52 Alben von Idlehirn

Mein Versuch jede Woche ein Album zu hören

Album 12/52

Mick Gordon hat Videospielgeschichte geschrieben. Einer der ikonischsten Soundtracks kommt aus seiner Feder. Doom! Metalgetränktes Dämonengeschnetzel. Der Soundtrack ist genau das: metalgetränkt, rhythmusgetrieben. Das geht in den Abzugsfinger beim Spielen und ins Genick beim Hören. Am Anfang. Auf Dauer wird das Geschrammel aber ein wenig eintönig. Das liegt daran, dass Videospielmusik darauf ausgelegt ist, begleitend und unterstützend zu wirken. Beim Dämonenschnetzeln oder beim Workout hilft das, beim aktiven Hören ist das eher kontraproduktiv. Dazu kommt die massive Länge von über zwei Stunden. Mein Hirn driftet beim Hören immer wieder weg, und ich muss mich zwingen, zuzuhören. Das ist komplett unterschiedlich zu dem Soundtrack von The Elder Scrolls IV: Oblivion. Der ist ja sehr melodisch und orchestral.
Alles in allem ein thematisch sehr passender Soundtrack, der sowohl beim Spielen als auch beim Hören (mit den oben genannten Einschränkungen) Spaß macht. Beim spielen top, beim hören repetitiv

Lieblingssongs:Keine speziellen, es verschwimmt alles irgendwie.

Bewertung beim Spielen : 9/10 Bewertung beim Hören: 7/10

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Album 11/52

Die ersten Takte von Jacqueline erklingen, und ich bin wieder 18, habe gerade Abi gemacht und hänge mit meinen Kumpels im Park ab. Es ist warm, Sommer, und ich habe ein Bier in der Hand.

Franz Ferdinand haben vor mittlerweile 22 Jahren diesen Klassiker veröffentlicht. Und dieses Album wird zurecht Klassiker genannt. Energiegeladen geht es ab dem ersten Song immer nur in eine Richtung: Vollgas voraus!

Beinahe jeder Song ein Treffer: sei es Jacqueline oder Take Me Out. Poppige Melodien verschmelzen Punk und Indie.

Leider geht dem Album im letzten Drittel ein bisschen die Luft aus. Nach This Fire kommen zwar noch starke Songs, die werden aber von dem Song überschattet. Vielleicht hätte man This Fire ganz an den Schluss setzen sollen, um den anderen Songs danach auch eine Chance zu geben. Aber das ist Meckern auf sehr hohem Niveau.

Lieblingssongs:

  • Jaqueline
  • Tell her tonight
  • Take me out
  • Matinee
  • Auf Achse
  • This Fire
  • Michael

Bewertung 9/10

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Album 10/52

Ich dachte immer Country sei sowas wie Schlager nur mit einem amerikanischen Twist: Bier, Trucks, Heartbreak. Solche Themen eben. Bei Sturgill Simpson habe ich ähnliches erwartet. Aber ich lag weit daneben. Simpson nimmt den klassischen Country-Sound mit warmer Gitarre und typischen Country-Melodien und vermischt das alles mit Texten, die man eher aus dem Stoner- oder Psychodelic-Rock kennt: Drogenerfahrung Existenzialismus, Sinnsuche, Kontrollverlust. Das funktioniert erstaunlich gut. Jeder Song steht für sich, jeder Song fügt sich gut in das Konzept des Albums ein. Das literarische Ich bei Sturgill probiert alles aus: Drogen, Heimat, Religion, sucht verzweifelt nach Bedeutung ( So zumindest meine Interpretation ). Ein sehr tolles, reflektiertes Album, das man auch als Nicht-Country-Kenner hören kann.

Lieblingssongs: – Turtles all The Way Down – Living the Dream – Lomg White Line – It aint all Flowers

Bewertung: 8/10

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Album 9/52 Ich mag Synthwave. Ich mag die Stimmung, die das Genre verbreitet. Daher macht das Cover von Syndicate auf jeden Fall Lust und Hoffnung auf mehr. Nach einem relativ vielversprechenden Intro mit Drum-Machine und Synthies geht das eigentliche Album dann los. Leider ist die Dauer von knapp eineinhalb Stunden mindestens eine Dreiviertelstunde zu lang. Es wirkt alles austauschbar, das Album plätschert so vor sich hin. Dabei sind die Songs textlich durchaus sozialkritisch und selbstreflexiv, behandeln Identität und Entfremdung. Leider wird dieser Ansatz durch die Musik unterlaufen. Wie schon oben geschrieben, plätschert alles irgendwie vor sich hin: Das Saxophon-Solo kommt exakt an der Stelle, an der man es erwartet. Die Melodien sind flach, nichts fällt aus dem Rahmen oder überrascht. Kein einziger Song sticht musikalisch oder melodisch heraus. Es klingt einfach wie Fahrstuhlmusik. Da! Ich hab’s gesagt! Das ist aufwändig produzierte Fahrstuhlmusik, nicht mehr, nicht weniger. Oder ich verstehe einfach die Band und das Album nicht.

Lieblingssongs:

Kein einziger Song ist irgendwie in Erinnerung geblieben.

Bewertung: 3/10

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Album 8/52

Was soll man über absoluten Durchschnitt schreiben? Das Album kommt ohne besondere Höhen und Tiefen aus. Es gibt einige fiese Breakdowns, so wie es im Deathcore üblich ist. Die Stimme des Sängers ist energiegeladen und auch die Musiker machen an sich einen guten Job. Aber sowohl textlich als auch musikalisch absoluter Deathcore/Metalcore-Standard. Aber der Funke springt nicht über. Irgendwie vermisse ich den Latino-Einfluss früherer Alben. Insgesamt ein Album, das niemandem wehtut, eine solide Hintergrundbeschallung für die nächste Gym-Session – mehr aber auch nicht.

Lieblingssongs

  • Killshot
  • Living in a Matrix
  • An Insatiable Hunger

Bewertung: 6/10

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Album 7/52

Die 25 min kurze EP „Vincents Tale“ ist ein kleines Meisterwerk. Erzählerisch sehr dicht, knüpft sie an Rens frühere Werke wie „The Tale of Jenny & Screech“ in der Person des Polizisten Richard an.

Generell muss man sagen, dass es bei Ren nie vorrangig um Musik geht, sie dient eher als Hintergrund und Stimmungsbarometer für die Geschichten. Dabei ist die EP musikalisch ziemlich weit gestreut: Von Singer-Songwriter-Ästhetik über Hip-Hop-Elemente bis hin zu Punk und epischen Chören ist alles dabei. Dabei vermischt und vermengt er immer wieder die Genres. Musikalisch auf jeden Fall sehr interessant.

Was aber ziemlich in die Magengrube geht, sind die Texte. Schonungslos legt Ren gesellschaftliche Missstände offen, während er gleichzeitig tief in die Gefühlswelten seiner Protagonisten eintaucht. Die Figuren wirken menschlich, sind keine Archetypen oder Karikaturen. Die Art, wie er seine Texte vorträgt, erinnert ein wenig an Poetry-Slams oder Lyriklesungen. Nicht umsonst nennt er seine Musik „BardCore“.

Alles in allem bin ich ziemlich begeistert, auch wenn es meine Musikrichtung kaum bis wenig anspricht. Wer des Englischen mächtig ist und eine toll erzählte, düstere Geschichte hören will, ist hier genau richtig.

Lieblingssongs

The Bedroom

Starry Night Act 1 – Act 4

Bewertung: 9/10

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Album 6/52

Ich kann beim Hören dieses Soundtracks einfach nicht neutral bleiben! Oblivion war mein Lieblingsspiel, und Jeremy Soules Musik bringt Cyrodil sofort zurück. Schon beim ersten Ton von Reign of the Septims im Hauptmenü fühle ich mich wieder wie damals, bereit eine Welt zu erkunden. Damals als ich noch Zeit hatte, hunderte Stunden in ein Spiel zu versenken. Der Moment in dem man die Katakomben unter der Kaiserstadt zum ersten mal verlässt, begeitet von dem Stück Harvest Dawn lässt mich diesen Moment wieder erleben. während Wings of Kynareth eine Ruhe ausstrahlt, die fast meditativ wirkt. Auriels Ascension hingegen hebt alles auf eine epische, heroische Ebene, die mir immer wieder Gänsehaut bereitet.

Die Musik ist o atmosphärisch, dass man Cyrodil quasi vor Augen hat. Jedes Stück bringt kleine Erinnerungen und Schnipsel zurück , wie oben schon beschrieben. Dabei ist es weniger die musikalische Brillianz von Jeremy Soule, sondern der Fakt, dass er die Spielwelt von Oblivion verstanden hat und meiner MEinung nach für jede Situation die man potentiell erleben kann, ein passendes Stück bereithält.

Wer Oblivion gespielt hat, versteht sofort was ich meine. Der Soundtrack zu Skyrim mag epischer sein, aber Oblivion wird immer diese Erinnerungen hervorrufen und mich in nostalgische Stimmung versetzen. Es geht soweit, dass ich mir das Spiel wieder installiert habe, nur um die Nostalgie wieder live zu erleben.

Daher kann ich hier nicht neutral bleiben wenn es um eine Bewertung geht. Bitte seht es mir nach

Lieblingssongs * Reign of the Septims * Jarvest Dawn * Wings of Kynareth * Auriels Ascension

Nostalgie-Bewertung 10/10 (halbwegs) neutrale Bewertung 8/10

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Album 5/52

Ich will mit diesem Projekt aus meiner Komfortzone raus und mehr Musik entdecken. Damals, als junger Mensch, habe ich den 8 Mile-Soundtrack gehört, aber noch nie ein weiteres Album von Eminem. Ich habe tatsächlich zufällig aus einer Liste gewählt, welches Album es wird. Und ich hätte es schlechter treffen können.

Eminem zeigt auf The Marshall Mathers LP 2, warum er zu den besten Rappern aller Zeiten gehört (laut einem Freund, der Hip-Hop-Fan ist).
Seine Texte sind scharf, ironisch, wütend, einfühlsam und manchmal alles gleichzeitig. Wortspiele, Reime, Punchlines – alles sitzt perfekt. Dazu kommt seine unverwechselbare Stimme, mit der er stimmlich alles ausdrücken kann: mal aggressiv, mal verletzlich, mal ironisch-sarkastisch.

Besonders beeindruckend ist, wie er Geschichten erzählt.
Tracks wie Bad Guy oder Rap God ziehen einen regelrecht in die Handlung hinein, und das über erstaunlich lange Songs, ohne dass es langweilig wird.

Musikalisch ist das Album vielseitig:

  • Rap God zeigt Eminems Rap-Meisterklasse.

  • So Far… überrascht mit einem Country-Riff und seinem selbstironischen Humor.

  • Berzerk ist mir als Metal-Head am sympathischsten. Es hat etwas von Punk, aber halt gerappt.

Manche Tracks hören sich für mich als Metal-Head trotzdem ein wenig austauschbar an. Sie packen mich nicht wirklich. Das kann aber an meiner Metalhead-Ignoranz liegen.

Das Ergebnis ist ein Album, das komplex, witzig, emotional und energiegeladen zugleich ist. Es zeigt Eminem in allen Facetten: als Texter, Geschichtenerzähler, Entertainer, Provokateur. Als totaler Laie erkenne ich seine Klasse auf jeden Fall. Ist er Mainstream, wenn ein Ü40-Mann das Album gut findet? Auf jeden Fall, aber es ist einfach gut.

** Lieblingssongs** – Bad Guy (Fortsetzung von “Stan”) – Rap God – So much better – Bezerk – Stronger than i was – So Far... – Headlights

Bewertung: 7,5/10

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Album 4/52

Eines vorneweg: Ich kenne von Björk wenig bis gar nichts. Für mich war sie bisher vor allem die berühmte, irgendwie weirde Sängerin aus Island. Und weird ist hier tatsächlich das Stichwort. Es beginnt schon beim Cover: Warum ist sie als Geisha inszeniert? Der Opener „Hunter“ ist dann ebenso weird. Irgendwie packend, aber gleichzeitig völlig unzugänglich, zumindest für mich. Björk singt hier kaum im klassischen Sinn, sie rezitiert eher. Die harten Electronica-Beats tragen den Song, während ihre Stimme sich um sie herumwindet. Das fordert Aufmerksamkeit, macht es aber auch anstrengend. Das absolute Highlight ist für mich „Bachelorette“ – der zugänglichste Song des Albums. Hier trägt die Melodie, der Song hat eine klare emotionale Linie.
Nach mehrmaligem Hören hat es dann tatsächlich „Klick“ gemacht. Ich mag dieses Experimentelle, dieses bewusst Sperrige, das Björk hier durchzieht. Ihr nordischer Akzent passt überraschend gut dazu und macht das Album trotzdem rund und eigenständig. Trotzdem fällt es mir schwer, über Homogenic zu schreiben. Beim ersten Hören konnte ich das Album nicht einmal am Stück durchhören . Ich habe drei versuche gebraucht. Das ist definitv kein Album für nebenbei. Genau deshalb weiß ich auch nicht, was ich dem Album geben soll. Homogenic ist kein Album, es ist eher ein Experiment. Was dabei herauskommt muss jeder für sich entscheiden. Deswegen auch die zweigeteilte Bewertung

** Lieblingssongs** – Hunter – Bachelorette – Joga – Alarm Call

Bewertung wenn es Klick macht: 7,51 Bewertung wenn nicht: ??

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Bob Marley & The Wailers – Exodus

**Album 3/52 Ich persönlich kann nichts mit Reggae anfangen, aber Jeder kennt Bob Marley, jeder kennt seine großen Hits, also dachte ich, ich höre entspannten Reggae. Weit gefehlt. Das Album ist zweigeteilt. In der ersten Hälfte sind die Texte voll von gesellschaftskritischen, politischen Texten, die von Widerstand handeln und einen Wunsch nach Gerechtigkeit behandeln. Musikalisch ist es eher düsterer Stimmung und verbreitet eine Art Resignation. In der zweiten Hälfte sind die Themen persönlicher und hoffnungsvoller, wobei der Song „Jamming“ als eine Art Scharnier dient. Auch die Musik wird immer “heller” und optimistischer. Und dann kam „Three Little Birds“! So ein simples Lied, aber im Kontext des Albums entfaltet es seine volle Wirkung und verbreitet eine hoffnungsvolle Stimmung. Ich hatte da tatsächlich Pipi in den Augen. Und als Abschluss dann „One Love“ mit der universellen Botschaft von Frieden und Einheit. Ein überragendes Album, welches heute noch sehr aktuelle Texte beinhaltet, musikalisch den Reggae in den Mainstream geholt hat und heute immer noch sehr gut hörbar ist.

Lieblingssongs

  • EXODUS
  • The Heathen
  • Jamming
  • Three Litte Birds
  • One Love

Bewertung: 8,5/10

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