Zeitumstellung im Frühling: Endlich eine Erleichterung für „Eulen“?

Teniers d. J.: Katzenkonzert

Am Sonntag ist es wieder so weit, mit der Umstellung auf die Sommerzeit werden die Uhren eine Stunde vorgestellt. Viele stöhnen, wenn sie an den fehlenden Schlaf denken – und tatsächlich, für die meisten bedeutet die Zeitumstellung zunächst einmal einen kurzfristigen Verlust an Erholung. Doch für uns Eulen – also Menschen mit einem eher späten Chronotyp – könnte der Wechsel auf die Sommerzeit auch eine kleine Erleichterung bringen. Ich selbst zähle mich zu dieser Gruppe: Ich bin abends produktiv und morgens eher langsam.

Ich merke persönlich wenig von der Umstellung – vielleicht, weil ich als Selbständiger eine gewisse zeitliche Flexibilität habe. Aber viele Eulen sind stärker betroffen. In diesem Beitrag zeige ich Dir, warum der Frühling zumindest theoretisch eine günstige Phase für Eulen sein kann, worauf Du dennoch achten solltest und wie Du Dich optimal vorbereiten kannst.

Warum Eulen im Frühling theoretisch profitieren

Wenn die Uhr eine Stunde vorgestellt wird, verschiebt sich auch der gesellschaftliche Tagesrhythmus. Arbeitsbeginn, Schulstart oder Termine beginnen nach offizieller Zeit früher – biologisch gesehen aber später. Für Menschen mit spätem Chronotyp kann das ein Vorteil sein.

1. Bessere Passung zwischen innerer Uhr und sozialer Zeit
Eulen haben von Natur aus einen späteren Schlaf-Wach-Rhythmus. Die biologische Schlafneigung beginnt später am Abend, das Aufwachen am Morgen fällt oft schwer. Mit der Sommerzeit rückt die gesellschaftliche Uhr näher an diesen natürlichen Takt. Der Druck, früh aktiv zu sein, nimmt etwas ab – zumindest gefühlt.

2. Längere Helligkeit am Abend
Viele Eulen erleben am Abend einen kognitiven oder kreativen Aufschwung. Dass es abends länger hell ist, kann diesen Rhythmus verstärken und das Wohlbefinden steigern. Outdoor-Aktivitäten oder Bewegung in der Abendsonne wirken zusätzlich stabilisierend auf die innere Uhr.

3. Gesellschaftlicher Alltag fühlt sich (etwas) leichter an
Gerade für Eulen, die früh arbeiten müssen, kann sich der Alltag im Frühling besser anfühlen – insbesondere, wenn sie abends ohnehin spät müde werden und nun morgens nicht ganz so früh hinausmüssen, wie es im Winter der Fall ist.

Warum die Umstellung dennoch belastend sein kann

Trotz dieser potenziellen Vorteile birgt die Zeitumstellung auch für Eulen einige Herausforderungen – vor allem in der Übergangsphase.

1. Der akute Schlafverlust
Wenn Du Deine Einschlafzeit beibehältst, aber trotzdem eine Stunde früher aufstehen musst, entsteht Schlafmangel. Gerade in den ersten Tagen führt das oft zu Müdigkeit, geringerer Konzentrationsfähigkeit und einem erhöhten #Stress.

2. Weniger Licht am Morgen
Licht am Morgen ist ein zentraler Zeitgeber für die innere Uhr. Wenn es durch die Zeitumstellung morgens wieder dunkler ist, fehlt der natürliche Impuls, der den Tag einläutet. Das kann besonders für Eulen zum Problem werden, da ihre Melatoninproduktion ohnehin später einsetzt – und damit das Aufwachen erschwert wird.

3. Langsame Anpassung bei spätem Chronotyp
Studien zeigen, dass Eulen auf abrupte Zeitverschiebungen empfindlicher reagieren. Ihre Anpassung dauert länger als bei Lerchen. Es kann also durchaus sein, dass Du einige Tage oder sogar Wochen brauchst, bis Du Dich vollständig an die neue Zeit gewöhnt hast.

Was Du als Eule tun kannst – konkrete Tipps zur Vorbereitung

Die gute Nachricht: Es gibt Strategien, mit denen Du die Umstellung besser bewältigen kannst – und Deine innere Uhr sanft an die Sommerzeit heranführst.

1. Schrittweise früher schlafen gehen
Bereite Dich auf die Zeitumstellung vor, indem Du Deine Einschlafzeit in den Tagen davor schrittweise um 15–20 Minuten vorverlegst. So verteilt sich die Anpassung über mehrere Nächte und fällt weniger abrupt aus.

2. Tageslicht am Morgen nutzen
Versuche in den ersten Tagen nach der Umstellung gezielt morgens Tageslicht zu tanken – zum Beispiel durch einen kurzen Spaziergang vor der Arbeit oder Frühstück in Fensternähe. Das unterstützt die Cortisol-Ausschüttung und hilft, die Melatoninproduktion zu stoppen.

3. Aktiv gegen Müdigkeit am Tag
Wenn Du in der Umstellungsphase unter Tagesmüdigkeit leidest, helfen moderate Bewegung, strukturierte Pausen und leichte Mahlzeiten, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Koffein kann punktuell helfen – sollte aber am Nachmittag und Abend vermieden werden, um den Schlaf nicht zusätzlich zu stören.

Ein kurzer Rückblick: Warum der Herbst für Eulen oft schwieriger ist

Im Vergleich zum Frühling empfinden viele Eulen die Zeitumstellung im Herbst – wenn die Uhren eine Stunde zurückgestellt werden – als besonders belastend. Für Eulen bedeutet das: weniger Licht am Abend, wenn sie aktiv sind, und noch grössere Diskrepanz zwischen innerem Rhythmus und gesellschaftlicher Uhr. Das kann zu Stimmungstiefs, Schlafproblemen und einer verstärkten sozialen Jetlag führen – ein Phänomen, das auch in Studien zu Gesundheit und Produktivität dokumentiert ist.

Fazit: Sommerzeit – eine Chance mit Tücken

Auch wenn die Zeitumstellung im Frühling für uns Eulen gewisse Vorteile mit sich bringen kann, ist sie kein Selbstläufer. Der Schlafverlust, die Lichtverhältnisse und die biologische Trägheit des Körpers stellen uns auf die Probe. Wenn Du aber verstehst, wie Deine innere Uhr tickt, und gezielt darauf reagierst, kannst Du die Umstellung nicht nur besser verkraften, sondern vielleicht sogar als Impuls nutzen, um den eigenen Rhythmus bewusster zu gestalten.

Falls Du nicht sicher bist, ob Du eher eine Eule oder eine Lerche bist – hier findest Du einen wissenschaftlichen Selbsttest der TU Dortmund, der Dir eine erste Orientierung geben kann.


Bildquelle David Teniers d. J. (1610–1690): Katzenkonzert, Staatsgalerie, Neuburg an der Donau, Public Domain.

Disclaimer Teile dieses Texts wurden mit Deepl Write (Korrektorat und Lektorat) überarbeitet. Für die Recherche in den erwähnten Werken/Quellen und in meinen Notizen wurde NotebookLM von Google verwendet.

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