Cedaras Couch

Ben Aaronovitch : Stone and Sky (Rivers of London Series)

Due to a message that Dr. Walid got from a friend in Scotland, the characters go on vacation in Scotland (Aberdeenshire), trying to figure out the reason why something is killing sheep and leaving their insides spreaded out near the carcass. Basically that‘s the reason why the story is not situated in London this time.

However, it‘s not just Thomas Nightingale, Peter Grant and Dr. Walid. Abigail Kamara, now being an adult apprentice goes as well, accompanied by the fox Indigo. As Peter was supposed to be on vacation, his wife Beverly Brook and their twins Taiwo and Kehinde go as well. Peter Grant‘s mom insisted on joining them for babysitting. Peter‘s dad plus their band „Lord Grant‘s Irregulars“ and their manager Zachary Palmer join as well.

Without spoiling the actual case (too much) and the story, I like that we get new characters, learn what happened to Abigail‘s brother Paul, and get a lesbian love story.

The book works for me and fits nicely into the series canon. It‘s an easy read, even for a non-native speaker like me, and I really don‘t regret having again bought the hardcover this time around. It was worth it.

Nnedi Okorafor : One Way Witch

This is the second book of the „She Who Knows“ series. My review to book one can be found here: https://text.tchncs.de/cedara/h2nnedi-okorafor-she-who-knows-h2

Caveat for sensitive readers: Rape is mentioned in the book.

The book starts with Najeeba‘s daughter Onyesonwu having left the village she was living in with her mother. Again, the story is told through Najeeba‘s eyes, including how her daughter changed the world when she was killed. Basically, the book tells the story as to how Najeeba learns to become a witch. This might seem simple but in reality, it‘s a story of growth, atonement and dealing with change.

Again, Nnedi Okorafor manages to write a story that is an easy read even for a non-native English reader and I found it fascinating. So much, that I now pre-ordered book 3 to see how the story continues.

Jesus Canadas: Die Bibliothek der wahren Lügen

Oskar gewinnt den Schreibwettbewerb seines Lieblingsautors und wird von ihm nach Hause eingeladen, wo der Teenager die Kunst des Schreibens erlernen darf, indem er selbst eine Geschichte schreibt. Was zuerst wie die Erfüllung eines Traums erscheint, verändert sich ins Negative, denn bei seinem Autor ist nichts so, wie es nach Außen erscheint.

Das Buch ist anders, als ich es zuerst erwartet hatte. Es gibt drei Ebenen der Handlung: Realität, Oskars Welt der Geschichte und eine Meta Ebene mit Kommentaren am Rand. Das hatte ich so nicht erwartet, funktioniert aber gut.

Den Verlust einer der niedlichsten Figuren in der Handlung finde ich schade – ich hätte mich gefreut, wenn die Figur das Ende mitbekommen hätte. Gut fand ich, dass Oskar ein altes Trauma scheinbar überwindet. Am Ende hat der Junge doch etwas gelernt und erscheint mir weniger kindlich als zu Beginn.

Ich fand die Handlung unterhaltsam, allerdings eher ungeeignet für sehr junge Leser:innen. Eher was für Menschen im Teenageralter aufwärts. Definitiv empfehlenswert.

Tahsim Durgun : Mama, bitte lern Deutsch

Ohne die Buchmesse wäre ich vermutlich nie auf dieses Buch gestoßen. Es ist eines, das jeder Mensch gelesen haben sollte – insbesondere die Menschen, die niemals Rassismus am eigenen Leibe erfahren haben.

Ich will nicht zuviel über den Inhalt verraten, daher hier zusammenfassend: Es ist autobiographisch und sehr persönlich. (Dazu umbedingt das Kapitel mit der Ausländerbehörde lesen).

Tahsim Durgun erklärt vieles im Yezidisch*-kurdischen Kulturkreis und bei manchen Dingen hätte ich sogar noch mehr dazu wissen wollen. Aber dazu gibt es schließlich Bibliotheken.

Das Buch hat den Bestsellerplatz absolut verdient.

*Im Gegensatz zu Wikipedia wird im Buch die obige Schreibweise verwendet, daher mache ich das hier auch.

Carlo Massala : Wenn Russland gewinnt - ein Szenario

Von all den Büchern, die in den Buchmesse Streams vorgestellt wurden, war dies das aktuellste.

Was wäre, wenn Russland aus dem Ukrainekrieg als Sieger hervorginge? Persönlich dachte ich, sie würden dann als nächstes versuchen, sich die Baltischen Staaten einzuverleiben.

Das Buch hat allerdings eine viel feinsinnigere Idee: Russland testet die Verteidigungsfähigkeit der NATO mit einer einzelnen Stadt. Ist der Westen bereit, einen Angriff auf einen Mitgliedsstaat nach Artikel 5 dafür festzustellen? Wie sich im Szenario ergibt, ist die Antwort „nein“, den die Amerikaner lassen den Westen hängen.

Das Nachwort ist sehr empfehlenswert als zusätzliche Lektüre, denn die derzeitige Realität mit dem jetzigen US Präsidenten läßt solch einen Ausgang ziemlich real erscheinen. Die Schlüsse, die dort daraus gezogen werden, ließen mich vielen der Aussagen des Autors zustimmen.

Ein definitiv empfehlenswertes Buch.

Luisa Neubauer : Was wäre, wenn wir mutig sind

Auf den 142 Seiten des Sachbuches erzählt Luisa Neubauer etwas zum Thema Klimawandel und es liest sich fast wie ein Audiobuch. Zumindestens scheint es so.

Sie wirft nicht mit Zahlen und Grafiken um sich, was das Buch leicht lesbar macht. Sollte man allerdings zu wissen wünschen, auf welchen Fakten ihre Aussagen beruhen, finden man am Ende des Buches dazu Fußnoten.

Es ist in drei Teile unterteilt. Teil 1 (Hoffnung in der Krise) beginnt mit dem Bücherregal ihrer Oma, die selbst Aktivistin ist. In Teil 2 (Fossilität) bezeichnet sie die Gegenwart mit dem Fossilitätsbegriff, der sich nicht nur auf fossile Energie bezieht, sondern zum Beispiel auch fossile Normen und Gewohnheiten. Teil 3 (Was jetzt?) versucht einen Ausblick zu geben.

Ich habe es runtergelesen und keine der Fußnoten angeguckt. Warum? Weil der größte Teil mich nicht neu war. Das einzige, was ich neu am Buch fand, ist der Begriff der Fossilität, der vieles der gegenwärtigen Verhaltensweisen soziologisch begründen könnte.

Für wen wäre es geeignet? Für jeden Menschen, der eine leichte Lektüre in eine komplexe Sachlage sucht.

Nnedi Okorafor : She Who Knows

What an unusual book! The author creates a post-apocalyptic universe, in which written knowledge is rare and kept in a „Paper House“. Raiding a Paper House is a loss that the whole community suffers from.

The main character, Najeeba, is a 13 year old girl, who has heard the „call“ – a subconscious call to know when it‘s the right time to travel to a dried out lake to gather salt. Salt is a precious commodity in a desert environment like hers, and in her society only men can hear the call and do the gathering. She breaks unwritten rules by being allowed by her parents to travel with her father and her brothers, as only men are said to be able to hear the call. On one of the trips to gather salt, Najeeba discovers her talent, to become the Kponyungo* sorceress.

Mrs. Okorafor draws out a fascinating religious structure, rooted in odinani* as she said. I‘m not completely understanding it yet. What I got though, is that Ani is the main goddess the characters called out to in the way some people say „by God“.

The is the societal structure is also something I personally would love to know more of in regards to world-building. Najeeba belongs to a group of “outcasts” that can only marry people who belong to it as well. It seems to me that they have their own villages, which all have the same basic name, only with a number behind the last letter. I've wondered if the other groups who don't belong to the same one as Najeeba have their own villages with a different name and number. But that is a bit left for analysis.

As a non-native speaker, the book is an easy read, and I have ordered the second one as well, to see how the story develops further.

I highly recommend “She Who Knows ” to anybody who likes post-apocalyptic scifi/fantasy.

References: * https://en.wikipedia.org/wiki/Kponyungo * https://mas.to/@nnedi/114444758465059081 * https://en.wikipedia.org/wiki/Odinala

Die Poesie von Mascha Kaléko

Und wieder einmal habe ich es der Buchmesse zu verdanken, dass ich Bücher von Autoren lese, von denen ich vorher noch nie etwas gehört habe.

Mascha Kaléko : Wir haben keine andre Zeit als diese. Gedichte über das Leben. Erschienen bei dtv 2021.

Das kleine 143 Seiten umfassende Buch enthält verschiedene Gedichte unter fünf thematischen Abschnitten:

  • Was geschehn soll, wird geschehn
  • Die Koffer voller Sehnsucht
  • Ich bin geschlagen aber nicht besiegt
  • Kein Wort vermag Unsagbares zu sagen
  • Merke: nichts ankert im Wasser, das fließt

Am Schluß findet sich etwas zur Autorin und ihrer Lebensgeschichte. Sie war in den 1930ern berühmt geworden, aber dann eine der vielen, die unter dem Naziregime emigrieren mussten. Sie, ihr Mann und ihr Sohn hatten das Glück, in New York Schutz finden zu können. Nach Kriegsende hatte sie ein literarisches Comeback, aber nur bis sie dann einen angesehenen Preis mit der Begründung ablehnte, dass eines der Jurymitglieder ein SS Mitglied gewesen sei.

Die Gedichte sind leicht verständlich und manche davon erklären sich gut mit ihrer Lebensgeschichte als Hintergrund.

Mir ist besonders dieses Gedicht im Buch aufgefallen:

„Es fragt uns keiner, ob es uns gefällt, ob wir das Leben lieben oder hassen. Wir kommen ungefragt in diese Welt und werden sie auch ungefragt verlassen.“

Vielleicht kaufe ich mir doch noch das Buch*, das Denis Scheck auf der Buchmesse vorgestellt hatte. Mal sehen.

Kurze Review zu "Air" von Christian Kracht

Gefunden habe ich das Buch durch die Buchmesse, sprich Dennis Schecks Empfehlungsreigen. Gut, dass die hiesige Bibliothek es hat – musste nur reservieren lassen. Im Nachhinein hätte ich das Buch vermutlich nicht gekauft.

Falls jemand das Buch noch lesen will: mein Text enthält viele Spoiler.

Worum geht es in dem Buch:

Paul, ein Innenarchitekt, landet durch einen Sonnensturm in einer Parallelwelt, in der ein Herzog grausam sein Volk beherrscht und gegen die Aussteiger in der Eiswelt zu Felder zieht.

In der Parallelwelt grassiert eine pestartige Seuche, an der Menschen dort versterben. Es gibt dort keine Antibiotika.

Die sympathische Figur Ildr, ein junges Mädchen, scheint wie wenige gegen die Seuche immun zu sein. Ihre Eltern sind tot oder verschwunden.

Pauls Auftraggeber landet nach einem Selbstmordversuch mit Phenobarbital auch in der Parallelwelt. Den Selbstmordversuch fand ich ein wenig schockierend und wäre gerne vor dem gewarnt worden, wenn es eine Fanfiction gewesen wäre.

Nur die, die in der Eiswelt gemeinschaftlich orientiert leben, schaffen es bis zum Ende der Handlung. Nachdem der Herzog gestürzt wurde, liegt Cohen auch im Sterben in der Parallelwelt und für Paul erscheint die Welt zweidimensional. Das Schlußkapitel scheint eine Parallele mit einem Bild zwischen Merlin/Paul und Lancelot/Cohen zu ziehen.

Fazit:

Mich ließ das Buch ein wenig unzufrieden am Ende zurück. Warum landeten beide in dieser Parallelwelt? Nur um den Aussteigern zu helfen den Herzog zu stürzen? Was will der Autor damit sagen? Wie ein Märchen, in dem das Gute gewinnt? Nur die, die gemeinschaftlich orientiert sind, werden überleben?

Vielleicht aber auch fehlt mir der Kontext für die Merlin-Lancelot Parallele. Das Bild, das am Ende erwähnt wurde, habe ich jedenfalls im Netz gefunden. Ich spekuliere mal, dass dies als Inspiration diente.

Quelle für das Bild: https://www.artnet.de/künstler/james-archer/merlin-and-lancelot-an-incident-from-la-morte-mWvPaYLX_Kivp8-3G0GR6A2

Sonnenhang von Kathrin Weßling

Eigentlich hatte ich mir das Buch nur besorgt, weil die Autorin auf der Buchmesse zu einem Talk war und mir die Präsentation gefallen hatte. Plus, meine lokale Bibliothek hat es nicht im Katalog. Ich war, wie man so sagt, neugierig.

Die Handlung ist relativ einfach: Frau Mitte dreißig, ist im Hamsterrad des Homeoffice plus Katze. Ihre Freunde und Bekannten haben die Mann-Familie-Kind Richtung eingeschlagen. Sie findet nicht den passenden Mann dafür. Sie findet heraus, dass der Ex-Freund, der während der Beziehung keine Kinder wollte, jetzt lieber mit einer anderen Frau ein Kind in die Welt gesetzt hat. Sie ist gutsituiert, mit einem Erbe im Hintergrund, was ihr erlaubt, Teilzeit zu arbeiten. Dann erhält sie einen gesundheitlichen Schlag: Ihr muss die Gebärmutter entfernt werden, und somit ist es mit der Idee des Kinderkriegens vorbei. Im Laufe der Geschichte jedoch, findet sie mittels neuer Freunde in Sonnenhang und Urlaub eine neue Stabilität.

Eigentlich eine gute Handlung, wenn mich der Schreibstil der Autorin anfangs so irritiert hätte. Sie liebt lange, mit Kommata verbundene Sätze, was auf Seite 30/31 ein Satzungeheuer ergab. Manches erinnerte mich dabei an „Stream-of-Consciousness“ Monologe. Ich gewöhnte mich allerdings mit der Zeit an den Sprachstil. Schließlich gibt es auch Autoren, die niemals einen Punkt machen. (Dank an den netten Menschen auf Mastodon, der mich auf Herrn Krasznahorkai aufmerksam machte.)

Eine andere Irritation hatte ich in der Szene mit dem blutigen Laken zu Hause, als ich mich wunderte, ob die Matratze denn nicht auch nass geworden war. Das brachte mich ein wenig aus der Handlung.

Ich habe mich während der Handlung auch gefragt, warum ihr Charakter Katharina hieß, da ihr eigener Vorname Kathrin eine Kurzform von Katharina ist. Da fehlte mir ein wenig der Abstand zwischen Autorin und Handlung.

Das Buch war okay. Ich hatte allerdings irgendwie mehr erwartet. Vielleicht bin ich aber auch nicht die Zielgruppe des Buches.