Advent-Gedanken

Foto

Mit einigem Kraftaufwand haben wir in diesem Jahr organisiert, dass die Predigerkirche während des Weihnachtsmarktes in Erfurt (fast) jeden Tag ein paar Stunden offen steht. Ehrenamtliche setzen ihre Zeit dafür ein. Dabei ist die Beleuchtung gerade kaputt. Ungeheizt ist sie eh immer.

Es ist bewegend zu sehen, wie hunderte Menschen in die kärglich aber stimmungsvoll beleuchtete Kirche kommen. Es rührt mich an, wie viele eine Kerze entzünden und dabei sicher an Menschen denken, die ihnen wichtig sind. Oder an die Situation in dieser Welt.

Es ist wie ein Gegengewicht zum Glühwein und zum Langos-Stand neben dem Riesenrad auf dem Domplatz. Etwas, was die Seele anspricht, vielleicht etwas empfänglicher macht für das Göttliche in dieser Zeit.

Ich weiß, wie wichtig mir selbst offene Kirchen sind, wenn ich unterwegs bin. Orte der Besinnung. Manchmal einfach Orte zum Ausruhen. Oft auch Orte für das Schöne und das Stille im Hintergrund der Welt. Ich bin dann meist sehr dankbar: denen, die sie offen halten, denen, die sich die Mühe gemacht haben, sie zu erbauen. Und dankbar Gott gegenüber...

Predigerkirche im Advent

#Foto #Advent

Es ist der letzte Novembertag. Grau. Kalt. Regnerisch. Es beginnt schon dunkel zu werden. Obwohl: wirklich hell war es den ganzen Tag noch nicht. “Depressions-Wetter” nenne ich das manchmal.

Trotzdem gehe ich eine Runde durch die Stadt, damit ich zu Hause nicht rammdösig werde. Ich sehe sehr viele Menschen, blinkende Buden vom Weihnachtsmarkt, unheimlich viel Müll, Plaste, Flaschen, Speisereste von gestern. Dazu der Krach der Autos auf dem Juri-Gagarin-Ring, Baustellen, sehr viele störende Autos, die die Innenstadt zuparken..

Doch dann ändere ich meinen Blick. Ich nehme mir vor, auf das Schöne zu schauen. Es zu suchen, mitten in der Stadt. Auf das Kleine zu achten inmitten des Großen. Ich entdecke Blumen im Chaos einer Baustelle. Farben, Formen. Einen Reiher. Übriggebliebene Früchte...

Es ist so schön. Das hatte ich nicht gedacht, als ich losging. Ob es öfter so ist?

Stiefmütterchen Rose
Pflanze Beeren
Reiher Sternblume
Beere Blume

#Foto

Unvorstellbar, dass einer bei der Nationalen Volksarmee auf seiner Spind-Tür ein Plakat mit einem religösen Motiv hatte. So etwas hatte in einer sozialistischen Armee nichsts zu suchen. Dann schon eher knapp bekleidete Damen. Aber ein Jesus-Bild? Unter keinen Umständen!

Dennoch hatte ich ein reliöses Plakat dort hängen, anderthalb Jahre lang. Das war mir wichtig. Es war ein Foto mit der Skulptur einer Madonna mit Jesus-Kind. Eine Holz-Skulptur in den typischen Formen, wie sie Friedrich Press in den 70er Jahren geschaffen hatte. Mich als Jugendlichen faszinierten diese Figuren. In ihrer Schlichtheit. Und in der Klarheit ihrer Botschaft.

Das tun sie bis heute. Wenn ich darauf schaue, wird mir ganz warm ums Herz. Und ich ahne etwas davon, wie schlicht und klar der #Advent sein könnte.

Und dass die Vorgesetzten damals in diesem eigenartigen Holz kein religiöses Motiv erkennen konnten, war ein willkommener Nebeneffekt....

Friedrich Press: Madonna mit Kind

#Foto

Jacob Biazza hat in der SZ geschrieben: “Es gibt Untersuchungen, denen zufolge die Zukunft für die Identität eines Menschen etwa genauso wichtig ist wie seine Vergangenheit. Vorstellungen davon, was man sein könnte, beeinflussen das Selbstverständnis also ebenso wie das, was man tatsächlich erlebt hat. Man wird zu dem, was man denkt.” Und er hat geschrieben, dass es Geschichten braucht von einer positiven Zukunft, um der persönlichen und gesellschaftlichen Depression zu entgehen.

Diese Geschichten haben wir doch in der Kirche. Der Glaube ist doch genau das: Die Geschichte einer positiven Zukunft. Einer Zukunft, auf die wir nicht mal warten warten müssen. Die auf uns zukommt. Die manchmal schon da ist. Einer Geschichte vom Heil.

So werden wir es singen, heute, am Zweiten #Advent: “O Heiland reiß die Himmel auf!” Und ich sehe den Himmel offen. Und ich sehe eine Zukunft anbrechen, in der Gott seine Hütte bei den Menschen hat, wie es die Bibel sagt. In der Poitiker nicht mehr mit Angst punkten, in der wir im Grünen sitzen und nicht zwischen Autos. In der ich dir gern begegne... Lasst uns diese Geschichten erzählen!

Der Himmel bricht auf. Foto von <a href="https://unsplash.com/de/@wandervisions?utm_content=creditCopyText&utm_medium=referral&utm_source=unsplash">Arto Marttinen</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/wolkenmeer-fHXP17AxOEk?utm_content=creditCopyText&utm_medium=referral&utm_source=unsplash">Unsplash</a>

#Foto

Die meisten Artikel dieses Blogs sind mit Hashtags versehen. Hier findest du eine alphabetische Liste der verwendeten Hashtags. Das ergibt einen Themen-Index:

Sie begleitet mich seit mehr als 40 Jahren. Täglich nehme ich sie mindestens zwei mal zur Hand. Gekauft habe ich sie damals in der DDR im Delikat: 150 g chinesischen Tees für sieben Mark. Meine Teedose.

Weiterlesen...

Über der Saale in der Nähe von Camburg in Thüringen steht im Wald eine Ruine. Es sind die Reste eines Klosters, gebaut vor über 1000 Jahren.

Weiterlesen...

Beim Bügeln oder Essen Kochen. Beim Baden neben der Wanne. In der Pause beim Seminar. Während der Bewegungseinheit in der Gruppenarbeit. Ich habe sie oft dabei: Meine Bluetooth-Box.

Weiterlesen...

Es gibt Dinge im Leben, die nicht lebensnotwendig sind. Und doch möchte ich nicht auf sie verzichten.

Weiterlesen...

Es gibt wenig, was mir an adventlichen Äußerlichkeiten wirklich wichtig ist. Der Herrnhuter Adventsstern gehört dazu. Seit heute strahlt er wieder bei uns.

Weiterlesen...