

In the last months there has been a big fight between the three parties over the budget, and Lindner has blocked any compromise and any concessions from the others. Roughly a week before the meeting last Wednesday, he published a paper advocating a completely different and opposing economic policy, which could only be seen as an affront. His aim was to bring down the coalition and lead to new elections.
This was supported from the beginning by Matthias Döpfner, CEO of the Axel-Springer publishing house, which owns the German Bild newspaper and Die Welt, among others.</p>

<p>But at Wednesday&#39;s meeting, Lindner made a mistake and gambled away. The FDP was indiscreet with the press, which reported during a session break that there would be new elections. Scholz reacted to this loss of trust by sacking Lindner on the spot.
Afterwards, Scholz gave probably the best speech of his life and publicly slammed Lindner in a way that no one would have expected him to do.</p>

<p>His speech can be seen here, with the possibility of english subtitles:
<a href="https://www.youtube.com/watch?v=_q7sVdDibIU" rel="nofollow">https://www.youtube.com/watch?v=_q7sVdDibIU</a></p>

<p>As a result, the FDP and all its ministers left the coalition. The only exception was Transport Minister Volker Wissing, who left the FDP instead – a thoroughly respectable decision.</p>

<p>Now the opposition is taking the stage. Chancellor Olaf Scholz wanted to call a vote of confidence in mid-January. This was too late for the opposition party CDU and its leader Friedrich Merz. In order to push through urgent legislation together with the SPD and the Greens, he tried to blackmail Scholz into bringing forward the vote of confidence and thus forcing new elections earlier.
(Because everyone wants to campaign during the Christmas period... Not).</p>

<p>After some back and forth, it has now been informally decided that new elections will be held on 23 February.</p>

<p>What are the prospects for the future?
Scholz is once again the SPD&#39;s candidate for chancellor. Many think that Defence Minister Boris Pistorius would have been a better choice, as he is far more popular than Scholz, but never mind. Robert Habeck, the current Minister of Economic Affairs, has thrown his hat into the ring as the Greens&#39; candidate for chancellor.</p>

<p>According to the latest polls, the FDP&#39;s approval ratings are so low that they are unlikely to return due to the 5% threshold. Good riddance.</p>

<p>However, it is highly likely that Friedrich Merz will win a majority with the CDU. (The CDU is also the party to which Chancellor Angela Merkel belonged.) Merz himself is seen as a kind of Trump light by many. He may be able to form coherent sentences, but he is bending the facts to suit his agenda. He is a tough populist and a power-political tactician. In recent months, he has made headlines for his rhetoric against foreigners and the unemployed.
He has adopted much of the narratives of the far-right AfD, which has grown stronger in recent months, partly because its positions have been further normalised in the media.</p>

<p>It is difficult to say what the next election results will be, as there is another free radical in the form of the new BSW party. They are even less concerned with the facts and tend to favour Russian propaganda.</p>

<p>In any case, there is a good chance that the CDU, AfD and BSW will get a big slice of the cake. The AfD wants to destroy democracy from within and I think it will be nearly impossible to form a stable government with these three parties.</p>

<p>The SPD and the Greens are unlikely to get a majority, as many were unhappy with the current coalition. But this was also caused by various smear campaigns in the Axel Springer press. It is also difficult to say how good a candidate Habeck is for the Greens&#39; chancellorship. He is by far the only one who makes his policies transparent and who can argue well and objectively. Nevertheless, there are many who don&#39;t necessarily like him. He is not afraid to confront people with unpleasant truths, which does not always go down well.
In addition, many regular Green voters are extremely angry because the party has also supported decisions that go against its own values, particularly in the area of asylum law.</p>

<p>In short, the new election will be a game of Russian roulette. We may be lucky, but I also see a high risk for the future of Ukraine, for European unity and for the fight against climate change.</p>

<p> <hr>
 <p>This work by <span>Marc Riese</span> is licensed under <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=chooser-v1" target="_blank" style="display:inline-block;" rel="nofollow noopener">CC BY-SA 4.0<img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg?ref=chooser-v1"><img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg?ref=chooser-v1"><img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg?ref=chooser-v1"></a></p></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://text.tchncs.de/marcr/wtf-is-happening-in-german-politics-right-now</guid>
      <pubDate>Wed, 13 Nov 2024 00:37:54 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Ich wurde übers Ohr gehauen</title>
      <link>https://text.tchncs.de/marcr/ich-wurde-ubers-ohr-gehauen</link>
      <description>&lt;![CDATA[Ich erzähl das jetzt als Warnung für andere.&#xA;&#xA;Ich war eben auf dem Supermarktparkplatz und gerade dabei, einen Einkaufswagen zu holen, als jemand mit einem Klemmbrett und Stift auf mich zukam. Er sagte nichts, sondern brummte nur unverständlich vor sich hin und zeigte mit dem Stift auf den Zettel am Klemmbrett.&#xA;Eine zweite Person stand 10 Meter weiter mit einem zweiten Klemmbrett und sprach ebenfalls Leute an.&#xA;!--more--&#xA;Auf dem Zettel stand in etwa, dass es um eine Unterschriftensammlung ging zum Aufbau oder zur Unterstützung eines Versorgungszentrums für taubstumme Menschen. Schön offiziell gestaltet mit Farben der Deutschlandflagge im Zettelkopf und so.&#xA;Gut, das erklärte dann auch das unverständliche Brummen der Person gegenüber.&#xA;Auf der Liste standen schon ca. 15 Einträge und ich dachte mir, kein Problem, dafür geb ich doch gerne eine Unterschrift.&#xA;Der Mensch gegenüber freute sich, als ich das Klemmbrett nahm und gab mir direkt einen Fistbump zur Anerkennung.&#xA;&#xA;Hier hatte ich den ersten verwunderten Gedanken, warum auf dem Klemmbrett nur ein einzelner Zettel klemmte. Wenn ich Unterschriften sammel, möchte ich doch möglichst viele Zettel vollkriegen? Aber diesen Gedanken überging ich. Vermutlich Datenschutz...&#xA;&#xA;In das erste Feld des Zettels sollte die Unterschrift.&#xA;Das zweite und dritte Feld waren Postleitzahl und Stadt.&#xA;In das vierte Feld sollte etwas unerwartet ein Spendenbetrag eingetragen werden.&#xA;&#xA;Der zweite verwunderte Gedanke: Von einer Spendensammlung stand im Erklärungstext nichts, da ging es nur um die Unterschriften.&#xA;Ich fragte nach, was es damit auf sich hat, bekam aber nur unverständliches Gesäusel zu hören. Ahja, klar, taubstumm...&#xA;&#xA;Aber man konnte in der Liste sehen, dass vorher auch schon einige Menschen Beträge zwischen 20€ und 50€ gespendet haben.&#xA;Folgegedanke: Wenn andere schon so viel gespendet haben, wird das schon passen...&#xA;Mir kam das trotzdem an dem Punkt so komisch vor, dass ich &#34;nur&#34; 10€ gegeben habe. Einen kompletten Rückzieher wollte ich jetzt auch nicht machen.&#xA;Ich hab die 10€ eingetragen, ausgehändigt, habe einen zweiten Fistbump bekommen und bin dann in den Supermarkt gegangen.&#xA;&#xA;Als später der Groschen fiel, waren die beiden Betrüger natürlich schon über alle Berge.&#xA;&#xA;Und warum bin ich mir so 100% sicher, dass die beiden Betrüger waren?&#xA;Folgende Gründe:&#xA;&#xA;Mein Bauchgefühl hatte schon frühzeitig Alarm gegeben. Ich habe nur leider nicht drauf gehört. Und das hat sich noch nie getäuscht.&#xA;Es ist schon länger her, dass ich mit taubstummen Menschen zu tun hatte. Und die artikulieren sich anders. Die beiden haben sehr gut geschauspielert, aber taubstumm waren sie definitiv nicht. Wer das nicht kennt, fällt der Schauspielerei auf den Leim.&#xA;Im Supermarkt selber habe ich sogar ein Gespräch zweier Kunden aufgeschnappt, die meinten &#34;Wenn wir Gebärdensprache könnten, dann hätten wir uns ja mit denen unterhalten können.&#34; So glaubhaft waren die.&#xA;Wie oben erwähnt, es war nur ein Zettel auf dem Klemmbrett. Wenn es um eine Unterschriftensammlung ging, hätten es mehr sein müssen.&#xA;Ich bin mir im Nachhinein relativ sicher, dass die ersten Einträge auf der Liste die gleiche Handschrift hatten. Hier haben sie durch entsprechende Einträge von 20€-50€ in das Spendenfeld einen hohen psychologischen Anker gesetzt, der dazu verleitet, selber entsprechend viel zu geben. Das ganze nennt sich Ankereffekt, und man merkt es nur sehr schwer bis gar nicht, wenn man diesem Effekt unterliegt. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Ankereffekt&#xA;Die Reihenfolge der Einträge auf dem Zettel war auf eine bestimmte Wirkung hin ausgelegt. Normalerweise steht die Unterschrift ja immer am Ende der Zeile, hier stand als letztes der Spendenbetrag und die Unterschrift als erstes. Man war ja eh schon am Ausfüllen und dann an dem letzten Punkt aufhören ist mental echt nicht einfach. Hinzu kommt dann noch ein entsprechender Überraschungseffekt, wenn man vorher nicht genau schaut, was alles eingetragen werden soll.&#xA;Die Idee von Taubstummen ermöglicht natürlich, dass kritische Rückfragen unbeantwortet bleiben können. Wenn man nach weiteren Informationen fragen will, um die Situation zu bestätigen, läuft man ins Leere. Hat erstaunlicherweise aber sogar Verständnis dafür...&#xA;&#xA;Fazit: 10€ Lehrgeld ausgegeben.&#xA;&#xA;Was hätte ich anders tun können? Ich hätte mir zum Beispiel den Behindertenausweis zeigen lassen können. Klar, hätten sie so tun können, als hätten sie den nicht dabei. Oder mir irgendein gefälschtes Dokument zeigen können. Die meisten wissen wahrscheinlich gar nicht, wie ein Behindertenausweis aussieht.&#xA;&#xA;Ich möchte auch nicht den ganzen Tag misstrauisch durchs Leben gehen. Aber aufs eigene Bauchgefühl und die eigene Intuition vertrauen, ist in solchen Situationen wahrscheinlich das beste Mittel.&#xA;&#xA;Update 05.09.:&#xA;Ich habe noch zwei Hinweise erhalten.&#xA;&#xA;Zum einen eine Informationsseite von Handicap International zu dieser Betrugsmasche: https://www.handicap-international.de/de/neuigkeiten/warnung-vor-betrugerischen-spendensammlern&#xA;Dort sieht man auch ein Foto eines Zettels, der dem von gestern sehr ähnlich sah. Bei mir stand allerdings nicht Handicap International drauf, der war allgemeiner gehalten, aber die Aufmachung war die gleiche.&#xA;Danke an Flominator für den Hinweis.&#xA;&#xA;Zum andern ist taubstumm keine adäquate Bezeichnung für Gehörlose, sondern eher eine Beleidigung. Die Tatsache, dass diese Bezeichnung auf dem Zettel stand, deutet daraufhin, dass diese Personen nicht wirklich gehörlos waren.&#xA;Hierzu sei auf folgenden Artikel verwiesen: https://nicht-stumm.de/taubstumm-sagt-man-nicht&#xA;Danke an Aurora für den Link.&#xA;&#xA;Die Diskussion zu diesem Artikel findet übrigens in diesem Thread im Fediverse statt: https://social.tchncs.de/@marcr/113080665066384755&#xA;&#xA; hr&#xD;&#xA; p xmlns:cc=&#34;http://creativecommons.org/ns#&#34; This work by span property=&#34;cc:attributionName&#34;Marc Riese/span is licensed under a href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=chooser-v1&#34; target=&#34;_blank&#34; rel=&#34;license noopener noreferrer&#34; style=&#34;display:inline-block;&#34;CC BY-SA 4.0img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg?ref=chooser-v1&#34;img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg?ref=chooser-v1&#34;img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg?ref=chooser-v1&#34;/a/p ]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Ich erzähl das jetzt als Warnung für andere.</p>

<p>Ich war eben auf dem Supermarktparkplatz und gerade dabei, einen Einkaufswagen zu holen, als jemand mit einem Klemmbrett und Stift auf mich zukam. Er sagte nichts, sondern brummte nur unverständlich vor sich hin und zeigte mit dem Stift auf den Zettel am Klemmbrett.
Eine zweite Person stand 10 Meter weiter mit einem zweiten Klemmbrett und sprach ebenfalls Leute an.

Auf dem Zettel stand in etwa, dass es um eine Unterschriftensammlung ging zum Aufbau oder zur Unterstützung eines Versorgungszentrums für taubstumme Menschen. Schön offiziell gestaltet mit Farben der Deutschlandflagge im Zettelkopf und so.
Gut, das erklärte dann auch das unverständliche Brummen der Person gegenüber.
Auf der Liste standen schon ca. 15 Einträge und ich dachte mir, kein Problem, dafür geb ich doch gerne eine Unterschrift.
Der Mensch gegenüber freute sich, als ich das Klemmbrett nahm und gab mir direkt einen Fistbump zur Anerkennung.</p>

<p>Hier hatte ich den ersten verwunderten Gedanken, warum auf dem Klemmbrett nur ein einzelner Zettel klemmte. Wenn ich Unterschriften sammel, möchte ich doch möglichst viele Zettel vollkriegen? Aber diesen Gedanken überging ich. Vermutlich Datenschutz...</p>

<p>In das erste Feld des Zettels sollte die Unterschrift.
Das zweite und dritte Feld waren Postleitzahl und Stadt.
In das vierte Feld sollte etwas unerwartet ein Spendenbetrag eingetragen werden.</p>

<p>Der zweite verwunderte Gedanke: Von einer Spendensammlung stand im Erklärungstext nichts, da ging es nur um die Unterschriften.
Ich fragte nach, was es damit auf sich hat, bekam aber nur unverständliches Gesäusel zu hören. Ahja, klar, taubstumm...</p>

<p>Aber man konnte in der Liste sehen, dass vorher auch schon einige Menschen Beträge zwischen 20€ und 50€ gespendet haben.
Folgegedanke: Wenn andere schon so viel gespendet haben, wird das schon passen...
Mir kam das trotzdem an dem Punkt so komisch vor, dass ich “nur” 10€ gegeben habe. Einen kompletten Rückzieher wollte ich jetzt auch nicht machen.
Ich hab die 10€ eingetragen, ausgehändigt, habe einen zweiten Fistbump bekommen und bin dann in den Supermarkt gegangen.</p>

<p>Als später der Groschen fiel, waren die beiden Betrüger natürlich schon über alle Berge.</p>

<p>Und warum bin ich mir so 100% sicher, dass die beiden Betrüger waren?
Folgende Gründe:</p>
<ul><li>Mein Bauchgefühl hatte schon frühzeitig Alarm gegeben. Ich habe nur leider nicht drauf gehört. Und das hat sich noch nie getäuscht.</li>
<li>Es ist schon länger her, dass ich mit taubstummen Menschen zu tun hatte. Und die artikulieren sich anders. Die beiden haben sehr gut geschauspielert, aber taubstumm waren sie definitiv nicht. Wer das nicht kennt, fällt der Schauspielerei auf den Leim.
Im Supermarkt selber habe ich sogar ein Gespräch zweier Kunden aufgeschnappt, die meinten “Wenn wir Gebärdensprache könnten, dann hätten wir uns ja mit denen unterhalten können.” So glaubhaft waren die.</li>
<li>Wie oben erwähnt, es war nur ein Zettel auf dem Klemmbrett. Wenn es um eine Unterschriftensammlung ging, hätten es mehr sein müssen.</li>
<li>Ich bin mir im Nachhinein relativ sicher, dass die ersten Einträge auf der Liste die gleiche Handschrift hatten. Hier haben sie durch entsprechende Einträge von 20€-50€ in das Spendenfeld einen hohen psychologischen Anker gesetzt, der dazu verleitet, selber entsprechend viel zu geben. Das ganze nennt sich Ankereffekt, und man merkt es nur sehr schwer bis gar nicht, wenn man diesem Effekt unterliegt. Siehe: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ankereffekt" rel="nofollow">https://de.wikipedia.org/wiki/Ankereffekt</a></li>
<li>Die Reihenfolge der Einträge auf dem Zettel war auf eine bestimmte Wirkung hin ausgelegt. Normalerweise steht die Unterschrift ja immer am Ende der Zeile, hier stand als letztes der Spendenbetrag und die Unterschrift als erstes. Man war ja eh schon am Ausfüllen und dann an dem letzten Punkt aufhören ist mental echt nicht einfach. Hinzu kommt dann noch ein entsprechender Überraschungseffekt, wenn man vorher nicht genau schaut, was alles eingetragen werden soll.</li>
<li>Die Idee von Taubstummen ermöglicht natürlich, dass kritische Rückfragen unbeantwortet bleiben können. Wenn man nach weiteren Informationen fragen will, um die Situation zu bestätigen, läuft man ins Leere. Hat erstaunlicherweise aber sogar Verständnis dafür...</li></ul>

<p>Fazit: 10€ Lehrgeld ausgegeben.</p>

<p>Was hätte ich anders tun können? Ich hätte mir zum Beispiel den Behindertenausweis zeigen lassen können. Klar, hätten sie so tun können, als hätten sie den nicht dabei. Oder mir irgendein gefälschtes Dokument zeigen können. Die meisten wissen wahrscheinlich gar nicht, wie ein Behindertenausweis aussieht.</p>

<p>Ich möchte auch nicht den ganzen Tag misstrauisch durchs Leben gehen. Aber aufs eigene Bauchgefühl und die eigene Intuition vertrauen, ist in solchen Situationen wahrscheinlich das beste Mittel.</p>

<p><strong>Update 05.09.:</strong>
Ich habe noch zwei Hinweise erhalten.</p>

<p>Zum einen eine Informationsseite von Handicap International zu dieser Betrugsmasche: <a href="https://www.handicap-international.de/de/neuigkeiten/warnung-vor-betrugerischen-spendensammlern" rel="nofollow">https://www.handicap-international.de/de/neuigkeiten/warnung-vor-betrugerischen-spendensammlern</a>
Dort sieht man auch ein Foto eines Zettels, der dem von gestern sehr ähnlich sah. Bei mir stand allerdings nicht Handicap International drauf, der war allgemeiner gehalten, aber die Aufmachung war die gleiche.
Danke an Flominator für den Hinweis.</p>

<p>Zum andern ist taubstumm keine adäquate Bezeichnung für Gehörlose, sondern eher eine Beleidigung. Die Tatsache, dass diese Bezeichnung auf dem Zettel stand, deutet daraufhin, dass diese Personen nicht wirklich gehörlos waren.
Hierzu sei auf folgenden Artikel verwiesen: <a href="https://nicht-stumm.de/taubstumm-sagt-man-nicht" rel="nofollow">https://nicht-stumm.de/taubstumm-sagt-man-nicht</a>
Danke an Aurora für den Link.</p>

<p>Die Diskussion zu diesem Artikel findet übrigens in diesem Thread im Fediverse statt: <a href="https://social.tchncs.de/@marcr/113080665066384755" rel="nofollow">https://social.tchncs.de/@marcr/113080665066384755</a></p>

<p> <hr>
 <p>This work by <span>Marc Riese</span> is licensed under <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=chooser-v1" target="_blank" style="display:inline-block;" rel="nofollow noopener">CC BY-SA 4.0<img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg?ref=chooser-v1"><img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg?ref=chooser-v1"><img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg?ref=chooser-v1"></a></p></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://text.tchncs.de/marcr/ich-wurde-ubers-ohr-gehauen</guid>
      <pubDate>Wed, 04 Sep 2024 18:16:10 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Geht wählen!</title>
      <link>https://text.tchncs.de/marcr/geht-wahlen</link>
      <description>&lt;![CDATA[Mal ein kurzer Reality-Check und ein politisches Statement von mir.&#xA;&#xA;Wir hatten in diesem Jahr bereits zwei Jahrhunderthochwasser. Letzte Woche in Süddeutschland mit drei Toten und einem geschätzten Schaden von 2 Milliarden Euro. Über Pfingsten hatten wir das Hochwasser im Saarland. Dazu kommen die Hochwasser in Norddeutschland Anfang des Jahres.&#xA;Indien hatte gerade in Neu Delhi einen Temperaturrekord von 52,3°C (!!!) während einer wochenlangen Hitzewelle.&#xA;In Mexiko war es im Mai so heiß, dass die Affen dort tot von den Bäumen fielen.&#xA;Anfang April gab es in Südbrasilien eine der schlimmsten Hochwasserkatastrophen, wo 1,4 Millionen Menschen betroffen waren und 40.000 Häuser zerstört wurden. &#xA;In Südrussland und Kasachstan gab es vor kurzem ein Hochwasser, wo 100.000 Menschen evakuiert werden mussten.&#xA;&#xA;Und das war nur in diesem Jahr. Nur in 2024.&#xA;Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.&#xA;&#xA;Wir sind seit 11 Monaten global über der 1,5°C Grenze und seit 12 Monaten war jeder Monat der heißeste Monat in Folge.&#xA;Aktuelle Studien zeigen, dass die Nordantlatik-Strömung mit einer Wahrscheinlichkeit von 35-40% bereits in den 2030er Jahren zusammenbrechen könnte. Das ist nicht mehr lang hin.&#xA;&#xA;Und auf der anderen Seite haben wir rechte Populisten und Extremisten, die die Klimakrise verharmlosen oder gar leugnen. Und sie wollen den Klimaschutz wieder zurückrollen, wie man gerade am European Green Deal sehen kann.&#xA;&#xA;TL;DR: Dieses Wochenende ist Europawahl. Wer dort eine Partei wählt, die die Klimakatastrophe nicht 100%ig ernst nimmt, hat, bei allem Respekt, den Knall immer noch nicht gehört.&#xA;&#xA;Also, Leute, geht bitte wählen. Jede Stimme zählt.&#xA;&#xA;---&#xA;Quellen zu den genannten Statements:&#xA;https://www.tagesschau.de/inland/regional/hochwasser-sueddeutschland-versicherung-100.html&#xA;https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/hochwasser-ernte-vernichtet-100.html&#xA;https://www.sueddeutsche.de/panorama/unwetter-hochwasserschaeden-saar-kommunen-fordern-bundeshilfen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-240605-99-285167&#xA;https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/brasilien-hochwasser-uerberschwemmungen-100.html&#xA;https://www.nytimes.com/2024/05/29/world/asia/india-delhi-hottest-day-ever.html&#xA;https://www.wired.com/story/mexico-is-so-hot-monkeys-are-falling-to-their-death-from-trees/&#xA;https://www.tagesschau.de/ausland/europa/russland-hochwasser-102.html&#xA;https://www.derstandard.de/story/3000000223033/highway-in-die-klimahoelle-zwoelfter-heissester-monat-in-folge-gemessen&#xA;https://www.riffreporter.de/de/umwelt/europawahl-2024-klimapolitik-green-deal-eu-rechtsruck-klimawandel-klimaschutz&#xA;https://tos.org/oceanography/article/is-the-atlantic-overturning-circulation-approaching-a-tipping-point&#xA;&#xA; hr&#xD;&#xA; p xmlns:cc=&#34;http://creativecommons.org/ns#&#34; This work by span property=&#34;cc:attributionName&#34;Marc Riese/span is licensed under a href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=chooser-v1&#34; target=&#34;_blank&#34; rel=&#34;license noopener noreferrer&#34; style=&#34;display:inline-block;&#34;CC BY-SA 4.0img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg?ref=chooser-v1&#34;img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg?ref=chooser-v1&#34;img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg?ref=chooser-v1&#34;/a/p ]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Mal ein kurzer Reality-Check und ein politisches Statement von mir.</p>
<ul><li>Wir hatten in diesem Jahr bereits zwei Jahrhunderthochwasser. Letzte Woche in Süddeutschland mit drei Toten und einem geschätzten Schaden von 2 Milliarden Euro. Über Pfingsten hatten wir das Hochwasser im Saarland. Dazu kommen die Hochwasser in Norddeutschland Anfang des Jahres.</li>
<li>Indien hatte gerade in Neu Delhi einen Temperaturrekord von 52,3°C (!!!) während einer wochenlangen Hitzewelle.</li>
<li>In Mexiko war es im Mai so heiß, dass die Affen dort tot von den Bäumen fielen.</li>
<li>Anfang April gab es in Südbrasilien eine der schlimmsten Hochwasserkatastrophen, wo 1,4 Millionen Menschen betroffen waren und 40.000 Häuser zerstört wurden.</li>
<li>In Südrussland und Kasachstan gab es vor kurzem ein Hochwasser, wo 100.000 Menschen evakuiert werden mussten.</li></ul>

<p>Und das war nur in diesem Jahr. Nur in 2024.
Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.</p>

<p>Wir sind seit 11 Monaten global über der 1,5°C Grenze und seit 12 Monaten war jeder Monat der heißeste Monat in Folge.
Aktuelle Studien zeigen, dass die Nordantlatik-Strömung mit einer Wahrscheinlichkeit von 35-40% bereits in den 2030er Jahren zusammenbrechen könnte. Das ist nicht mehr lang hin.</p>

<p>Und auf der anderen Seite haben wir rechte Populisten und Extremisten, die die Klimakrise verharmlosen oder gar leugnen. Und sie wollen den Klimaschutz wieder zurückrollen, wie man gerade am European Green Deal sehen kann.</p>

<p>TL;DR: Dieses Wochenende ist Europawahl. Wer dort eine Partei wählt, die die Klimakatastrophe nicht 100%ig ernst nimmt, hat, bei allem Respekt, den Knall immer noch nicht gehört.</p>

<p>Also, Leute, geht bitte wählen. Jede Stimme zählt.</p>

<hr>

<p>Quellen zu den genannten Statements:
– <a href="https://www.tagesschau.de/inland/regional/hochwasser-sueddeutschland-versicherung-100.html" rel="nofollow">https://www.tagesschau.de/inland/regional/hochwasser-sueddeutschland-versicherung-100.html</a>
– <a href="https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/hochwasser-ernte-vernichtet-100.html" rel="nofollow">https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/hochwasser-ernte-vernichtet-100.html</a>
– <a href="https://www.sueddeutsche.de/panorama/unwetter-hochwasserschaeden-saar-kommunen-fordern-bundeshilfen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-240605-99-285167" rel="nofollow">https://www.sueddeutsche.de/panorama/unwetter-hochwasserschaeden-saar-kommunen-fordern-bundeshilfen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-240605-99-285167</a>
– <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/brasilien-hochwasser-uerberschwemmungen-100.html" rel="nofollow">https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/brasilien-hochwasser-uerberschwemmungen-100.html</a>
– <a href="https://www.nytimes.com/2024/05/29/world/asia/india-delhi-hottest-day-ever.html" rel="nofollow">https://www.nytimes.com/2024/05/29/world/asia/india-delhi-hottest-day-ever.html</a>
– <a href="https://www.wired.com/story/mexico-is-so-hot-monkeys-are-falling-to-their-death-from-trees/" rel="nofollow">https://www.wired.com/story/mexico-is-so-hot-monkeys-are-falling-to-their-death-from-trees/</a>
– <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/europa/russland-hochwasser-102.html" rel="nofollow">https://www.tagesschau.de/ausland/europa/russland-hochwasser-102.html</a>
– <a href="https://www.derstandard.de/story/3000000223033/highway-in-die-klimahoelle-zwoelfter-heissester-monat-in-folge-gemessen" rel="nofollow">https://www.derstandard.de/story/3000000223033/highway-in-die-klimahoelle-zwoelfter-heissester-monat-in-folge-gemessen</a>
– <a href="https://www.riffreporter.de/de/umwelt/europawahl-2024-klimapolitik-green-deal-eu-rechtsruck-klimawandel-klimaschutz" rel="nofollow">https://www.riffreporter.de/de/umwelt/europawahl-2024-klimapolitik-green-deal-eu-rechtsruck-klimawandel-klimaschutz</a>
– <a href="https://tos.org/oceanography/article/is-the-atlantic-overturning-circulation-approaching-a-tipping-point" rel="nofollow">https://tos.org/oceanography/article/is-the-atlantic-overturning-circulation-approaching-a-tipping-point</a></p>

<p> <hr>
 <p>This work by <span>Marc Riese</span> is licensed under <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=chooser-v1" target="_blank" style="display:inline-block;" rel="nofollow noopener">CC BY-SA 4.0<img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg?ref=chooser-v1"><img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg?ref=chooser-v1"><img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg?ref=chooser-v1"></a></p></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://text.tchncs.de/marcr/geht-wahlen</guid>
      <pubDate>Fri, 07 Jun 2024 18:29:26 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>How to spot a good teacher</title>
      <link>https://text.tchncs.de/marcr/how-to-spot-a-good-teacher</link>
      <description>&lt;![CDATA[I&#39;ve been very lucky with my teachers and mentors over the years. I&#39;ve had the privilege of working with some great people, especially in sports and personal development. As there was a recent occasion today that made me realise this again, I thought I would write a text about how to recognise a good teacher.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;A good teacher gives you a challenge&#xA;&#xA;A good teacher knows what you are capable of and knows your limitations and struggles. They try to challenge you without overburdening you. And they won&#39;t go easy on you when they know it&#39;s just laziness.&#xA;If they see you cheating or going the easy route, they will call you out on it.&#xA;&#xA;And if you tell your teacher that you can&#39;t do something, they will insist that you practise exactly that.&#xA;&#xA;A good teacher is always a student&#xA;&#xA;A good teacher is always a student of another teacher.&#xA;&#xA;And they are a student of their students. Every student has their own life, brings their own experience. Being open and willing to learn from one&#39;s students is an extremely strong character trait.&#xA;&#xA;As soon as you think you know everything and have nothing more to learn from others, you close your mind and enter a dead end. Your own progress comes to a halt.&#xA;&#xA;They know that teaching is important in order to become a better teacher. If you think you know something, try teaching it to someone else and you will see where your gaps are. You&#39;ll get questions that you haven&#39;t asked yourself before. A good teacher will find the answers.&#xA;&#xA;They want to see you succeed&#xA;&#xA;Your success is their success. There is no greater honour for a teacher and nothing that makes them prouder than to see their students succeed. Bear that in mind and appreciate what you have learnt.&#xA;&#xA;Progress is not linear&#xA;&#xA;A good teacher knows that progress is not linear. You will take two steps forward, one step back, one step forward, and one to the side. There will be plateaus. There will be setbacks, frustration, and thoughts of giving up. If you get stuck in one way, a good teacher can show you another way and try something else. And then some time later you can come back to an earlier hurdle and overcome it.&#xA;&#xA;Walk the talk&#xA;&#xA;A good teacher lives what they teach. They do not just present theoretical constructs. They know that wisdom is the sum of knowledge + experience. They&#39;re willing to try out what they&#39;ve learned to gain more experience.&#xA;&#xA;They know what they don&#39;t know&#xA;&#xA;It is impossible to know and learn everything in a field. Knowing the unknowns and being aware of the unknown unknowns is the reason for their humility. And it gives them a possible direction for their own growth.&#xA;&#xA;Passion&#xA;&#xA;A good teacher is so passionate about what they do, that it&#39;s contagious. They enjoy learning and teaching so much that they set the tone for the class. Without passion, without fun, they know they would burn out. And they&#39;re always trying to light that fire in their students.&#xA;&#xA;The path to mastery&#xA;&#xA;All the other points above are signs of a good or very good teacher. Treading the path to mastery is the sign of an excellent teacher. This means that they have dedicated their lives to what they teach. They&#39;ve been on this path for years and decades, and they know they&#39;ll be on it until they draw their last breath.&#xA;The thought of not teaching what they do would feel like a part of them dying.&#xA;&#xA; hr&#xD;&#xA; p xmlns:cc=&#34;http://creativecommons.org/ns#&#34; This work by span property=&#34;cc:attributionName&#34;Marc Riese/span is licensed under a href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=chooser-v1&#34; target=&#34;_blank&#34; rel=&#34;license noopener noreferrer&#34; style=&#34;display:inline-block;&#34;CC BY-SA 4.0img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg?ref=chooser-v1&#34;img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg?ref=chooser-v1&#34;img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg?ref=chooser-v1&#34;/a/p ]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>I&#39;ve been very lucky with my teachers and mentors over the years. I&#39;ve had the privilege of working with some great people, especially in sports and personal development. As there was a recent occasion today that made me realise this again, I thought I would write a text about how to recognise a good teacher.</p>



<h2 id="a-good-teacher-gives-you-a-challenge">A good teacher gives you a challenge</h2>

<p>A good teacher knows what you are capable of and knows your limitations and struggles. They try to challenge you without overburdening you. And they won&#39;t go easy on you when they know it&#39;s just laziness.
If they see you cheating or going the easy route, they will call you out on it.</p>

<p>And if you tell your teacher that you can&#39;t do something, they will insist that you practise exactly that.</p>

<h2 id="a-good-teacher-is-always-a-student">A good teacher is always a student</h2>

<p>A good teacher is always a student of another teacher.</p>

<p>And they are a student of their students. Every student has their own life, brings their own experience. Being open and willing to learn from one&#39;s students is an extremely strong character trait.</p>

<p>As soon as you think you know everything and have nothing more to learn from others, you close your mind and enter a dead end. Your own progress comes to a halt.</p>

<p>They know that teaching is important in order to become a better teacher. If you think you know something, try teaching it to someone else and you will see where your gaps are. You&#39;ll get questions that you haven&#39;t asked yourself before. A good teacher will find the answers.</p>

<h2 id="they-want-to-see-you-succeed">They want to see you succeed</h2>

<p>Your success is their success. There is no greater honour for a teacher and nothing that makes them prouder than to see their students succeed. Bear that in mind and appreciate what you have learnt.</p>

<h2 id="progress-is-not-linear">Progress is not linear</h2>

<p>A good teacher knows that progress is not linear. You will take two steps forward, one step back, one step forward, and one to the side. There will be plateaus. There will be setbacks, frustration, and thoughts of giving up. If you get stuck in one way, a good teacher can show you another way and try something else. And then some time later you can come back to an earlier hurdle and overcome it.</p>

<h2 id="walk-the-talk">Walk the talk</h2>

<p>A good teacher lives what they teach. They do not just present theoretical constructs. They know that wisdom is the sum of knowledge + experience. They&#39;re willing to try out what they&#39;ve learned to gain more experience.</p>

<h2 id="they-know-what-they-don-t-know">They know what they don&#39;t know</h2>

<p>It is impossible to know and learn everything in a field. Knowing the unknowns and being aware of the unknown unknowns is the reason for their humility. And it gives them a possible direction for their own growth.</p>

<h2 id="passion">Passion</h2>

<p>A good teacher is so passionate about what they do, that it&#39;s contagious. They enjoy learning and teaching so much that they set the tone for the class. Without passion, without fun, they know they would burn out. And they&#39;re always trying to light that fire in their students.</p>

<h2 id="the-path-to-mastery">The path to mastery</h2>

<p>All the other points above are signs of a good or very good teacher. Treading the path to mastery is the sign of an excellent teacher. This means that they have dedicated their lives to what they teach. They&#39;ve been on this path for years and decades, and they know they&#39;ll be on it until they draw their last breath.
The thought of not teaching what they do would feel like a part of them dying.</p>

<p> <hr>
 <p>This work by <span>Marc Riese</span> is licensed under <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=chooser-v1" target="_blank" style="display:inline-block;" rel="nofollow noopener">CC BY-SA 4.0<img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg?ref=chooser-v1"><img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg?ref=chooser-v1"><img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg?ref=chooser-v1"></a></p></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://text.tchncs.de/marcr/how-to-spot-a-good-teacher</guid>
      <pubDate>Wed, 05 Jun 2024 21:43:48 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Reflections on Aikidō</title>
      <link>https://text.tchncs.de/marcr/reflections-on-aikido</link>
      <description>&lt;![CDATA[I&#39;ve just passed my Aikidō exam to 3rd Kyu.&#xA;&#xA;Aikidō, in case you don&#39;t know, is a traditional Japenese martial art with a strong focus on defensive manoeuvres. In aikidō there are many lever and throwing techniques, as well as various weapon techniques with the staff (jo) and sword (ken). However, there are not much punching or kicking techniques in the curriculum, as there are in other martial arts. But of course, in order to practice your techniques, you need a training partner (uke) to attack you.&#xA;&#xA;I&#39;ve been practising for over six years now (I started in my late 30s), with a few longer breaks in between due to the pandemic and a few other reasons. If I keep up with my current training schedule, I could probably achieve the 1st Dan (black belt) in 1.5 years. But that&#39;s not to brag, just want to give some context. I&#39;m still a long way from considering myself good, because there&#39;s still so incredibly much to learn and practice, even after all these years.&#xA;&#xA;The reason I&#39;m writing this text is because my attitude to this sport has changed considerably in the last year, and I think there are some lessons worth sharing that can be applied to other areas of life.&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Why I started Aikidō&#xA;&#xA;Over six years ago, I did not consider myself a fighter, let alone a martial artist. I&#39;d tried various sports over the years, but never dipped my toe into martial arts. When one of my former mentors asked me to give it a try.&#xA;&#xA;As I didn&#39;t know what to choose I checked out this list of martial arts and read about the differences, history and defining values of each, and my choice was to start with aikidō. I found a dojo nearby and signed up for a trial session.&#xA;&#xA;The first training session was completely overwhelming. I felt like I had to learn how to walk again. It was a whole new world of movement and details to pay attention to. It was much worse than my first dance lesson.&#xA;&#xA;After the first day it was clear to me that a week&#39;s trial training was not enough to judge whether or not this was a sport I wanted to continue. So I made an agreement with myself that I would train for at least six months and then re-evaluate if I wanted to stick with it or not.&#xA;&#xA;Aside from the fighting aspect, I quickly learnt that it is a sport that develops mobility and body control enormously. You have to move your body very precisely, especially for all the lever techniques. And the mobility was something that I sorely needed at the time, as it provided a good balance to my desk job.&#xA;&#xA;After half a year I saw the benefits of going regularly and I was actually having a lot of fun with the weapon techniques. So I decided to continue.&#xA;&#xA;Why I almost gave up&#xA;&#xA;There is a warm-up routine before each training session and one of the exercises is to do a forward roll from a standing position. You bend one arm forward with the fingers pointing towards you, so your upper body is curved, you bend down and then roll over your arm, your shoulder and your back and then stand up again.&#xA;If you want to know what it looks like, this technique is called Mae Ukemi and here is an example video.&#xA;&#xA;This is important to learn for aikidō because you will be throwing others and being thrown a lot. So part of the training is to learn how to fall correctly in order to avoid injury, and forward rolls are just a part of that.&#xA;&#xA;After many years of training, I still had trouble rolling over my right shoulder. The left side worked fine, but the right just didn&#39;t. Either I&#39;d fall on my side, or I&#39;d lose my balance and stumbled, or I&#39;d bang my shoulder on the floor. Repeatedly. So I would regularly get shoulder joint contusions that would hurt for weeks and impede my training.&#xA;&#xA;One of the consequences of all this shoulder pain was that, over time, it caused emotional resistance to build up out of fear for more injuries. This led me to find excuses not to go to training or to go later and skip the warm-up. But I knew that wouldn&#39;t solve the problem, or even cause other problems in the end, especially since the forward roll is also required for more advanced techniques. Well, nowadays I know an avoidance tactic when I see one. (And my sensei saw it too and called me out on it.)&#xA;&#xA;So I went to the training and my sensei tried all he could. We tried a lot of different approaches, and he taught a lot of details to look out for, but I was stuck on that particular plateau.&#xA;Hearing him say, that aikidō only really starts to be fun when the fear of falling turns into the joy of flying, didn&#39;t make it any easier. Even though I wanted to believe it. ;-)&#xA;&#xA;A year ago we got some new dojo members who also had their problems with the forward rolls and falling exercises as beginners.&#xA;&#xA;Then my sensei had an idea and tried something different. He put cushions on the floor and said we should try to do the forward roll over the cushions without touching them. In my mind this immediately made the exercise more difficult as there was now an additional obstacle. Didn&#39;t I have enough trouble on my own?&#xA;&#xA;But the funny thing is that it ended up being easier. Because now I had to bend my torso further forward and use a bit more speed. That automatically made me change my posture and my movement a bit. And now the forward rolls were working. Left and right. Well, still not as good on the right side as I wanted it to be, but I was finally experiencing a change in my body movement. I got through that wall and felt like I was making progress after years of being stuck in this exercise. It was such a relief!&#xA;&#xA;After that, I also met with others and took extra time to practice this more deeply, where I finally found out what my initial mistake was. (I needed to push my arm away from the floor more to keep it from folding.)&#xA;&#xA;So, the first lesson here is that if you&#39;ve been stuck on something for a long time and you&#39;ve tried everything you can think of, keep trying, but also try to get a different perspective. Try something new. Try to look at it from a different angle. You don&#39;t know what or when, but in the end, I promise you, you will get out of that place where you&#39;ve been stuck for so long.&#xA;&#xA;And don&#39;t let any fear stop you from trying again. And again. And again.&#xA;&#xA;The path to mastery&#xA;&#xA;Now coming back to my changed attitude to aikidō. I said that my initial motivation was the benefit of mobility and body control. While still helpful, this is no longer my main motivation.&#xA;&#xA;Seeing my sensei achieving his 6th Dan after 32 years of Aikidō left me thinking. This is a level of dedication that not many people pursue. But this level of dedication over such a long time is necessary to become really, really good at something. To become a master. And still wanting to get better and keep on learning.&#xA;&#xA;This year I&#39;ve passed two exams, 4th Kyu in the spring and 3rd Kyu today. Each time, the exam was preceded by 2-3 months of intensive training. Including extra training outside the official training times, because there was so much to practice. And to experience that the training has paid off in the end is a great sense of achievement.&#xA;&#xA;This is the absolute opposite of today&#39;s dopamine-addicted world, where instant gratification is all that counts.&#xA;&#xA;It is not my goal to surpass my teacher in the next 30 years. I simply started too late for that. But I am slowly getting a taste of what it means to walk this path.&#xA;&#xA;And I&#39;m asking myself the question: What do I want to master in this life?&#xA;&#xA;There are several paths I have taken in the past besides aikidō, such as making music, software engineering or personal development, for example. Some of them for more than three decades now.&#xA;&#xA;Which paths have you taken? Was it a conscious decision or did it just happen? Or worse, did someone else choose your path? Do you need to stop some paths in order to focus more on others?&#xA;&#xA;These are important questions, and your path doesn&#39;t necessarily have to become your profession. Another important part of being a master is teaching. One way to find out if you are on a path to mastery is to realise if you are already teaching others.&#xA;&#xA;To sum it up, my motivation changed to staying on the path of aikidō for the sole purpose of being on this path. Without knowing where it will lead me.&#xA;&#xA; hr&#xD;&#xA; p xmlns:cc=&#34;http://creativecommons.org/ns#&#34; This work by span property=&#34;cc:attributionName&#34;Marc Riese/span is licensed under a href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=chooser-v1&#34; target=&#34;_blank&#34; rel=&#34;license noopener noreferrer&#34; style=&#34;display:inline-block;&#34;CC BY-SA 4.0img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg?ref=chooser-v1&#34;img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg?ref=chooser-v1&#34;img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg?ref=chooser-v1&#34;/a/p ]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>I&#39;ve just passed my Aikidō exam to 3rd Kyu.</p>

<p>Aikidō, in case you don&#39;t know, is a traditional Japenese martial art with a strong focus on defensive manoeuvres. In aikidō there are many lever and throwing techniques, as well as various weapon techniques with the staff (jo) and sword (ken). However, there are not much punching or kicking techniques in the curriculum, as there are in other martial arts. But of course, in order to practice your techniques, you need a training partner (uke) to attack you.</p>

<p>I&#39;ve been practising for over six years now (I started in my late 30s), with a few longer breaks in between due to the pandemic and a few other reasons. If I keep up with my current training schedule, I could probably achieve the 1st Dan (black belt) in 1.5 years. But that&#39;s not to brag, just want to give some context. I&#39;m still a long way from considering myself good, because there&#39;s still so incredibly much to learn and practice, even after all these years.</p>

<p>The reason I&#39;m writing this text is because my attitude to this sport has changed considerably in the last year, and I think there are some lessons worth sharing that can be applied to other areas of life.
</p>

<h2 id="why-i-started-aikidō">Why I started Aikidō</h2>

<p>Over six years ago, I did not consider myself a fighter, let alone a martial artist. I&#39;d tried various sports over the years, but never dipped my toe into martial arts. When one of my former mentors asked me to give it a try.</p>

<p>As I didn&#39;t know what to choose I checked out this <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_martial_arts" rel="nofollow">list of martial arts</a> and read about the differences, history and defining values of each, and my choice was to start with aikidō. I found a dojo nearby and signed up for a trial session.</p>

<p>The first training session was completely overwhelming. I felt like I had to learn how to walk again. It was a whole new world of movement and details to pay attention to. It was much worse than my first dance lesson.</p>

<p>After the first day it was clear to me that a week&#39;s trial training was not enough to judge whether or not this was a sport I wanted to continue. So I made an agreement with myself that I would train for at least six months and then re-evaluate if I wanted to stick with it or not.</p>

<p>Aside from the fighting aspect, I quickly learnt that it is a sport that develops mobility and body control enormously. You have to move your body very precisely, especially for all the lever techniques. And the mobility was something that I sorely needed at the time, as it provided a good balance to my desk job.</p>

<p>After half a year I saw the benefits of going regularly and I was actually having a lot of fun with the weapon techniques. So I decided to continue.</p>

<h2 id="why-i-almost-gave-up">Why I almost gave up</h2>

<p>There is a warm-up routine before each training session and one of the exercises is to do a forward roll from a standing position. You bend one arm forward with the fingers pointing towards you, so your upper body is curved, you bend down and then roll over your arm, your shoulder and your back and then stand up again.
If you want to know what it looks like, this technique is called Mae Ukemi and <a href="https://yewtu.be/watch?v=4Gd9p_u2PrY" rel="nofollow">here is an example video</a>.</p>

<p>This is important to learn for aikidō because you will be throwing others and being thrown a lot. So part of the training is to learn how to fall correctly in order to avoid injury, and forward rolls are just a part of that.</p>

<p>After many years of training, I still had trouble rolling over my right shoulder. The left side worked fine, but the right just didn&#39;t. Either I&#39;d fall on my side, or I&#39;d lose my balance and stumbled, or I&#39;d bang my shoulder on the floor. Repeatedly. So I would regularly get shoulder joint contusions that would hurt for weeks and impede my training.</p>

<p>One of the consequences of all this shoulder pain was that, over time, it caused emotional resistance to build up out of fear for more injuries. This led me to find excuses not to go to training or to go later and skip the warm-up. But I knew that wouldn&#39;t solve the problem, or even cause other problems in the end, especially since the forward roll is also required for more advanced techniques. Well, nowadays I know an avoidance tactic when I see one. (And my sensei saw it too and called me out on it.)</p>

<p>So I went to the training and my sensei tried all he could. We tried a lot of different approaches, and he taught a lot of details to look out for, but I was stuck on that particular plateau.
Hearing him say, that aikidō only really starts to be fun when the fear of falling turns into the joy of flying, didn&#39;t make it any easier. Even though I wanted to believe it. ;–)</p>

<p>A year ago we got some new dojo members who also had their problems with the forward rolls and falling exercises as beginners.</p>

<p>Then my sensei had an idea and tried something different. He put cushions on the floor and said we should try to do the forward roll over the cushions without touching them. In my mind this immediately made the exercise more difficult as there was now an additional obstacle. Didn&#39;t I have enough trouble on my own?</p>

<p>But the funny thing is that it ended up being easier. Because now I had to bend my torso further forward and use a bit more speed. That automatically made me change my posture and my movement a bit. And now the forward rolls were working. Left and right. Well, still not as good on the right side as I wanted it to be, but I was finally experiencing a change in my body movement. I got through that wall and felt like I was making progress after years of being stuck in this exercise. It was such a relief!</p>

<p>After that, I also met with others and took extra time to practice this more deeply, where I finally found out what my initial mistake was. (I needed to push my arm away from the floor more to keep it from folding.)</p>

<p>So, the first lesson here is that if you&#39;ve been stuck on something for a long time and you&#39;ve tried everything you can think of, keep trying, but also try to get a different perspective. Try something new. Try to look at it from a different angle. You don&#39;t know what or when, but in the end, I promise you, you will get out of that place where you&#39;ve been stuck for so long.</p>

<p>And don&#39;t let any fear stop you from trying again. And again. And again.</p>

<h2 id="the-path-to-mastery">The path to mastery</h2>

<p>Now coming back to my changed attitude to aikidō. I said that my initial motivation was the benefit of mobility and body control. While still helpful, this is no longer my main motivation.</p>

<p>Seeing my sensei achieving his 6th Dan after 32 years of Aikidō left me thinking. This is a level of dedication that not many people pursue. But this level of dedication over such a long time is necessary to become really, really good at something. To become a master. And still wanting to get better and keep on learning.</p>

<p>This year I&#39;ve passed two exams, 4th Kyu in the spring and 3rd Kyu today. Each time, the exam was preceded by 2-3 months of intensive training. Including extra training outside the official training times, because there was so much to practice. And to experience that the training has paid off in the end is a great sense of achievement.</p>

<p>This is the absolute opposite of today&#39;s dopamine-addicted world, where instant gratification is all that counts.</p>

<p>It is not my goal to surpass my teacher in the next 30 years. I simply started too late for that. But I am slowly getting a taste of what it means to walk this path.</p>

<p>And I&#39;m asking myself the question: What do I want to master in this life?</p>

<p>There are several paths I have taken in the past besides aikidō, such as making music, software engineering or personal development, for example. Some of them for more than three decades now.</p>

<p>Which paths have you taken? Was it a conscious decision or did it just happen? Or worse, did someone else choose your path? Do you need to stop some paths in order to focus more on others?</p>

<p>These are important questions, and your path doesn&#39;t necessarily have to become your profession. Another important part of being a master is teaching. One way to find out if you are on a path to mastery is to realise if you are already teaching others.</p>

<p>To sum it up, my motivation changed to staying on the path of aikidō for the sole purpose of being on this path. Without knowing where it will lead me.</p>

<p> <hr>
 <p>This work by <span>Marc Riese</span> is licensed under <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=chooser-v1" target="_blank" style="display:inline-block;" rel="nofollow noopener">CC BY-SA 4.0<img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg?ref=chooser-v1"><img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg?ref=chooser-v1"><img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg?ref=chooser-v1"></a></p></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://text.tchncs.de/marcr/reflections-on-aikido</guid>
      <pubDate>Sun, 10 Dec 2023 23:56:02 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Prologue - The sacrifice of the dragons</title>
      <link>https://text.tchncs.de/marcr/prologue-the-sacrifice-of-the-dragons</link>
      <description>&lt;![CDATA[The water dragon flew over the lands at a great height. She saw the burning forests, the villages destroyed by storms, or torn apart by earthquakes, and the tides that ravaged the coasts.&#xA;&#xA;She felt the pain and misery of the living beings trying to fend off the force of the elements. And she wept three bitter tears that fell to the ground. One for the dragons who desperately tried to preserve the balance. One for the Aqualis, the sea people who were so dear to her. And one for the humans who fought so bravely to survive, but had no grasp of the elements.&#xA;&#xA;The dragon approached her destination and landed at the foot of Whiteheart Mountain. Three more dragons and the core elementals were already waiting there. A small group of humans was standing a bit apart.&#xA;!--more--&#xA;&#34;Let&#39;s not waste any more time. Are you ready?&#34; the water dragon asked.&#xA;&#xA;The other dragons nodded and stood in a circle. The core elementals formed a smaller circle in the middle. They were the elements taken form, the pure essence of all matter.&#xA;&#xA;Now the dragon looked at the humans.&#xA;&#xA;&#34;Our pact stands. We need four of you as a non-elemental focus. And the pledge to support our progeny. Your sacrifices will not be in vain, for there will be a safer future for all.&#34;&#xA;&#xA;An elderly man in a hooded robe took a step forward and replied to the dragon.&#xA;&#xA;&#34;We pledge our lives to your descendants. And we have chosen four of us to be a part of this ritual.&#34;&#xA;&#xA;Then four people, two men and two women, left the group and gathered in the middle of the two circles.&#xA;&#xA;The earth core elemental asked the dragons, &#34;Are you really sure you want to do this? With our combined powers, we may be able to seal the borders of the elemental planes and end this chaos, but you will not be able to return here afterwards.&#34;&#xA;&#xA;&#34;We know the consequences and we have no other choice. It&#39;s the only way to restore balance,&#34; the water dragon said.&#xA;&#xA;The elemental made a movement that looked like a nod. &#34;So be it.&#34;&#xA;&#xA;A sphere of blue light formed around the circle of dragons, the elementals and the four humans. They slowly lifted off the ground and began to float upwards as if gravity no longer existed. The dragons spread their wings and the elementals in the middle began to spin in circles, faster and faster.&#xA;&#xA;Beams of light, like frozen lightning slowly broke free from the sphere of light and began to radiate in all directions, up into the sky and down to the earth. They wafted back and forth on the surface of the sphere, getting brighter and faster. Between the four humans, threads of yellow light seemed to connect everyone.&#xA;&#xA;&#34;Now!&#34; shouted the water dragon, &#34;unite your powers and seal the plane of your essence.&#34;&#xA;&#xA;The core elementals moved towards the dragons and they became one. A deafening sound emanated from the sphere of light as the four dragons roared in unison. The sphere flashed with a blinding light and disappeared with the dragons and humans.&#xA;&#xA;And then there was silence.&#xA;&#xA;The forest fires weakened and subsided. The storms became a breath of wind. The earthquakes ceased to shake the land. And the floods receded.&#xA;&#xA;The remaining humans rejoiced in their success and mourned the loss of their friends as they witnessed the beginning of the Age of Order and became the first Temple Shamans.&#xA;&#xA;The view of the humans and Whiteheart Mountain blurred and faded into a memory of a distant past, leaving only a large crystal ball held by two hands at its sides. A voice, belonging to those hands, murmured to itself.&#xA;&#xA;&#34;Thousands of years ago, you believed that you could control and contain the forces of nature. Aided by traitors within your own ranks. Though I must admit that you were successful, your time will soon come to an end. You have called yourselves Dragon Gods ever since, but you fools never understood that these forces cannot be stopped, only diverted. It is time for you to finally accept the inevitable.&#34;&#xA;&#xA;The voice took its hands off the sphere and vanished into the darkness.&#xA;&#xA; hr&#xD;&#xA; p xmlns:cc=&#34;http://creativecommons.org/ns#&#34; This work by span property=&#34;cc:attributionName&#34;Marc Riese/span is licensed under a href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=chooser-v1&#34; target=&#34;_blank&#34; rel=&#34;license noopener noreferrer&#34; style=&#34;display:inline-block;&#34;CC BY-SA 4.0img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg?ref=chooser-v1&#34;img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg?ref=chooser-v1&#34;img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg?ref=chooser-v1&#34;/a/p ]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><em>The water dragon flew over the lands at a great height. She saw the burning forests, the villages destroyed by storms, or torn apart by earthquakes, and the tides that ravaged the coasts.</em></p>

<p><em>She felt the pain and misery of the living beings trying to fend off the force of the elements. And she wept three bitter tears that fell to the ground. One for the dragons who desperately tried to preserve the balance. One for the Aqualis, the sea people who were so dear to her. And one for the humans who fought so bravely to survive, but had no grasp of the elements.</em></p>

<p><em>The dragon approached her destination and landed at the foot of Whiteheart Mountain. Three more dragons and the core elementals were already waiting there. A small group of humans was standing a bit apart.</em>

<em>“Let&#39;s not waste any more time. Are you ready?” the water dragon asked.</em></p>

<p><em>The other dragons nodded and stood in a circle. The core elementals formed a smaller circle in the middle. They were the elements taken form, the pure essence of all matter.</em></p>

<p><em>Now the dragon looked at the humans.</em></p>

<p><em>“Our pact stands. We need four of you as a non-elemental focus. And the pledge to support our progeny. Your sacrifices will not be in vain, for there will be a safer future for all.”</em></p>

<p><em>An elderly man in a hooded robe took a step forward and replied to the dragon.</em></p>

<p><em>“We pledge our lives to your descendants. And we have chosen four of us to be a part of this ritual.”</em></p>

<p><em>Then four people, two men and two women, left the group and gathered in the middle of the two circles.</em></p>

<p><em>The earth core elemental asked the dragons, “Are you really sure you want to do this? With our combined powers, we may be able to seal the borders of the elemental planes and end this chaos, but you will not be able to return here afterwards.”</em></p>

<p><em>“We know the consequences and we have no other choice. It&#39;s the only way to restore balance,” the water dragon said.</em></p>

<p><em>The elemental made a movement that looked like a nod. “So be it.”</em></p>

<p><em>A sphere of blue light formed around the circle of dragons, the elementals and the four humans. They slowly lifted off the ground and began to float upwards as if gravity no longer existed. The dragons spread their wings and the elementals in the middle began to spin in circles, faster and faster.</em></p>

<p><em>Beams of light, like frozen lightning slowly broke free from the sphere of light and began to radiate in all directions, up into the sky and down to the earth. They wafted back and forth on the surface of the sphere, getting brighter and faster. Between the four humans, threads of yellow light seemed to connect everyone.</em></p>

<p><em>“Now!” shouted the water dragon, “unite your powers and seal the plane of your essence.”</em></p>

<p><em>The core elementals moved towards the dragons and they became one. A deafening sound emanated from the sphere of light as the four dragons roared in unison. The sphere flashed with a blinding light and disappeared with the dragons and humans.</em></p>

<p><em>And then there was silence.</em></p>

<p><em>The forest fires weakened and subsided. The storms became a breath of wind. The earthquakes ceased to shake the land. And the floods receded.</em></p>

<p><em>The remaining humans rejoiced in their success and mourned the loss of their friends as they witnessed the beginning of the Age of Order and became the first Temple Shamans.</em></p>

<p>The view of the humans and Whiteheart Mountain blurred and faded into a memory of a distant past, leaving only a large crystal ball held by two hands at its sides. A voice, belonging to those hands, murmured to itself.</p>

<p>“Thousands of years ago, you believed that you could control and contain the forces of nature. Aided by traitors within your own ranks. Though I must admit that you were successful, your time will soon come to an end. You have called yourselves Dragon Gods ever since, but you fools never understood that these forces cannot be stopped, only diverted. It is time for you to finally accept the inevitable.”</p>

<p>The voice took its hands off the sphere and vanished into the darkness.</p>

<p> <hr>
 <p>This work by <span>Marc Riese</span> is licensed under <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=chooser-v1" target="_blank" style="display:inline-block;" rel="nofollow noopener">CC BY-SA 4.0<img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg?ref=chooser-v1"><img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg?ref=chooser-v1"><img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg?ref=chooser-v1"></a></p></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://text.tchncs.de/marcr/prologue-the-sacrifice-of-the-dragons</guid>
      <pubDate>Thu, 07 Sep 2023 20:56:58 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Der innere Kritiker - Wie man einen Gegner in einen Freund verwandelt</title>
      <link>https://text.tchncs.de/marcr/der-innere-kritiker-wie-man-einen-gegner-in-einen-freund-verwandelt</link>
      <description>&lt;![CDATA[(An english version of this text can be found here )&#xA;&#xA;In diesem Artikel möchte ich einen Blick darauf werfen, was der innere Kritiker ist, was ihn so mächtig macht und wie wir ihm diese Macht wieder nehmen können, um ein zufriedeneres und freieres Leben zu führen, in dem wir weniger gegen uns selbst kämpfen. Wir sehen uns die Zusammenhänge zwischen dem Kritiker, unseren Glaubenssätzen und unseren Ängsten an. Am Ende gibt es ein paar Beispiele, wie das Gelernte auch im Alltag integriert werden kann.&#xA;&#xA;Dieser Text richtet sich sowohl an Anfänger als auch an Fortgeschrittene, da ich glaube, dass einige der Details nicht allgemein bekannt sind. Andererseits ist dies nur ein Artikel und kein Buch, so dass ich hier nur an der Oberfläche kratzen kann. Und mein Ziel ist es hier auch eher, eine pragmatische Anleitung zu schreiben, die nur das nötigste Minimum an Theorie enthält, um die Konzepte zu verdeutlichen.&#xA;&#xA;Wenn es Fragen zum Text gibt, weil ich mich vielleicht irgendwo unklar ausgedrückt habe, oder bei anderem Feedback, kann man mich über Mastodon kontaktieren. Bei Bedarf stehen auch sicherere Formen der Kommunikation zur Verfügung.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Was ist der innere Kritiker?&#xA;&#xA;Selbstzweifel, Hochstapler-Syndrom, Perfektionismus und sogar Narzissmus oder ähnliche Verhaltensweisen haben einen gemeinsamen Nenner, nämlich das eigene Selbstwertgefühl. Und einer der Gründe für ein geringes Selbstwertgefühl ist ein starker innerer Kritiker und umgekehrt.&#xA;&#xA;Der innere Kritiker ist ein psychologisches Konzept oder ein Modell, das einen Teil der Persönlichkeit beschreibt, der uns in unterschiedlichem Ausmaß kritisiert. Wie alle Modelle ist auch dieses nur eine Annäherung an die Realität, aber es hilft dabei, sie besser zu verstehen.&#xA;&#xA;In seiner schlimmsten und pathologischsten Form ist der innere Kritiker darauf aus, dich anzugreifen und zu erniedrigen. Es ist die kleine Stimme in deinem Kopf, die dir all die schlechten Dinge über dich sagt, wie &#34;Du bist nicht gut genug&#34;, &#34;Das kannst du nicht&#34;, &#34;Du bist es nicht wert&#34;, &#34;Das hast Du nicht verdient&#34; und so weiter.&#xA;Im besten Fall kann er aber auch zu einem Freund und Berater werden und dir konstruktive Ratschläge geben, zum Beispiel worauf du hättest achten sollen oder was du hättest besser machen können, ohne dich dabei zu erniedrigen.&#xA;&#xA;Eigentlich ist der innere Kritiker in seiner ursprünglichen Form nichts anderes als ein Schutzmechanismus. Wenn man das mal evolutionshistorisch betrachtet, und davon ausgeht, dass der Mensch in Gruppen eine größere Überlebenschance hatte, dann ist der innere Kritiker ein Mechanismus, der einem hilft, sich in eine Gruppe einzufügen und in dieser Gemeinschaft zu bleiben. Außerdem soll er uns davon abhalten, neue und möglicherweise gefährliche Dinge auszuprobieren, oder Risiken und Fehler zu vermeiden und so weiter.&#xA;&#xA;Aufgrund negativer Kindheitserfahrungen oder durch die Aneignung negativer Glaubenssätze kann der innere Kritiker jedoch zu einem erbitterten Feind werden und uns das Leben zur Hölle machen. Was dich in der Vergangenheit beschützt hat, ist jetzt zu einem großen Hindernis für dein Glück geworden.&#xA;&#xA;Ich möchte hier nicht auf die Einzelheiten negativer Kindheitserfahrungen eingehen, da dies den Rahmen dieses Artikels komplett sprengen würde, auch wenn es helfen kann zu verstehen, wie der Kritiker entstanden ist.&#xA;Stattdessen möchte ich ein paar Worte zu diesen negativen Glaubenssätzen sagen.&#xA;&#xA;Was sind negative Glaubenssätze?&#xA;&#xA;Glaubenssätze sind innere Überzeugungen, die tief in unserem Unterbewusstsein verankert sind, und die wir ohne sie zu hinterfragen als 100% wahr annehmen. Wir sind uns diesen in der Regel nicht bewusst, bis wir anfangen, sie wirklich zu überprüfen. Einige lassen sich leicht auflösen, wenn wir sie erst einmal erkannt haben, weil sie schlicht und ergreifend falsch sind. Es kann aber auch Jahre dauern, bis wir sie ans Tageslicht gebracht haben und sie entweder auflösen, oder negative Glaubenssätze durch positive ersetzen können.&#xA;&#xA;Negative Glaubenssätze haben einige charakteristische Merkmale in der Art und Weise, wie sie formuliert werden. Und genau daran kann man sie erkennen. Einige Glaubenssätze verallgemeinern, übertreiben und sind in ihrer Aussage absolut, wobei hier zum Beispiel Worte wie &#34;immer&#34; oder &#34;nie&#34; verwendet werden.&#xA;Einige Beispiele:&#xA;Niemand mag mich.&#xA;Die ganze Welt ist gegen mich.&#xA;Ich habe immer Pech.&#xA;&#xA;Die meisten Glaubenssätze beziehen sich auch auf die eigene Person und beginnen mit &#34;Ich bin ...&#34; oder ähnlichem:&#xA;Ich werde nie einen Partner finden.&#xA;Ich bin nie gut genug.&#xA;Ich bin ein Verlierer.&#xA;&#xA;Andere Glaubenssätze verwenden das Wenn-dann-Muster oder nennen Bedingungen, die erfüllt werden müssen:&#xA;Wenn ich einen neuen Job finde, dann werde ich glücklich sein.&#xA;Wenn ich einen neuen Partner finde, dann werde ich glücklich sein.&#xA;Ich muss erst ... lernen, bevor ich ... tun kann.&#xA;&#xA;Diese bedingten Glaubenssätze mögen zunächst nicht schlecht klingen, aber in Wirklichkeit sind sie nichts anderes als eine Falle, denn sie lassen uns glauben, dass das Gegenteil wahr ist, bis die Bedingung erfüllt ist. Vielleicht auch nicht einmal dann. So könnte das erstgenannte Beispiel dazu führen, dass du glaubst, keine Chance darauf zu haben glücklich zu sein, bis du einen neuen Job bekommst. Diese äußeren Bedingungen können auch ganz andere abstrakte Gründe sein.&#xA;&#xA;Das war nur eine kurze Einführung in die Glaubenssätze, es gibt viele weitere Beispiele im Internet. Und falls du Glaubenssätze liest, die bei dir irgendwie eine Resonanz auslösen oder eine emotionale Reaktion hervorrufen, dann ist das der erste Hinweis darauf, hier einmal genauer hinzusehen und zu versuchen, diesen Glaubenssatz zu hinterfragen. Überprüfe den Glaubenssatz auf seinen Wahrheitsgehalt, suche nach Gegenbeispielen oder bitte andere um eine zweite Meinung. Vor allem dann, wenn der Unterschied zwischen dem, wie du dich selbst siehst, und dem, wie andere dich sehen, sehr groß ist, kann es sehr hilfreich sein, ein ehrliches Feedback zu bekommen.&#xA;&#xA;Aber der wichtigste Punkt ist:&#xA;&#xA;Der innere Kritiker wird deine negativen Glaubenssätze gegen dich verwenden!&#xA;&#xA;Und wenn du anfängst, an deinen Glaubenssätzen zu arbeiten, dann wirst du ihm langsam die Munition wegnehmen.&#xA;&#xA;Wenn du zum Beispiel die Überzeugung hast &#39;Ich bin nicht gut genug&#39;, dann wird dein innerer Kritiker dir sagen &#39;Du bist nicht gut genug&#39; und dich dort treffen, wo es weh tut, denn er kennt all deine Schwachstellen.&#xA;&#xA;Glaubenssätze sind nicht immer nur eine innere Stimme oder ein Gedanke. Manchmal sprechen wir sie sogar laut zu anderen Menschen aus.&#xA;Stell dir vor, dein Chef bietet dir eine Position mit mehr Verantwortung an, aber du lehnst ab, weil du denkst, dass du nicht gut genug bist. Offensichtlich hat dein Chef aber eine andere Meinung von dir, sonst hätte er dir das Angebot nicht gemacht.&#xA;&#xA;Es ist daher hilfreich, nicht nur auf die eigenen Gedanken, sondern auch auf die Sprache zu achten, um Glaubenssätze zu erkennen, die auf den oben genannten Mustern basieren. Dies ist wichtig für den Umgang mit jeder Form des inneren Kritikers.&#xA;&#xA;Wie kann ich meinen inneren Kritiker besiegen?&#xA;&#xA;Ist dein innerer Kritiker einer von der allerschlimmsten Sorte, der dir ständig die Hölle heiß macht, und du versuchst ihn zu bekämpfen so gut du kannst, während du in Selbstzweifeln ertrinkst, und dann fragst du dich, wie zum Teufel du ihn endlich besiegen kannst?&#xA;Du kannst ihn nicht besiegen. Punkt. Das ist wichtig zu erkennen und zu akzeptieren.&#xA;&#xA;Du musst aufhören, ihn zu bekämpfen, denn das ist sein Spiel. Und obendrein noch ein Spiel mit gezinkten Karten.&#xA;Er will, dass du gegen ihn kämpfst, denn das macht ihn stärker. Er will deine alleinige Aufmerksamkeit, deinen Fokus und deine Energie. Er labt sich an deinem Leid und deiner Verzweiflung. Er wird alles tun, damit du so oft wie möglich scheitern wirst. Er will, dass du aufgibst. Und sein größtes Ziel ist es, dich zu zerstören. &#xA;&#xA;Und doch ist er letztendlich ein Teil von dir. Wenn du ihn bekämpfst, bekämpfst du einen Teil von dir selbst. Und wenn du gegen dich selbst kämpfst, wer glaubst du, wird am Ende gewinnen?&#xA;&#xA;Du fragst dich jetzt vielleicht, welche anderen Möglichkeiten du hast? Wenn ich ihn nicht bekämpfen kann, kann ich ihn dann nicht einfach ignorieren und nicht auf sein Gift hören?&#xA;Das ist immer noch besser, als zu kämpfen, aber auf Dauer wird das nicht funktionieren. Er wird andere Wege finden, dir das Leben schwer zu machen, weil er deine Aufmerksamkeit will. Denke auch daran, dass er dich im Grunde immer noch beschützen will, aber etwas hat ihn damals sehr verletzt und dann hat er den destruktiven Weg der Sith gewählt und sich auf die dunkle Seite geschlagen.&#xA;Das Beste ist, ihm zuzuhören und ihm dann etwas wie das folgende zu sagen:&#xA;&#xA;&#34;Danke, dass du mir deine Meinung gesagt hast, lieber Kritiker. Ich höre, was du sagst, aber ich glaube es nicht. Ich liebe mich selbst.&#34;&#xA;&#xA;Wenn diese letzten vier Worte dich getroffen haben und du denkst, dass du das nicht sagen kannst, weil du das Gefühl hast, dass du es selber nicht glauben kannst, dann ist das auch in Ordnung. Mit der Zeit wird dir das besser gelingen. Du kannst den letzten Teil auch so ändern, das du es leichter glauben kannst, wie &#34;Ich bin gut so, wie ich bin&#34; oder etwas Ähnliches, das sich für dich richtig anfühlt. Versuche einfach, mit einer positiven Note zu enden, die dich aufmuntert. Aber das ist trotzdem noch optional.&#xA;Wichtig ist, dass du dem Kritiker aktiv zuhörst, ihm deine Aufmerksamkeit schenkst und ihm dann klar machst, dass du seinen Unsinn nicht glaubst. Sprenge die Ketten des blinden Vertrauens in deine Gedanken. Du bist nicht die Worte deines inneren Kritikers.&#xA;&#xA;Angst vor Ablehnung&#xA;&#xA;Dies ist wahrscheinlich eine der am häufigsten vorkommende Ängste der meisten Menschen. Wir machen uns oft Gedanken darüber, wie andere Menschen uns, unsere Arbeit oder unsere Kunst bewerten oder beurteilen könnten, vor allem, wenn wir unser ganzes Herzblut hineingesteckt haben. Die Angst, dass unsere Arbeit nicht gemocht wird, wird gleichgesetzt mit der Angst, als Person nicht gemocht zu werden. Die Angst vor dem Versagen geht in die gleiche Richtung.&#xA;&#xA;Aber es gibt einen Unterschied zwischen gemocht werden und Lob bekommen.&#xA;Wir werden für etwas gelobt, das wir getan haben. Ein typischer Satz für ein Lob ist: &#34;Das hast du gut gemacht&#34;.&#xA;Aber wir werden gemocht, weil wir so sind, wie wir sind. Der typische Satz ist: &#34;Es ist schön, dass du da bist.&#34;&#xA;Siehst du den Unterschied?&#xA;&#xA;In unserer Leistungsgesellschaft wird vielen Menschen von klein auf beigebracht, dass wir nur gemocht werden, wenn wir Leistung bringen. Und später als Erwachsene verwechseln wir Leistung mit Liebe. Das ist einer der Gründe, der dazu führt, dass manche Menschen geradewegs in den Burnout rennen.&#xA;Das führt uns zu einem weiteren negativen Glaubenssatz, den wir auflösen dürfen: &#34;Ich werde nur geliebt, wenn ich etwas leiste.&#34;&#xA;Es ist besser, dies durch etwas zu ersetzen wie: &#34;Ich werde so geliebt, wie ich bin.&#34;&#xA;Das ist leichter gesagt als getan, ich weiß, aber die Bewusstwerdung ist der erste Schritt.&#xA;&#xA;Um auf den inneren Kritiker zurückzukommen: Die Angst vor Ablehnung ist nicht wirklich die Angst, von anderen abgelehnt zu werden. Das ist nur eine Projektion, bei der wir unsere eigenen Eigenschaften auf andere Menschen übertragen. Die eigentliche Angst ist, dass wir uns vor dem fürchten, was unser innerer Kritiker mit uns macht, wenn jemandem nicht gefällt, was wir getan haben oder wenn wir eine Aufgabe nicht geschafft haben.&#xA;&#xA;Und das war wahrscheinlich der wichtigste Absatz in dem ganzen Artikel. Bitte lies ihn noch einmal.&#xA;&#xA;Nochmal im Klartext: Die Angst vor Ablehnung ist in Wirklichkeit die Angst vor der Selbstablehnung. Je mehr wir uns selber ablehnen und uns selber nicht akzeptieren, desto mehr fürchten wir die Ablehnung durch andere. Wir wissen, wozu unser innerer Kritiker fähig ist und wie er uns quälen kann, und unbewusst projizieren wir diese Fähigkeit auf andere. Das bedeutet auch, dass wir anderen Menschen Macht über uns geben, die sie nicht haben sollten.&#xA;&#xA;Der Ausweg&#xA;&#xA;OK, wir haben jetzt also ein bisschen Theorie gehabt und versucht, verschiedene Dinge zu betrachten und wie sie miteinander zusammenhängen. Aber es reicht nicht aus, nur darüber Bescheid zu wissen. Das Rationalisieren und Nachdenken über die eigenen Gefühle kann sogar ein Schutzmechanismus sein, weil es dich dadurch von ihnen fernhält.&#xA;Wenn man etwas zum Besseren verändern will, hilft es auch nicht, auf einen Bildschirm zu starren, sondern man muss etwas tun und Erfahrungen sammeln. &#xA;&#xA;Deshalb werde ich nun ein paar Dinge vorschlagen, die du tatsächlich tun kannst.&#xA;&#xA;Wie man ein Kompliment annimmt&#xA;&#xA;Bevor ich zu den umfangreicheren Übungen übergehe, erlaube ich mir eine kurze Bemerkung zu Komplimenten. Wenn dir ein schlimmer innerer Kritiker oder das Hochstapler-Syndrom nicht fremd sind, kennst du wahrscheinlich das folgende Verhaltensmuster von dir.&#xA;&#xA;Wenn dir jemand ein Kompliment oder Lob macht  und du dazu neigst, es herunterzuspielen, dann hör auf damit. Hör auf, Dinge zu sagen wie: &#34;Oh, das war doch nichts Besonderes.&#34; Hör auf, dich selbst herabzusetzen. Sag einfach &#34;Danke!&#34; und dann nimm das Lob an und freue Dich darüber. Glaube einfach mal, dass es stimmen könnte.&#xA;Wenn du ein Kompliment sofort erwiderst, lenkst du dich auch nur von dem Kompliment ab, das du erhalten hast, weil du dich damit unwohl fühlst. Du gibst es wortwörtlich zurück und nimmst es gar nicht erst an. Mach Komplimente, wenn du es willst und für passend hältst, aber nicht als Reaktion auf das Kompliment einer anderen Person.&#xA;&#xA;Dies ist eins der kleinen Dinge, die du sofort ändern kannst und die sich mit der Zeit definitiv positiv auf dein Selbstwertgefühl auswirken werden.&#xA;&#xA;Wie man einen Glaubenssatz finden kann&#xA;&#xA;Die folgende und etwas meditative Übung ist auch für Anfänger geeignet. Bitte lies sie dir vollständig durch, bevor du beginnst. Ich möchte dich einladen, einen deiner Glaubenssätze darüber zu finden, wie du dich selber siehst.&#xA;&#xA;Mach es dir bequem. Du kannst dies im Sitzen oder im Liegen tun. Schalte alle Ablenkungen (Handy, etc.) aus. Und nimm dir etwas Zeit. Die Übung kann nur 5 Minuten dauern, aber auch 30 Minuten oder länger. Mach dir keinen Stress. Wenn du möchtest, kannst du ruhige Musik auflegen. Alles, was dir hilft, dich zu entspannen, ist gut.&#xA;&#xA;Wenn du es dir bequem gemacht hast, schließe die Augen und beginne langsam und tief zu atmen, durch die Nase ein und durch den Mund aus. Und versuche, tief in den Bauch zu atmen, nicht in den Brustkorb.&#xA;Versuche dann, alle Teile deines Körpers zu erspüren. Wie fühlen sich deine Füße und Beine an? Wie geht es deinen Knien, deinen Oberschenkeln? Achte eine Weile auf sie und bewege deine Aufmerksamkeit durch den ganzen Körper, von den Zehen bis zum Kopf. Einfach nur beobachten und wahrnehmen. Du musst währenddessen nichts verändern.&#xA;&#xA;Lege dann eine Hand auf den Bauch und stelle dir die folgende Frage:&#xA;&#34;Wie sehe ich mich selber in meinem tiefsten Inneren?&#34;&#xA;Wiederhole diese Frage von Zeit zu Zeit.&#xA;Versuche nicht, eine Antwort zu erzwingen oder zu erwarten, und versuche auch nicht, darüber nachzudenken. Wenn du dir immer wieder diese Frage stellst, wird dir dein Unterbewusstsein irgendwann eine Antwort geben. Frage einfach weiter.&#xA;Wenn du merkst, dass deine Gedanken abschweifen, dann ist das ok. Bleibe einfach entspannt, atme tief durch und lenke deine Aufmerksamkeit wieder auf das Wiederholen der Frage.&#xA;&#xA;Eine mögliche Antwort wird wahrscheinlich so beginnen: &#34;Ich bin ...&#34;&#xA;Und sie wird sich wie eine absolute Wahrheit anfühlen, obwohl du vielleicht schon weißt, dass es nicht so ist.&#xA;Wenn du keine Antwort bekommst und irgendwann aufhören möchtest, ist das in Ordnung. Vielleicht war es nicht der richtige Zeitpunkt, oder du warst gerade zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt. Versuche es einfach nochmal an einem anderen Tag. Verurteile dich nicht selbst, wenn es nicht klappt. Manchmal braucht es auch einfach etwas Übung.&#xA;&#xA;Und wenn du eine Antwort bekommen hast, und es war das erste Mal, dass du das erlebt hast, dann herzlichen Glückwunsch. Jetzt ist dir vielleicht ein bisher unbewusster Glaubenssatz bewusst geworden.&#xA;&#xA;Übungen zur Angst vor Ablehnung / Angst vor Versagen&#xA;&#xA;Die einzige Möglichkeit, mit der Angst umzugehen, ist sich ihr zu stellen. Du kannst nicht vor dir selbst davonlaufen, egal wie sehr und wie lange du es auch versuchst. Es ist besser, die eigenen Ängste als eine Art Wegweiser zu sehen, die dir freundlich den Weg zeigen.&#xA;&#xA;Und wenn eine deiner Ängste im Moment zu groß sind, um sich ihr zu stellen, und das vielleicht sogar zu einer Panikattacke führen könnte, atme durch und entspann dich. Mach kleinere Schritte, die in die gleiche Richtung gehen. Wenn du dich noch nicht bereit fühlst, vom Drei-Meter-Brett zu springen, dann spring erst ein paar Mal vom Ein-Meter-Brett und steigere dich von dort aus.&#xA;&#xA;Hier ist eine Liste mit einigen Ideen:&#xA;Gehe mit deinen Freunden in eine Karaoke-Bar und singe vor einem Publikum. Lass dabei den Alkohol weg, denn er unterdrückt die Dinge, die gefühlt werden wollen. Und hab Spaß dabei. :)&#xA;Probiere einmal Improvisationstheater aus.&#xA;Mache Fremden aufrichtige Komplimente.&#xA;&#x9;Nächste Stufe: Mache Fremden, die du attraktiv findest, aufrichtige Komplimente.&#xA;Für die Perfektionisten unter uns: Sende deine nächste E-Mail mit absichtlichen Tippfehlern. Oder versuche, absichtlich andere kleine Fehler zu machen und schau, was passiert. Traue dich, nur zu 90 % perfekt zu sein.&#xA;Versuche, mit deinem Chef über eine Gehaltserhöhung zu verhandeln, oder mit einem Kunden über dein Honorar. Selbst wenn es nicht klappt, hast du es zumindest versucht und dich der Möglichkeit einer Ablehnung ausgesetzt. Das ist etwas, worauf du stolz sein kannst.&#xA;Liegt ein Konflikt mit einer dir nahestehenden Person in der Luft? Gut, sprich ihn an und rede darüber.&#xA;&#xA;Ich glaube, du weißt, worauf ich hinaus will. Und ich bin mir sicher, dass du deine eigene Liste von Dingen aufstellen kannst, die du vielleicht aus Angst bisher vermieden hast.&#xA;Also, mach dir mal eine 10-Punkte Angstliste und überlege dir Schritte, wie du dich diesen Ängsten stellen kannst. Vielleicht eine pro Monat. Und sei stolz auf dich und feiere es, wenn du es geschafft hast!&#xA;&#xA;Ich mag den Ausdruck aus der Komfortzone herauskommen nicht, aber was tatsächlich passiert, wenn man das tut und sich seinen Ängsten stellt, ist dass man mehr Handlungsspielraum und ein größeres Gefühl der Freiheit bekommt.&#xA;Es geht mir hier nicht darum, jetzt unbedingt mit dem Fallschirm springen zu müssen, sondern sich im Alltag nicht selber ständig Ketten anzulegen und sich vom inneren Kritiker einschränken zu lassen.&#xA;&#xA;Fazit&#xA;&#xA;So, das war jetzt eine Menge komprimierter Inhalt, basierend auf über einem Jahrzehnt Erfahrung an Auseinandersetzung mit diesen Themen. Ich danke fürs Lesen und hoffe, dass du deinen inneren Kritiker jetzt mit etwas anderen Augen sehen kannst.&#xA;&#xA;Höre ihm weiter zu. Mit der Zeit wirst du vielleicht überrascht sein, wie sehr er sich verändert (weil du dich verändert hast), und manchmal erhältst du vielleicht sogar einen weisen Rat, für den du ihm dankbar sein kannst.&#xA;Es mag Rückschläge geben, bei denen er in alte Muster zurückfällt. Aber das ist normal und zu erwarten. Das kommt in den besten Beziehungen vor. Aber jetzt weißt du, wie du damit umgehen kannst.&#xA;&#xA;Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat und du möchtest, dass ich auf bestimmte Aspekte tiefer eingehe, lass es mich gerne wissen. Ich bin auch neugierig auf die Erfahrungen anderer Menschen mit ihrem inneren Kritiker, also teile bitte auch gerne deine Geschichte.&#xA;&#xA;Fußnoten:&#xA;: Wenn dir dies bekannt vorkommt, weil es eine gewisse Ähnlichkeit zu dem Teufel im Christentum aufweist, dann hast du eine der größten Projektionen der Menschheitsgeschichte erkannt. Allerdings ist der innere Kritiker hier nur ein Teil davon.&#xA;: Die Kultur des Lobens und der Anerkennung ist in verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich. Während die Amerikaner dazu neigen, alles sehr überschwänglich zu loben, wird in europäischen Ländern viel seltener gelobt. In Deutschland haben wir das Sprichwort: &#34;Nicht gemeckert ist Lob genug&#34;. Deine Erfahrungen können hier also unterschiedlich sein.&#xA;&#xA; hr&#xD;&#xA; p xmlns:cc=&#34;http://creativecommons.org/ns#&#34; This work by span property=&#34;cc:attributionName&#34;Marc Riese/span is licensed under a href=&#34;http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=chooser-v1&#34; target=&#34;_blank&#34; rel=&#34;license noopener noreferrer&#34; style=&#34;display:inline-block;&#34;CC BY-SA 4.0img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg?ref=chooser-v1&#34;img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg?ref=chooser-v1&#34;img style=&#34;height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;&#34; src=&#34;https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg?ref=chooser-v1&#34;/a/p ]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>(An english version of this text <a href="https://text.tchncs.de/marcr/the-inner-critic-how-to-turn-an-enemy-into-a-friend" rel="nofollow">can be found here</a> )</p>

<p>In diesem Artikel möchte ich einen Blick darauf werfen, was der innere Kritiker ist, was ihn so mächtig macht und wie wir ihm diese Macht wieder nehmen können, um ein zufriedeneres und freieres Leben zu führen, in dem wir weniger gegen uns selbst kämpfen. Wir sehen uns die Zusammenhänge zwischen dem Kritiker, unseren Glaubenssätzen und unseren Ängsten an. Am Ende gibt es ein paar Beispiele, wie das Gelernte auch im Alltag integriert werden kann.</p>

<p>Dieser Text richtet sich sowohl an Anfänger als auch an Fortgeschrittene, da ich glaube, dass einige der Details nicht allgemein bekannt sind. Andererseits ist dies nur ein Artikel und kein Buch, so dass ich hier nur an der Oberfläche kratzen kann. Und mein Ziel ist es hier auch eher, eine pragmatische Anleitung zu schreiben, die nur das nötigste Minimum an Theorie enthält, um die Konzepte zu verdeutlichen.</p>

<p>Wenn es Fragen zum Text gibt, weil ich mich vielleicht irgendwo unklar ausgedrückt habe, oder bei anderem Feedback, kann man mich <a href="https://social.tchncs.de/@marcr" rel="nofollow">über Mastodon</a> kontaktieren. Bei Bedarf stehen auch sicherere Formen der Kommunikation zur Verfügung.</p>



<h2 id="was-ist-der-innere-kritiker">Was ist der innere Kritiker?</h2>

<p>Selbstzweifel, Hochstapler-Syndrom, Perfektionismus und sogar Narzissmus oder ähnliche Verhaltensweisen haben einen gemeinsamen Nenner, nämlich das eigene Selbstwertgefühl. Und einer der Gründe für ein geringes Selbstwertgefühl ist ein starker innerer Kritiker und umgekehrt.</p>

<p>Der innere Kritiker ist ein psychologisches Konzept oder ein Modell, das einen Teil der Persönlichkeit beschreibt, der uns in unterschiedlichem Ausmaß kritisiert. Wie alle Modelle ist auch dieses nur eine Annäherung an die Realität, aber es hilft dabei, sie besser zu verstehen.</p>

<p>In seiner schlimmsten und pathologischsten Form ist der innere Kritiker darauf aus, dich anzugreifen und zu erniedrigen. Es ist die kleine Stimme in deinem Kopf, die dir all die schlechten Dinge über dich sagt, wie “Du bist nicht gut genug”, “Das kannst du nicht”, “Du bist es nicht wert”, “Das hast Du nicht verdient” und so weiter.
Im besten Fall kann er aber auch zu einem Freund und Berater werden und dir konstruktive Ratschläge geben, zum Beispiel worauf du hättest achten sollen oder was du hättest besser machen können, ohne dich dabei zu erniedrigen.</p>

<p>Eigentlich ist der innere Kritiker in seiner ursprünglichen Form nichts anderes als ein Schutzmechanismus. Wenn man das mal evolutionshistorisch betrachtet, und davon ausgeht, dass der Mensch in Gruppen eine größere Überlebenschance hatte, dann ist der innere Kritiker ein Mechanismus, der einem hilft, sich in eine Gruppe einzufügen und in dieser Gemeinschaft zu bleiben. Außerdem soll er uns davon abhalten, neue und möglicherweise gefährliche Dinge auszuprobieren, oder Risiken und Fehler zu vermeiden und so weiter.</p>

<p>Aufgrund negativer Kindheitserfahrungen oder durch die Aneignung negativer Glaubenssätze kann der innere Kritiker jedoch zu einem erbitterten Feind werden und uns das Leben zur Hölle machen. Was dich in der Vergangenheit beschützt hat, ist jetzt zu einem großen Hindernis für dein Glück geworden.</p>

<p>Ich möchte hier nicht auf die Einzelheiten negativer Kindheitserfahrungen eingehen, da dies den Rahmen dieses Artikels komplett sprengen würde, auch wenn es helfen kann zu verstehen, wie der Kritiker entstanden ist.
Stattdessen möchte ich ein paar Worte zu diesen negativen Glaubenssätzen sagen.</p>

<h2 id="was-sind-negative-glaubenssätze">Was sind negative Glaubenssätze?</h2>

<p>Glaubenssätze sind innere Überzeugungen, die tief in unserem Unterbewusstsein verankert sind, und die wir ohne sie zu hinterfragen als 100% wahr annehmen. Wir sind uns diesen in der Regel nicht bewusst, bis wir anfangen, sie wirklich zu überprüfen. Einige lassen sich leicht auflösen, wenn wir sie erst einmal erkannt haben, weil sie schlicht und ergreifend falsch sind. Es kann aber auch Jahre dauern, bis wir sie ans Tageslicht gebracht haben und sie entweder auflösen, oder negative Glaubenssätze durch positive ersetzen können.</p>

<p>Negative Glaubenssätze haben einige charakteristische Merkmale in der Art und Weise, wie sie formuliert werden. Und genau daran kann man sie erkennen. Einige Glaubenssätze verallgemeinern, übertreiben und sind in ihrer Aussage absolut, wobei hier zum Beispiel Worte wie “immer” oder “nie” verwendet werden.
Einige Beispiele:
– <em>Niemand mag mich.</em>
– <em>Die ganze Welt ist gegen mich.</em>
– <em>Ich habe immer Pech.</em></p>

<p>Die meisten Glaubenssätze beziehen sich auch auf die eigene Person und beginnen mit “Ich bin ...” oder ähnlichem:
– <em>Ich werde nie einen Partner finden.</em>
– <em>Ich bin nie gut genug.</em>
– <em>Ich bin ein Verlierer.</em></p>

<p>Andere Glaubenssätze verwenden das <em>Wenn-dann-Muster</em> oder nennen Bedingungen, die erfüllt werden müssen:
– <em>Wenn ich einen neuen Job finde, dann werde ich glücklich sein.</em>
– <em>Wenn ich einen neuen Partner finde, dann werde ich glücklich sein.</em>
– <em>Ich muss erst ... lernen, bevor ich ... tun kann.</em></p>

<p>Diese bedingten Glaubenssätze mögen zunächst nicht schlecht klingen, aber in Wirklichkeit sind sie nichts anderes als eine Falle, denn sie lassen uns glauben, dass das Gegenteil wahr ist, bis die Bedingung erfüllt ist. Vielleicht auch nicht einmal dann. So könnte das erstgenannte Beispiel dazu führen, dass du glaubst, keine Chance darauf zu haben glücklich zu sein, bis du einen neuen Job bekommst. Diese äußeren Bedingungen können auch ganz andere abstrakte Gründe sein.</p>

<p>Das war nur eine kurze Einführung in die Glaubenssätze, es gibt viele weitere Beispiele im Internet. Und falls du Glaubenssätze liest, die bei dir irgendwie eine Resonanz auslösen oder eine emotionale Reaktion hervorrufen, dann ist das der erste Hinweis darauf, hier einmal genauer hinzusehen und zu versuchen, diesen Glaubenssatz zu hinterfragen. Überprüfe den Glaubenssatz auf seinen Wahrheitsgehalt, suche nach Gegenbeispielen oder bitte andere um eine zweite Meinung. Vor allem dann, wenn der Unterschied zwischen dem, wie du dich selbst siehst, und dem, wie andere dich sehen, sehr groß ist, kann es sehr hilfreich sein, ein ehrliches Feedback zu bekommen.</p>

<p>Aber der wichtigste Punkt ist:</p>

<p><strong>Der innere Kritiker wird deine negativen Glaubenssätze gegen dich verwenden!</strong></p>

<p>Und wenn du anfängst, an deinen Glaubenssätzen zu arbeiten, dann wirst du ihm langsam die Munition wegnehmen.</p>

<p>Wenn du zum Beispiel die Überzeugung hast <em>&#39;Ich bin nicht gut genug&#39;</em>, dann wird dein innerer Kritiker dir sagen <em>&#39;Du bist nicht gut genug&#39;</em> und dich dort treffen, wo es weh tut, denn er kennt all deine Schwachstellen.</p>

<p>Glaubenssätze sind nicht immer nur eine innere Stimme oder ein Gedanke. Manchmal sprechen wir sie sogar laut zu anderen Menschen aus.
Stell dir vor, dein Chef bietet dir eine Position mit mehr Verantwortung an, aber du lehnst ab, weil du denkst, dass du nicht gut genug bist. Offensichtlich hat dein Chef aber eine andere Meinung von dir, sonst hätte er dir das Angebot nicht gemacht.</p>

<p>Es ist daher hilfreich, nicht nur auf die eigenen Gedanken, sondern auch auf die Sprache zu achten, um Glaubenssätze zu erkennen, die auf den oben genannten Mustern basieren. Dies ist wichtig für den Umgang mit jeder Form des inneren Kritikers.</p>

<h2 id="wie-kann-ich-meinen-inneren-kritiker-besiegen">Wie kann ich meinen inneren Kritiker besiegen?</h2>

<p>Ist dein innerer Kritiker einer von der allerschlimmsten Sorte, der dir ständig die Hölle heiß macht, und du versuchst ihn zu bekämpfen so gut du kannst, während du in Selbstzweifeln ertrinkst, und dann fragst du dich, wie zum Teufel du ihn endlich besiegen kannst?
Du kannst ihn nicht besiegen. Punkt. Das ist wichtig zu erkennen und zu akzeptieren.</p>

<p>Du musst aufhören, ihn zu bekämpfen, denn das ist sein Spiel. Und obendrein noch ein Spiel mit gezinkten Karten.
Er will, dass du gegen ihn kämpfst, denn das macht ihn stärker. Er will deine alleinige Aufmerksamkeit, deinen Fokus und deine Energie. Er labt sich an deinem Leid und deiner Verzweiflung. Er wird alles tun, damit du so oft wie möglich scheitern wirst. Er will, dass du aufgibst. Und sein größtes Ziel ist es, dich zu zerstören. [^1]</p>

<p>Und doch ist er letztendlich ein Teil von dir. Wenn du ihn bekämpfst, bekämpfst du einen Teil von dir selbst. Und wenn du gegen dich selbst kämpfst, wer glaubst du, wird am Ende gewinnen?</p>

<p>Du fragst dich jetzt vielleicht, welche anderen Möglichkeiten du hast? Wenn ich ihn nicht bekämpfen kann, kann ich ihn dann nicht einfach ignorieren und nicht auf sein Gift hören?
Das ist immer noch besser, als zu kämpfen, aber auf Dauer wird das nicht funktionieren. Er wird andere Wege finden, dir das Leben schwer zu machen, weil er deine Aufmerksamkeit will. Denke auch daran, dass er dich im Grunde immer noch beschützen will, aber etwas hat ihn damals sehr verletzt und dann hat er den destruktiven Weg der Sith gewählt und sich auf die dunkle Seite geschlagen.
Das Beste ist, ihm zuzuhören und ihm dann etwas wie das folgende zu sagen:</p>

<p><strong>“Danke, dass du mir deine Meinung gesagt hast, lieber Kritiker. Ich höre, was du sagst, aber ich glaube es nicht. Ich liebe mich selbst.”</strong></p>

<p>Wenn diese letzten vier Worte dich getroffen haben und du denkst, dass du das nicht sagen kannst, weil du das Gefühl hast, dass du es selber nicht glauben kannst, dann ist das auch in Ordnung. Mit der Zeit wird dir das besser gelingen. Du kannst den letzten Teil auch so ändern, das du es leichter glauben kannst, wie “Ich bin gut so, wie ich bin” oder etwas Ähnliches, das sich für dich richtig anfühlt. Versuche einfach, mit einer positiven Note zu enden, die dich aufmuntert. Aber das ist trotzdem noch optional.
Wichtig ist, dass du dem Kritiker aktiv zuhörst, ihm deine Aufmerksamkeit schenkst und ihm dann klar machst, dass du seinen Unsinn nicht glaubst. Sprenge die Ketten des blinden Vertrauens in deine Gedanken. <strong>Du bist nicht die Worte deines inneren Kritikers</strong>.</p>

<h2 id="angst-vor-ablehnung">Angst vor Ablehnung</h2>

<p>Dies ist wahrscheinlich eine der am häufigsten vorkommende Ängste der meisten Menschen. Wir machen uns oft Gedanken darüber, wie andere Menschen uns, unsere Arbeit oder unsere Kunst bewerten oder beurteilen könnten, vor allem, wenn wir unser ganzes Herzblut hineingesteckt haben. Die Angst, dass unsere Arbeit nicht gemocht wird, wird gleichgesetzt mit der Angst, als Person nicht gemocht zu werden. Die Angst vor dem Versagen geht in die gleiche Richtung.</p>

<p>Aber es gibt einen Unterschied zwischen gemocht werden und Lob bekommen.
Wir werden für etwas gelobt, das wir getan haben. Ein typischer Satz für ein Lob ist: “Das hast du gut gemacht”.
Aber wir werden gemocht, weil wir so sind, wie wir sind. Der typische Satz ist: “Es ist schön, dass du da bist.”
Siehst du den Unterschied?</p>

<p>In unserer Leistungsgesellschaft wird vielen Menschen von klein auf beigebracht, dass wir nur gemocht werden, wenn wir Leistung bringen. Und später als Erwachsene verwechseln wir Leistung mit Liebe. Das ist einer der Gründe, der dazu führt, dass manche Menschen geradewegs in den Burnout rennen.
Das führt uns zu einem weiteren negativen Glaubenssatz, den wir auflösen dürfen: <em>“Ich werde nur geliebt, wenn ich etwas leiste.”</em>
Es ist besser, dies durch etwas zu ersetzen wie: <em>“Ich werde so geliebt, wie ich bin.”</em>
Das ist leichter gesagt als getan, ich weiß, aber die Bewusstwerdung ist der erste Schritt.</p>

<p>Um auf den inneren Kritiker zurückzukommen: Die Angst vor Ablehnung ist nicht wirklich die Angst, von anderen abgelehnt zu werden. Das ist nur eine Projektion, bei der wir unsere eigenen Eigenschaften auf andere Menschen übertragen. Die eigentliche Angst ist, dass wir uns vor dem fürchten, was unser innerer Kritiker mit uns macht, wenn jemandem nicht gefällt, was wir getan haben oder wenn wir eine Aufgabe nicht geschafft haben.</p>

<p>Und das war wahrscheinlich der wichtigste Absatz in dem ganzen Artikel. Bitte lies ihn noch einmal.</p>

<p>Nochmal im Klartext: Die Angst vor Ablehnung ist in Wirklichkeit die Angst vor der Selbstablehnung. Je mehr wir uns selber ablehnen und uns selber nicht akzeptieren, desto mehr fürchten wir die Ablehnung durch andere. Wir wissen, wozu unser innerer Kritiker fähig ist und wie er uns quälen kann, und unbewusst projizieren wir diese Fähigkeit auf andere. Das bedeutet auch, dass wir anderen Menschen Macht über uns geben, die sie nicht haben sollten.</p>

<h2 id="der-ausweg">Der Ausweg</h2>

<p>OK, wir haben jetzt also ein bisschen Theorie gehabt und versucht, verschiedene Dinge zu betrachten und wie sie miteinander zusammenhängen. Aber es reicht nicht aus, nur darüber Bescheid zu wissen. Das Rationalisieren und Nachdenken über die eigenen Gefühle kann sogar ein Schutzmechanismus sein, weil es dich dadurch von ihnen fernhält.
Wenn man etwas zum Besseren verändern will, hilft es auch nicht, auf einen Bildschirm zu starren, sondern man muss etwas tun und Erfahrungen sammeln.</p>

<p>Deshalb werde ich nun ein paar Dinge vorschlagen, die du tatsächlich tun kannst.</p>

<h3 id="wie-man-ein-kompliment-annimmt">Wie man ein Kompliment annimmt</h3>

<p>Bevor ich zu den umfangreicheren Übungen übergehe, erlaube ich mir eine kurze Bemerkung zu Komplimenten. Wenn dir ein schlimmer innerer Kritiker oder das Hochstapler-Syndrom nicht fremd sind, kennst du wahrscheinlich das folgende Verhaltensmuster von dir.</p>

<p>Wenn dir jemand ein Kompliment oder Lob macht [^2] und du dazu neigst, es herunterzuspielen, dann hör auf damit. Hör auf, Dinge zu sagen wie: “Oh, das war doch nichts Besonderes.” Hör auf, dich selbst herabzusetzen. Sag einfach “Danke!” und dann nimm das Lob an und freue Dich darüber. Glaube einfach mal, dass es stimmen könnte.
Wenn du ein Kompliment sofort erwiderst, lenkst du dich auch nur von dem Kompliment ab, das du erhalten hast, weil du dich damit unwohl fühlst. Du gibst es wortwörtlich zurück und nimmst es gar nicht erst an. Mach Komplimente, wenn du es willst und für passend hältst, aber nicht als Reaktion auf das Kompliment einer anderen Person.</p>

<p>Dies ist eins der kleinen Dinge, die du sofort ändern kannst und die sich mit der Zeit definitiv positiv auf dein Selbstwertgefühl auswirken werden.</p>

<h3 id="wie-man-einen-glaubenssatz-finden-kann">Wie man einen Glaubenssatz finden kann</h3>

<p>Die folgende und etwas meditative Übung ist auch für Anfänger geeignet. Bitte lies sie dir vollständig durch, bevor du beginnst. Ich möchte dich einladen, einen deiner Glaubenssätze darüber zu finden, wie du dich selber siehst.</p>

<p>Mach es dir bequem. Du kannst dies im Sitzen oder im Liegen tun. Schalte alle Ablenkungen (Handy, etc.) aus. Und nimm dir etwas Zeit. Die Übung kann nur 5 Minuten dauern, aber auch 30 Minuten oder länger. Mach dir keinen Stress. Wenn du möchtest, kannst du ruhige Musik auflegen. Alles, was dir hilft, dich zu entspannen, ist gut.</p>

<p>Wenn du es dir bequem gemacht hast, schließe die Augen und beginne langsam und tief zu atmen, durch die Nase ein und durch den Mund aus. Und versuche, tief in den Bauch zu atmen, nicht in den Brustkorb.
Versuche dann, alle Teile deines Körpers zu erspüren. Wie fühlen sich deine Füße und Beine an? Wie geht es deinen Knien, deinen Oberschenkeln? Achte eine Weile auf sie und bewege deine Aufmerksamkeit durch den ganzen Körper, von den Zehen bis zum Kopf. Einfach nur beobachten und wahrnehmen. Du musst währenddessen nichts verändern.</p>

<p>Lege dann eine Hand auf den Bauch und stelle dir die folgende Frage:
<strong>“Wie sehe ich mich selber in meinem tiefsten Inneren?”</strong>
Wiederhole diese Frage von Zeit zu Zeit.
Versuche nicht, eine Antwort zu erzwingen oder zu erwarten, und versuche auch nicht, darüber nachzudenken. Wenn du dir immer wieder diese Frage stellst, wird dir dein Unterbewusstsein irgendwann eine Antwort geben. Frage einfach weiter.
Wenn du merkst, dass deine Gedanken abschweifen, dann ist das ok. Bleibe einfach entspannt, atme tief durch und lenke deine Aufmerksamkeit wieder auf das Wiederholen der Frage.</p>

<p>Eine mögliche Antwort wird wahrscheinlich so beginnen: “<em>Ich bin ...</em>“
Und sie wird sich wie eine absolute Wahrheit <em>anfühlen</em>, obwohl du vielleicht schon <em>weißt</em>, dass es nicht so ist.
Wenn du keine Antwort bekommst und irgendwann aufhören möchtest, ist das in Ordnung. Vielleicht war es nicht der richtige Zeitpunkt, oder du warst gerade zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt. Versuche es einfach nochmal an einem anderen Tag. Verurteile dich nicht selbst, wenn es nicht klappt. Manchmal braucht es auch einfach etwas Übung.</p>

<p>Und wenn du eine Antwort bekommen hast, und es war das erste Mal, dass du das erlebt hast, dann herzlichen Glückwunsch. Jetzt ist dir vielleicht ein bisher unbewusster Glaubenssatz bewusst geworden.</p>

<h3 id="übungen-zur-angst-vor-ablehnung-angst-vor-versagen">Übungen zur Angst vor Ablehnung / Angst vor Versagen</h3>

<p>Die einzige Möglichkeit, mit der Angst umzugehen, ist sich ihr zu stellen. Du kannst nicht vor dir selbst davonlaufen, egal wie sehr und wie lange du es auch versuchst. Es ist besser, die eigenen Ängste als eine Art Wegweiser zu sehen, die dir freundlich den Weg zeigen.</p>

<p>Und wenn eine deiner Ängste im Moment zu groß sind, um sich ihr zu stellen, und das vielleicht sogar zu einer Panikattacke führen könnte, atme durch und entspann dich. Mach kleinere Schritte, die in die gleiche Richtung gehen. Wenn du dich noch nicht bereit fühlst, vom Drei-Meter-Brett zu springen, dann spring erst ein paar Mal vom Ein-Meter-Brett und steigere dich von dort aus.</p>

<p>Hier ist eine Liste mit einigen Ideen:
* Gehe mit deinen Freunden in eine Karaoke-Bar und singe vor einem Publikum. Lass dabei den Alkohol weg, denn er unterdrückt die Dinge, die gefühlt werden wollen. Und hab Spaß dabei. :)
* Probiere einmal Improvisationstheater aus.
* Mache Fremden aufrichtige Komplimente.
    * Nächste Stufe: Mache Fremden, die du attraktiv findest, aufrichtige Komplimente.
* Für die Perfektionisten unter uns: Sende deine nächste E-Mail mit absichtlichen Tippfehlern. Oder versuche, absichtlich andere kleine Fehler zu machen und schau, was passiert. Traue dich, nur zu 90 % perfekt zu sein.
* Versuche, mit deinem Chef über eine Gehaltserhöhung zu verhandeln, oder mit einem Kunden über dein Honorar. Selbst wenn es nicht klappt, hast du es zumindest versucht und dich der Möglichkeit einer Ablehnung ausgesetzt. Das ist etwas, worauf du stolz sein kannst.
* Liegt ein Konflikt mit einer dir nahestehenden Person in der Luft? Gut, sprich ihn an und rede darüber.</p>

<p>Ich glaube, du weißt, worauf ich hinaus will. Und ich bin mir sicher, dass du deine eigene Liste von Dingen aufstellen kannst, die du vielleicht aus Angst bisher vermieden hast.
Also, mach dir mal eine 10-Punkte Angstliste und überlege dir Schritte, wie du dich diesen Ängsten stellen kannst. Vielleicht eine pro Monat. Und sei stolz auf dich und feiere es, wenn du es geschafft hast!</p>

<p>Ich mag den Ausdruck <em>aus der Komfortzone herauskommen</em> nicht, aber was tatsächlich passiert, wenn man das tut und sich seinen Ängsten stellt, ist dass man mehr Handlungsspielraum und ein größeres Gefühl der Freiheit bekommt.
Es geht mir hier nicht darum, jetzt unbedingt mit dem Fallschirm springen zu müssen, sondern sich im Alltag nicht selber ständig Ketten anzulegen und sich vom inneren Kritiker einschränken zu lassen.</p>

<h2 id="fazit">Fazit</h2>

<p>So, das war jetzt eine Menge komprimierter Inhalt, basierend auf über einem Jahrzehnt Erfahrung an Auseinandersetzung mit diesen Themen. Ich danke fürs Lesen und hoffe, dass du deinen inneren Kritiker jetzt mit etwas anderen Augen sehen kannst.</p>

<p>Höre ihm weiter zu. Mit der Zeit wirst du vielleicht überrascht sein, wie sehr er sich verändert (weil du dich verändert hast), und manchmal erhältst du vielleicht sogar einen weisen Rat, für den du ihm dankbar sein kannst.
Es mag Rückschläge geben, bei denen er in alte Muster zurückfällt. Aber das ist normal und zu erwarten. Das kommt in den besten Beziehungen vor. Aber jetzt weißt du, wie du damit umgehen kannst.</p>

<p>Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat und du möchtest, dass ich auf bestimmte Aspekte tiefer eingehe, lass es mich gerne wissen. Ich bin auch neugierig auf die Erfahrungen anderer Menschen mit ihrem inneren Kritiker, also teile bitte auch gerne deine Geschichte.</p>

<p><em>Fußnoten:</em>
[^1]: Wenn dir dies bekannt vorkommt, weil es eine gewisse Ähnlichkeit zu dem Teufel im Christentum aufweist, dann hast du eine der größten Projektionen der Menschheitsgeschichte erkannt. Allerdings ist der innere Kritiker hier nur ein Teil davon.
[^2]: Die Kultur des Lobens und der Anerkennung ist in verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich. Während die Amerikaner dazu neigen, alles sehr überschwänglich zu loben, wird in europäischen Ländern viel seltener gelobt. In Deutschland haben wir das Sprichwort: “Nicht gemeckert ist Lob genug”. Deine Erfahrungen können hier also unterschiedlich sein.</p>

<p> <hr>
 <p>This work by <span>Marc Riese</span> is licensed under <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/?ref=chooser-v1" target="_blank" style="display:inline-block;" rel="nofollow noopener">CC BY-SA 4.0<img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg?ref=chooser-v1"><img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg?ref=chooser-v1"><img style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;" src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg?ref=chooser-v1"></a></p></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://text.tchncs.de/marcr/der-innere-kritiker-wie-man-einen-gegner-in-einen-freund-verwandelt</guid>
      <pubDate>Sat, 15 Jul 2023 07:47:55 +0000</pubDate>
    </item>
  </channel>
</rss>