M's logbuch

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Vor ein paar Wochen kam folgende Anforderung auf meinen Tisch:

Im [Fachbereich] werden Fotos von Übungen, Fahrzeugen, usw. zu Dokumentationszwecken vorgehalten. Können Sie uns hierzu bitte eine dauerhafte Speichermöglichkeit einrichten, z.B. eine Cloud-Lösung?

Klare Anforderung. Nicht selbstverständlich, dass die Leute wissen, was sie wollen. Während des Gesprächs fielen recht schnell die Begriffe iCloud und Google Photos. iCloud deswegen, weil unsere Diensthandys alles Äpfel sind. Google Photos wäre das Pendant in der Android-Welt. Cloud deshalb, weil die Kollegen auch im Außendienst unterwegs sind. Kommt mir ja auch ganz gelegen, weil es teils immer ein Drama ist, bis die Leute ihre Fotos vom iPhone auf den Rechner bekommen.

Nun ist das mit amerikanischen Diensten, dem Wunsch nach Unabhängigkeit und der Sache mit dem Geld nicht ganz so einfach. Darüber könnte man bestimmt auch mehr als einen Artikel schreiben und versuchen zu erklären, warum und wieso und überhaupt... aber das spare ich mir jetzt; zumal das auch “von oben” so gewünscht und – mehr oder weniger – vorgegeben wird. Und ja, Open Source ist nicht die Allerweltslösung. Ist mir alles bewusst. Ist eine andere Diskussion. –> Tl;dr: US-Dienste wenn möglich meiden, EU/deutsche oder Open Source Lösungen präferieren. Und das Geld ... nun ja. Ohne Haushalt geht ja theoretisch nichts.

Den nächsten Roman könnte ich jetzt über den Einsatz von Open Source und die damit verbundenen Vorteile schreiben. Oder auch über die Gefahr der Ausnutzung von freiwilliger Arbeit an Software, die zwar viel Geld einspart, aber im Gegenzug nichts zurück bekommt. Mach ich vielleicht auch mal, aber nicht jetzt. Wichtig ist nur, dass ihr wisst, dass wir das wissen.

Lösung: Immich

Immich

Immich, als Foto- und Videomanagementlösung, kam mir da recht schnell in den Sinn. Als Bildergrab wollte ich nicht den teureren Block Storage hernehmen, sondern eine bereits existierende NAS via SMB anbinden. Nun läuft also ein Ubuntu mit Immich als Docker Container in der DMZ und die Bilder werden auf einem separaten Share auf der NAS gespeichert. Die Anmeldung läuft via OAuth. Schon ein tolles Stück Software.

Angedachter Workflow

Da unsere Leute gerne Bilder horten oder mehrmals in verschiedenen Laufwerken ablegen, war die Überlegung folgende:

  1. Mitarbeiter A macht munter Fotos, die werden automatisch in unsere Immich-Instanz hochgeladen
  2. Mitarbeiter B macht ebenfalls Fotos, die auch synchronisiert werden
  3. Beide schauen sich später am Computer, ganz ohne vorheriges herunterladen oder importieren, die Fotos in der Weboberfläche an, sortieren ggf. aus und laden sich dann nur die Fotos für die weitere Verwendung oder die Ablage herunter, die sie auch wirklich brauchen.
  4. Bei Bedarf können geteilte Alben zwischen Mitarbeiter A und B erstellt werden
  5. Die restlichen Fotos verbleiben auf der NAS bzw. in Immich
  6. Weil alle Fotos an einem zentralen Platz liegen, fällt es vielleicht einfacher, den Überblick zu behalten oder auch mal Fotos zu löschen, wenn sie wirklich nicht mehr gebraucht werden

Klar, da muss jeder mitspielen (wollen) und sich auch einigermaßen dran halten. Das ist die Herausforderung. Mir erleichtert es insofern den Druck, ständig teuren Speicher nachzuschieben oder dauernd nachfragen zu müssen, ob denn die fünf Jahre alten Bilder hier oder das gezippte Bilder-Archiv da immer noch benötigt werden. In der heutigen Zeit scheint Speicherplatz im privaten Umfeld nicht mehr das Problem zu sein. 8 TB HDD oder Cloud machts möglich. Die Bereitschaft, auch mal aufzuräumen und zu löschen, ist da weniger hoch. Warum sollte das also in Firmen oder Behörden anders sein. Die haben doch bestimmt auch ein paar TB Platten rumliegen... oder?

Testphase startet in Kürze

Wir probieren das jetzt einfach mal aus und schauen, was da so an Resonanz zurück kommt. Bei Immich steht bspw. auch noch eine Gruppen-Funktion auf der Roadmap, die sich für unseren Anwendungsfall auch ganz gut eigenen würde.

Mich würde es freuen, wenn es zum einen funktioniert und zum anderen auch angenommen wird. Und ein bisschen von dem Geld, das man sich dann dadurch spart, kann ja dann dem ein oder anderen Projekt zugeführt werden...

#OpenSource #Software #Immich

Beim Stöbern der Write Freely-Instanz habe ich den “Blog le Gurk” und seinen Beitrag Aufgabenverwaltung entdeckt.

Einfache Wochenplanung

Das darin erwähnte Tool WeekToDo Planner ist eine Open Source-Anwendung, die prinzipiell nichts anderes als eine Aufgabenplanung in Kalenderansicht ist. Angezeigt wird allerdings nicht nur der heutige Tag oder der aktuelle Monat, sondern vielmehr die nächsten (bis zu 12) Tage. Daneben gibt es die Möglichkeit, eigene Listen zu pflegen (Einkaufsliste, ...).

WeekToDo Planner

Nix mit Cloud

WeekToDo Planner schreibt sich große “Privacy” auf die Brust und läuft komplett lokal. Es gibt (aktuell) keine Synchronisierung mit anderen Kalendern oder einem Onlinespeicher. Backups sind daher bei regelmäßiger Nutzung empfehlenswert. Die fehlende Synchronisation macht es auch etwas schwierig bis umständlich, die App bzw. den Kalender auf unterschiedlichen Geräten zu nutzen. Vielleicht wird die Möglichkeit in einem Update irgendwann nachgereicht.

Die Aufgabenerstellung ist einfach gehalten und kann auch mit Unteraufgaben umgehen. Das Tool hat Optionen für wiederkehrende Events, Erinnerungen oder auch Farbmarkierungen. Insgesamt ein rundes Paket, wenn man auf der Suche nach einer simplen Aufgabenverwaltung in Form von Kalenderlisten abseits von Outlook oder Thunderbird sucht.

Aktuell nutze ich noch Todoist.com (ohne das AI-Zeug, daher bin ich noch beim alten Preis von 36 €/Jahr) und arbeite dort hauptsächlich in der Kalenderansicht, weshalb mich WeekToDo Planner relativ schnell in seinen Bann zog. Ich versuche mich derzeit noch an einem Nachbau in Obsidian. Aber das ist ein anderes Thema. :)

Weiterentwicklung eingeschlafen

Einziger Wermutstropfen: Die Entwicklung scheint verebbt zu sein. Das letzte Update, Version 2.2.0, wurde am 12. Februar 2024 veröffentlicht.

Während auf Github fleißig Issues erstellt werden, gibt es vom Entwickler, Manuel Ernesto Garcia, keine Reaktion darauf. Er ist zwar mit seinem Github-Account recht aktiv, allerdings in anderen Repos. Das lässt vermuten, dass das Projekt für ihn entweder abgeschlossen, in irgendeiner Form problematisch oder schlicht uninteressant geworden ist. Schade eigentlich, denn WeekToDo Planner hat Potenzial.

Mal schauen, vielleicht tut sich ja noch was. Für mich ist die Wochenplanung in seiner jetzigen Form aktuell leider noch nicht wirklich anwendbar.

#OpenSource #Software