Martin Walker: Bruno Chef de police
Seit längerer Zeit wollte ich schon in die Bruno Serie einsteigen, bin aber immer von abgekommen. Diesen Jahreswechsel ergab sich das Ausleihen des Hörbuches via Libby und weil es mir so gut gefiel, habe ich mir ein second-hand Exemplar des Buches gekauft.
Dies ist der erste Fall von Benoît Courrèges, genannt Bruno, dem Polizeichef des Dorfes Saint-Denis im Périgord. Der Autor führt gut in die Szenerie ein und gibt dem Lesenden die Zeit, die Charaktere kennenzulernen, bis dann der Mord geschieht.
Es ist ein brutaler Mord an einem alten Mann, was zuerst auf einen faschistischen Hintergrund durch Anhänger des Front National hinzuweisen scheint. Aber der Fall ist komplizierter und zum Teil durch Brunos Recherche werden einige Hintergründe klarer, die auf Ereignisse zur Zeit des Vichy Regimes in Saint-Denis hinweisen.
Mehr dazu zu verraten wäre ein Spoiler – aber mich hat es neugierig gemacht, ein paar Seiten im Netz zum Maquis und der Résistance im Périgord zu suchen.
Die für mich allerdings literarisch geschicktestes Szene ist diese:
” [Isabelle] stellte die Erdbeeren beiseite, rückte näher zu Bruno und schmiegte ihren Rücken an seine Brust. Bruno legte Isabelle seinen Arm um die Taille, worauf sie sich an ihn kuschelte und, als die Sonne schließlich unterging, seine Hand nahm und unter ihre Bluse führte.” (Ende Kapitel 22, S. 370)
Dies hat mich beeindruckt. Ich kann mich nicht erinnern, wo anders eine ähnlich gute Darstellung gefunden zu haben, wie ein weiblicher Charakter einem männlichen Charakter zeigt, dass körperliche Annäherung erwünscht ist. Es ist nicht plump, wortlos, und passt perfekt zur Zeichnung der Personen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich denke ich werde die Serie weiterhin lesen.