Ich war heute in Lausanne, das Ziel war ein Spiel des FC Wil gegen den FC SLO, aber ich bin extra etwas früher los, um noch etwas von Lausanne zu entdecken.
Kaffee im Bel-Air Coffee
Eigentlich wollte ich das Bistro Racines besuchen, da es gemäss HappyCow das einzige (!) rein vegane Lokal in Lausanne ist. Es hatte allerdings Sommerferien. Nicht das ich das auf ihrer Website vorher nachgeschaut hätte, aber es steht offenbar nach nachträglicher Kontrolle nicht dort.
Also habe ich mir im Coop etwas geholt. Und bin dann weiter ins Bel-Air Coffee. Das Café ist etwas versteckt, an einem – aus meiner Sicht – schönsten Orten in Lausanne, beim Bel-Air Hochhaus.

Gestossen bin ich auf das Café via European Coffee Trip. Eindruck war sehr gut. Löbliche Ausnahme war, dass pflanzliche Milch ohne Aufpreis erhältlich war.
Ich habe natürlich – ich komme mir dabei etwas wie ein Afficionado vor – eine Kanne V60 bestellt. Ich konnte aus vier Röstungen aussuchen, alle kamen aus richtig lässigen Röstereien aus Skandinavien. Nur schon die Verpackungen haben mich fast in Wallungen versetzt.

Ich glaube, – ich kann mich nicht mehr gut erinnern – ich habe mich für eine Röstung aus Stockholm entschieden – very light, wurde versprochen. Und so kam es auch. Das wäre sogar für Teefreund:innen eine eher sanfte Sache gewesen. Aber war gut. Dazu habe ich etwas Standart und habe mich da noch mehr wie eine weird coffee person gefühlt.
Besuch im Mudac, Photo Elysée, Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne
Dann habe ich mich über Schleichwege zur Platforme 10 begeben. Interessant wie anders man zu Fuss auch nochmals eine Stadt erlebt!
Die Platforme 10 befindet sich unweit des Bahnhofs und umfasst drei Museen:
- Das Mudac, ein Designmuseum;
- Die kantonale Fotosammlung Photo Elysée;
- Das Kunstmuseum Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne
Beim Mudac war ich mir etwas unsicher, was sie genau zeigen. Ihre Hauptaustellung war Soleil·s. Es ging um das Thema Sonne, wie wurde die Sonne genutzt, wie werden wir sie vielleicht auch in Zukunft nutzen? Wie haben wir die Sonne wahrgenommen.
Das wird erstaunlich breit angeschaut. Es geht um Solarenergie, verschiedene technische Themen werden angeschaut. Es gibt interessante Rückblicke in die Geschichte, wie Leute die Energie der Sonne genutzt haben, zum Beispiel zum Kochen und oder dann auch mit elektrischer Energie gearbeitet haben.

Mein Highlight waren ein Sony Walkman, der mit Solar angetrieben wird oder ein Bluetooth Kopfhörer mit Solarpanels im Kopfband.
Im Photo Elysée gab es drei Ausstellungen. Eine Ausstellung zu African Americans in den USA. Ich fand die Fotos sehr intim und berührend. Die jungen schwarzen Männer, die oft als Bedrohung dargestellt und wahrgenommen werden in der Öffentlichkeit, wirken hier sehr nahbar und verletzlich.
Die zweite Ausstellung widmete sich dem Thema der Sportfotografie. Natürlich ein interessantes Thema für mich als Sportfan. Die Ausstellung wollte irgendwie alles und hat den roten Faden komplett verloren. Wirklich geblieben sind mir auch keine Fotos. Vielleicht lag das auch am starken Koffeinkonsum.
Die dritte Ausstellung hatte kantonale Themen im Fokus. Zu sehen war unter anderem Feste der Landjugend in der Waadt. Beispielsweise wird dort Seilziehen und andere archaische Spiele veranstaltet.
Im Kunstmuseum hat man einen guten Einblick in die Sammlung bekommen, die sich vor allem mit waadtländer Künstler:innen beschäftigt. Besonders geblieben ist für mich das Bild Les Romains passant sous le joug von Charles Gleyre (1806-1874). Das Bild habe ich selber einmal im Unterricht verwendet, um den Einsatz der Helvetier als Gründungsmythos der Schweiz zu illustrieren.
Kaffee im ÇA PASSE CRÈME

Im zweiten Lokal ÇA PASSE CRÈME muss ich leider anmerken, dass hier die veganen Optionen 50 Rappen Aufpreis kosteten. Finde ich erstens grundsätzlich daneben und zweitens sowieso viel zu teuer.

Ich habe einen brasilianischen Espresso geröstet von Bonanza Coffee aus Berlin-Kreuzberg bekommen. Leider habe ich den Kaffee unter dem sehr süssen Oatly kaum geschmeckt. Aber gespürt habe ich das Koffein auf jeden Fall, ich wurde schon etwas zittrig. Und das nach dem zweiten Kaffee. Peinlich!
Mutter Teresa besucht

Mutter Teresa ist meine Lieblingsheilige. Kurzer Witz zum Einstieg.
Nein, also Mutter Teresa lehne ich aus verschiedenen Gründen ab. So ist ihre Arbeit in Kalkutta zum Teil katastrophal. Das fängt schon mit der Einstellung zu Leid und Krankheit an. Das sind vor allem Prüfungen Gottes. Das erklärt den teilweise dilettantischen Umgang in den Spitälern.
Die Frau war und ist bis heute das Postergirl für den sehr konservativen bis reaktionären Teil des Katholizismus. Erinnern wir uns nur an die Aussagen, wo sie Abtreibungen als schlimmstes Verbrechen der Menschheit bezeichnet.

Da Mutter Teresa ja albanische Wurzeln hat, hat sie für albanische Katholik:innen auch in der Schweiz eine enorme Bedeutung. So gibt es in der Schweiz Stand jetzt vier Statuen (Wil, Uznach, Winterthur und Lausanne).
Entsprechend habe ich die Statue in Lausanne besucht und fotografiert.
FC Stade-Lausanne Ouchy – FC Wil (26.07.2025, Meisterschaft)

Meisterschaftsauftakt. Mit einem höheren Sieg könnte man mal auf Platz 1 stehen. Die Wiler spielen gegen das – aus meiner Sicht – unterlegene SLO in den ersten 15 Minuten gross auf. Hajij macht in der 5. Minute irgendwie das Tor. Die Härte beim Abschluss, die schon so lange zu fehlen scheint, haben die Wiler plötzlich. In der 33. Minute können die Lausanner ausgleichen. Aus grosser Entfernung sah der Wiler Schlussmann Muslija dabei nicht gut aus.
Unmittelbar vor der Pause keimt nochmals Hoffnung auf. Jacovic sucht regelrecht den Kontakt, als der Lausanner Warren Caddy das Bein viel zu hoch hebt. Der Aadorfer Schiedsrichter Nico Gianforte muss gelb zeigen. Nur blöd hat Caddy bereits gelb. Die Wiler nun in der gesamten zweiten Halbzeit in Überzahl.
Meiner Einschätzung nach wird Überzahl im Fussball massiv überschätzt. Ja, es kann einen kleinen Unterschied machen. Im Gegenteil: Viele unterlegene Teams rappeln sich nochmals auf und wissen genau, dass sie jetzt hinten definitiv zumachen müssen und vielleicht mal auf einen Konter hoffen können. Genau das hat SLO gemacht.
Allerdings hat Wil dann auch schlecht gespielt. Von der Spritzigkeit und vom Willen der ersten 15. Minuten war nichts mehr zu sehen. Keine besonders gute zweite Halbzeit, auch ziemlich langweilig. Es blieb beim 1:1. Wil bleibt heute mal auf Platz 3, aber auch nur, weil noch nicht alle gespielt haben.
Lobenswert muss man die Präsenz der Wil-Fans hervorheben. Es waren 16 Leute anwesend, bei den insgesamt wohl kaum über 100 Zuschauern in Lausanne eine gute Quote. Hoffen wir, dass es so weitergeht für die Wiler auswärts.