Software-Werkzeuge

Subjektive Sammlung von Beschreibungen verschiedener Software-Lösungen

Ich möchte regelmäßig meine Vortragsfolien auf Internet-Seiten veröffentlichen. Ich erstelle meine Folien mit LibreOffice Impress und erzeuge daraus PDF-Dateien für die Teilnehmer. Natürlich kann man PDF-Dateien auf dem Webserver ablegen und per Link öffnen lassen. Je nach dem, wie der Anwender seinen Browser konfiguriert hat, wird der Foliensatz anzeigt oder heruntergeladen. Oder es geht irgend etwas schief. Jedenfalls finde ich das Ganze nicht sehr elegant.

Ich möchte die einzelnen Slides direkt im Browser anzeigen lassen; mit Blätterfunktion und allem Drum und dran. Beim ersten Mal habe ich noch von jeder Folie einen Screenshot der Folie gemacht und diese als PNG-Datei abgelegt und über einen minimale HTML-Seite zur Anzeige gebracht; inkl. Blätterfunktion. War etwas aufwendig, sah aber akzeptabel aus.

poppler-utils

Nun habe ich die Poppler Utils entdeckt; die können dies automatisch und ersparen einem den manuellen Aufwand. Auf der Kommandozeile geht das mit einem Befehl.

pdftoimg -png Vortragsfolien.pdf VortragFolie

Damit wird für jede PDF-Seite eine PNG-Datei VortragsFolie-#.png angelegt. Dabei ist '#' die Nummer der Folie. Man kann das Ganze mit Parametern noch auf Seitenbereiche eingrenzen, andere Graphikformate wählen, usw. Für meine Zwecke reicht das aber völlig aus.

Die poppler-utils sind – zumindest bei Ubuntu 24 – schon vorinstalliert; man kann sie direkt aufrufen. Eine Bedienungsanleitung ist im ubuntuusers Wiki abrufbar.

PS: Was nicht so gut funktioniert, ist der Befehl pdftphtml der Poppler-Utils. Da kommen zwar HTML-Dateien raus, welche die Inhalte der PDF-Datei abbilden; das ursprüngliche Layout geht dabei aber völlig verloren. Abgesehen davon, dass frameset in HTML auch nicht mehr wirklich modern ist.

svg2pdf

Das Bessere ist bekanntlich der Feind des Guten. Wenn man nicht allzuviele Rastergraphiken in seinem Foliensatz verwendet hat oder gar soweit möglich SVG-Graphiken verwendet, kann man seien Foliensatz sogar beliebig skalierbar machen.

pdf2svg Vortragsfolien.pdf VortragFolie-%d.svg all

Die Angabe “%d” wird vom Programm durch die Nummer der Folie ersetzt. Der dritte Parameter “all” sagt dem Programm, dass alle Seiten konvertiert werden sollen.

Hat man Folien voller Rastergraphiken, bringt das gegenüber der .png-Variante nicht allzuviel. Wenn man nur wenige Rasterbilder im Foliensatz hat oder gar konsequent mit SVG-Graphiken gearbeitet hat, erhält man SVG-Folien die voll skalierbar sind. Das gilt auch für die Impress-eigenen Graphikelemente und die sämtliche Schriften. Schriften werden in Vektorgraphiken umgewandelt und sind dadurch ebenfalls skalierbar.

Die Installation erfolgt durch sudo apt-get install pdf2svg. Eine Bedienungsanleitung ist im ubuntuusers Wiki abrufbar.

Michael Stumpp Oranienburg — Lizenz CC BY-SA

Diese Tools habe ich entdeckt und will sie gerne mal evaluieren. Noch habe ich nicht genug ausprobiert, um eine fundierterte Meinung zu haben.

Dezember 2025

  • Yunohost verspricht die einfache Einrichtung eigener Server; nicht nur Web, sondern alle Funktionen. Klingt interessant – würde mich mal interessieren, was die da wie machen. Die Webseite ist da auf den ersten Blick etwas vage. ➞ https://yunohost.org

November 2025

  • PDF Kommandozeilen-Tools sind spätestens dann sinnvoll, wenn man sich eine Toolchain aufbaut.

    • poppler-utils ist eine Sammlung von Kommandozeilen-Werkzeugen zur Anzeige, Analyse und Konvertierung von PDF-Dateien. Sie basiert auf der Poppler-Bibliothek, einer freien PDF-Rendering-Engine. ➞ https://pypi.org/project/poppler-utils/

    • pdf2svg ist ein Kommandozeilenwerkzeug zur Umwandlung von PDF-Seiten in SVG-Vektorgrafiken. Nutzt intern poppler und cairo. ➞ https://github.com/dawbarton/pdf2svg

    • pdftk st ein Kommandozeilenwerkzeug zum Bearbeiten und Manipulieren von PDF-Dateien. Es kann PDFs zusammenfügen und aufteilen, Seiten neu anordnen, löschen oder extrahieren und PDFs ver- und entschlüsseln. Gibt's laut Webseite sogar für Windows ➞ https://www.pdflabs.com/tools/pdftk-the-pdf-toolkit/

Oktober 2025

  • copyparty: Ein Fileserver, der durch den Aufruf einer einzigen Python-Datei auf (fast) jeder Plattform gestartet werden kann und viele Protokolle, von FTP bis WebDav unterstützt. Der erste Probeaufruf war vielversprechend. ➞ https://github.com/9001/copyparty

  • bentoPDF: PDF-Werkzeug als Alternative zu PDF24Tools. Es verspricht, die PDF-Dokumente lokal im Browser zu bearbeiten und sie niemals auf einen Server hochzuladen. Klingt ja erst mal vielversprechend. ➞ https://github.com/alam00000/bentopdf

Michael Stumpp Oranienburg — Lizenz CC BY-SA

Per Zufall bin ich über das Programm EncryptPad gestolpert. Damit lassen sich ganz normale ASCII-Dateien bearbeiten und verschlüsselt speichern.Zur Speicherung stehen zwei Formate zur Verfügung: ein internes Format und ein GPG-kompatibles Format.

Das Programm 'encryptpad' gibt es für die Plattformen Linux, MacOS und Windows, aber leider nicht für mobile Geräte

Warum der ganze Aufstand

Bei all den tollen Password-Managern und Notizenverwaltungstools kommt es im täglichen Betrieb regelmäßig vor, dass man schnell ein paar Angaben in eine Textdatei kopiert und ablegt. So lange das nur Kochrezepte und ähnliche Notizen sind, ist das unkritisch. Aber selbst bei Telefonnummern und Links aus der letzten Recherche fängt die Grauzone an. Ganz spannend wird es, wenn man auf die Schnelle die Kommandozeile für den SSH-Aufruf eines lokalen Servers ablegt oder die Credentials einer neuen Webportalanmeldung zwischenspeichern will, weil der Password-Manager gerade nicht passt.

Und schon liegen wichtige Daten auf irgend einem Cloud-Verzeichnis. Wenn man Glück hat, ist es die eigene Nextcloud eines vertrauenswürdigen Servers. Oder das /home-Verzeichnis des eigenen Rechners (Eigene Dateien für die Fans des Redmont-OS)

Mein Einsatzplan

Überall da, wo ich mir – gerade beim Entwicklen – schnell mal Notizen mit dem Texteditor mache, werde ich mir angewöhnen, den EncryptPad zu nutzen. Gerade die ASCII-Snippets, welche schnell mal nebenbei anfallen, enthalten immer mal wieder, Passwörter, Tokens und ähnliche Geheimnisse im Klartext.

Quelle

EncryptPad gibt es beim Autor Evgeny Pokhilko oder auf GitHub. Im Ubuntu App Centre ist es auch als Snap-Paket enthalten. Unter Ubuntu habe ich den direkten Weg über das Repository genutzt:

sudo add-apt-repository ppa:evpo/main
sudo apt update
sudo apt install encryptpad encryptcli

Im Readme des Github-Repository steht alles Notwendige: Begründung, Bedienung, Installation und Bezugsquelle.

Michael Stumpp Oranienburg — Lizenz CC BY-SA

Nachdem ich mir jahrelang mit verschiedenen – durchaus brauchbaren – Tools zur PDF-Nachbearbeitung beholfen habe, bin ich vor einigen Wochen über das Online-Werkzeug PDF24 Tools gestolpert. Und ich bin immer noch begeistert, was damit alles geht.

Der einzige, kleine Wermutstropfen ist die Tatsache, dass ich das Tool nur Online benutzen kann, weil es das lokale Tool PDF24 Creator leider nur für Windows gibt. Für mich weniger das Problem als für Anwender mit ausgeprägtem Datenschutzbedarf.

Die Webseite bietet über 30 Bearbeitungsfunktionen, ca. 40 Konverter vom und zum PDF-Format und ein paar Spezialfunktionen bis hin zum Generator für E-Rechnungen im XRechnung- oder ZUGFeRD-Format.

Update Nov. 2025 Inzwischen bin ich über das Tools BentoPDF gestolpert. Dieses bietet in etwa dieselben Funktionen – zumindest die, welche ich brauche. Der Unterschied ist, dass laut Beschreibung BentoPDF alle Operationen lokal im Browser durchführt und keine PDF-Dateien auf den Server hochlädt. Das ist natürlich sehr Informationsschutz-freundlich. Abgesehen davon, dass man BentoPDF im Docker-Container auch lokal betreiben kann.

Meine Anwendungsfälle

... beschränken sich auf die sogenannten “Häufig verwendet” Funktionen. PDF-Seiten aus mehreren Dokumenten zusammensetzen, einzelne Seiten rausschneiden und alle Seiten neu sortieren, konnte mein bisheriges lokales Werkzeug auch schon. Als lokale Anwendung sogar ein bisschen eleganter als ein Online-Tool.

Was jetzt neu und mit den PDF24 Tools viel einfacher geht, ist … – Texte in ein bestehendes PDF-Dokument einfügen (wie PostIts aufkleben), – eingescannte Unterschriften auf einem PDF-Dokument plazieren, – PDF mit einem Passwort schützen (verschlüsseln), – PDF-Dokumente komprimieren, – mehrere Dokumente übereinanderlegen (hatte ich noch gar nicht) – und vieles mehr.

Einer meiner Standard-Anwendungsfälle ist simpel. Ich bekomme ein Angebot per Mail zugesandt und … – packe den Text “Auftrag erteilt” auf den Briefkopf, – setze Datum und meine eingescannte Unterschrift darunter – und schicke das Ergebnis an den Dienstleister zurück. Der freut sich, denn er kann sich eine unterschriebene Auftragsbestätigung ausdrucken. Zwar auch nicht 100% rechtsicher, aber ausgedruckt genao so wertvoll wie ein Telefax.

Ein bisschen Kritik verträgt auch das beste Werkzeug

  • Viele Funktionen überlappen sich. So kann ich mit PDF bearbeiten Texte, Formen und Bilder einfügen und habe einen Textmarker-artigen Zeichenstift. Mit der Funktion PDF unterschreiben kann ich Texte, Bilder und Unterschriften (als Bild) einfügen, wobei Unterschriftsbilder im Browser gespeichert bleiben, auch über das Sessionende hinaus. Praktisch aber nicht ganz risikolos.
  • Nach Durchführen einer Funktion kann man gleich die nächste PDF-Funktion benutzen, z.B. 'PDF komprimieren' nach 'PDF zusammenführen`. Aber es gibt ist immer nur eine begrenzte Auswahl der Funktionen, die das Tool gerade für sinnvoll hält. Wenn's nicht passt, muss man halt das Zwischenergebnisherunterladen und wieder neu hochladen.
  • Die Funktionsvielfalt erinnert eine wenig an die klassischen Chinarestaurants des vorigen Jahrhunderts. Auch hier wird mit wenigen Zutaten (Grundfunktionen) eine große Zahl von Gerichten (PDF-Funktionen) bereitgestellt. Kann man so machen, hat bestimmt auch seine Vorteile für den einen oder anderen Anwender; trifft halt nicht so ganz meinen Geschmack.
  • Zwar gibt es das Ganze auch lokal als PDF24 Creator aber leider nur für die Windows Plattform. Experimente mit Wine verbieten sich, da dass Online-Tool so praktisch und einfach ist.

Fazit

Das PDF24 Tool ist eine echte Arbeitserleichterung für jeden, der viel mit PDF Dokumenten zu tun hat. Es ist auch für Gelegenheitsanwender geeignet, da die Bedienung kinderleicht und intuitiv ist. Und dass man für jeden Anwendungsfall einen eigenen Button hat, mag bei seltener Benutzung sogar ein Vorteil sein. Und das Ganze wird kostenlos angeboten, besser geht's eigentlich nicht.

Daher ⭐⭐⭐⭐⭐

Michael Stumpp Oranienburg — Lizenz CC BY-SA

In diesem Blog veröffentliche ich meine Erfahrungen mit diversen Software-Lösungen. Ich bin regelmäßig am Ausprobieren neuer Software-Lösungen – online, wie offline – welche mir neue Dinge auf den Computern und Smartphones ermöglichen. Oder auch laufende Arbeiten vereinfachen.

Meine Auswahl ist subjektiv, persönlich und von meinen aktuellen Anforderungen bestimmt. Oder manchmal auch von zufälligen Begegnungen mit nützlichen IT-Lösungen im Internet.

Folgende Randbedingungen kommen bei mir vor: – meine Desktop-Computer laufen alle mit Linux, üblicherweise mit dem aktuellen Ubuntu LTS. – Die Umstellung meines privaten Desktops von Windows erfolgte auf das damals aktuelle Ubuntu 08.04. Und ich bin dabei geblieben. – Dann habe ich eine ganze Reihe Raspberries im Einsatz. Sie laufen in der Regel auf Raspberry Pi OS. – Meine Smartphones und Tablets laufen alle mit Android. Zur Apple-Welt habe ich nie richtig Zugang gefunden. – Ich bevorzuge OpenSource-Lösungen, ohne dogmatisch darauf zu bestehen. – Früher war ich auch mal Fan von Freeware- und Shareware-Lösung. Mit der zunehmenden Professionalisierung von Lug, Betrug und Abzocke in der IT-Welt kann man solchen Lösungen aber eher nicht mehr vertrauen.

Michael Stumpp Oranienburg — Lizenz CC BY-SA