Hannes

Ein Witwer denkt über sein Leben nach.

Ärger im Früjahr 2024

So ist das, liebe Freunde, was man um Pfingsten sich herum hat. Im Februar und März 2024 hatte man Margret nur zögerlich im Krankenhaus behandelt. Sie musste immer wieder nach Hause entlassen werden, weil kein Bett für sie zur Verfügung stand. In dieser Zeit verschlimmerte sich ihre Krankheit. Sie hatte Aszites mit Krebs an den Ovarien. Das Wasser im Bauch spülte einige Krebszellen an ihre anderen Organe, wo sie sich festsetzten, dann war es für eine OP zu zu spät. Hätten die Ärzte nicht gezögert, dann wäre sie noch am Leben, aber sie verließ uns noch am Ostersamstag, das ist heute 7 Wochen her. Ich bestellte bei einer Versandfirma eine Ersatzkommode für das Arbeitszimmer, sie sollte am 17.5. geliefert werden. Zufällig sah ich dann in der Mail, das sich der Transport dieser Kommode verzögert, sie setzten den Liefertermin für den 22.5. an. Inzwischen traf die Toilettengarnitur ein, sie passt genau auf den Klodeckel, dazu war noch eine Toilettenumrandung und eine Badematte vorhanden in grün. Da mir aber dieser Termin nicht zusagt, weil ich noch Gras mähen wollte, einen neuen Termin. Nun wurde ein Fehler entdeckt, dass ich mir Tag nicht aussuchen konnte. Ich wollte die Dame verständigen, aber sie war telefonisch nicht zu erreichen. Dann rief ich am Vortag den Maler an, um mit ihm über die Finanzierung der Zimmer zu sprechen, aber er ist in “Urlaub” genau wie das Transportunternehmen von der Kommode. Manchmal fragt man sich auch, ob die Leute wirklich urlaubsreif sind, um die beiden Pfingstfeiertage zu genießen. Auf diese Weise kommt mein Wochenplan völlig durcheinander. Am 21. 5. muss ich mit dem Finger zu Bestrahlung ins Krankenhaus, weil sich am Gelenk ein Knubbel gebildet hat, am 22.5. Lieferung der Kommode, am 23.5. Besichtigung der Rundcouch im Wohnzimmer von einer Entsorgungsfirma. Am 24.5. evtl., wenn das Wetter gut ist, bei einer Dame das Gras abschneiden, am 25.5. das 6 Wochenamt meiner Frau. Am 28.5. muss ich mit Margrets Katze zum Tierarzt, da bekommt sie eine neue Spritze für ihre Gelenke, mittlerweile ist sie schon 19 Jahre alt. Am 29.5. muss ich zum Zahnarzt , für eine neue Zahnfüllung, der 30. 5 ist ein Kath. Feiertag und das wars. Ich war extra heute zu Hause geblieben, weil die Versandfirma den Transport der Kommode absagte, dann hätte ich einkaufen gehen können, denn ich brauche etwas für meinen Besuch, der zu Pfingsten kommt, wenigstens etwas. Schade, das Margret nicht mehr da ist, ich wäre mit ihr spazieren gehen können, wie in den früheren Jahren, um den Gesang der Vögel zu lauschen. Aber der Ärger ist vorbei. Am Pfingstsamstag bekam ich Besuch von Bekannten, die auch bei der monatlichen Sonntagsandacht dabei waren. Sie waren pünktlich und ich lud sie zur Andacht in das Hinterzimmer ein. Ich suchte bei mir eine gewählte Sprache aus, ich nannte den Grund der Andacht, sagte einige Worte und fügte einige Lieder dazu. Es war das 1. mal überhaupt, dass ich eine Andacht zu Bekannten hielt und es machte Spaß. Meine Bekannte brachte ein Stück Kuchen mit und ich machte den Kaffee fertig. Dann stießen wir zu dritt gegeneinander unsere Tassen und tranken auf eine dreierlei Freundschaft an. Die Begegnung war sehr herzlich und ich bin gewillt, es immer zu wiederholen.

Erinnerungen Teil 3

Als ich morgens aus dem Dachfenster guckte, hörte ich einen unbeschreiblichen Lärm, ich sah, das mehrere Bulldozer die Erde auf einen Haufen schoben. Vorher war es eine Ackerfläche, wo Getreide angebaut wurde. Man hatte vor, neue Wohnungen zu bauen, für Mitarbeiter dieser Einrichtung. Diese Häuser waren noch nicht ganz fertig, bewarb ich mich um ein Appartement. Nach ungefähr 1 1 ½ Jahren zog ich aus der Dachwohnung aus, nun endlich konnte ich mich ausdehnen. Der neue Raum war behindertenrecht eingerichtet und hatte 38.84 qm. Nur die Möbel mussten noch bestellt werden. Eine Woche später bekam ich einen Kühlschrank, mein Vater bestellte ihn. 2 Monate später bekam ich einen Toplader (Waschmaschine) Mein Vater besaß die Schlüssel von der Haus- und Wohnungstür. Es dauerte einige Tage, bis die Wohnung komplett eingerichtet war. Später bekam ich ein Telefon, um meine Eltern anzurufen, oder Musikaufträge einzuholen. Ab und an lud ich mir einige Leute ein, die ich gut kannte und machte eine Party. Aber das Ganze ließ immer mehr nach, weil ich älter wurde. Nun schloss sich der Kreis, an dem Tag, an dem ich Margret kennenlernte und die Schilderung von Erinnerungen zu Ende geht.

Erinnerungen Teil 2

Das weiß ich noch, ich besaß damals noch ein Moped von einer Weltfirma und fuhr morgens kurz vor 7 Uhr zur Gärtnerei. Der Betrieb bestand aus Blumen und Zierpfanzen halb, Landschafts- und Friedhofspflege. Natürlich wurden in dem Betrieb Kränze gebunden, die dazu gehörenden Blumen besorgten wir vom Großmarkt. Als die Kränze fertig waren, fehlten Schleifen noch. Mein Chef forderte mich auf, die bestellten Schleifen abzuholen. Es war der 4.4. 1969,(26 Jahre alt) war ich auf dem Rückweg, musste ich verkehrsbedingt ausweichen, weil ein LKW mit Anhänger vor mir stand. In der Zwischenzeit bildete sich Glatteis auf den Straßen. Das Vorderrad vom Moped rutschte weg und ich knallte mit dem linken Knie auf den angefrorenen Asphalt. Am Gepäckträger befand sich ein Spankorb, indem sich die Schleifen für Kränze befanden. Ich richtete das Moped auf und fuhr weiter zur Gärtnerei. Ich nahm die Schleifen aus dem Korb und gab sie dem Chef. Auf einmal schwoll mein Knie beim Frühstück an. Es wurde ganz dick und ich konnte nicht mehr allein gehen. Ein Kollege brachte mich zur Klinik. Ich war in den Arbeitsklamotten. So musste ich mich ausziehen und das Knie zeigen. Als die Füße zum Vorschein kamen, sah ich, das sie total verdreckt waren, ich musste sie auf einer Unterlage ablegen. Der Arzt stellte eine Sternfraktur im linken Knie fest und hatte einen Wasserhoden beiderseits im Genitalbereich. Nach dem Abschwellen des Knies bekam ich wieder einen Gehgips. Ich durfte herumlaufen, aber den Klinikbereich nicht verlassen. In dieser Zeit, bekam ich mehrmals Besuch von meinen Eltern und Leuten vom christlichen Verein, auch von meinen Kollegen waren welche da. Als der Gehgips entfernt wurde, hatte ich Schwierigkeiten, das Knie krumm zu machen, weil es wochenlang steifgelegt wurde. Der Stationsarzt meinte zu mir, dass ich mich auf die Bettkante setzen sollte und mit dem Bein rauf und runter zu baumeln. Ich bekam noch einige Bestrahlungen und ein Bewegungsbad. Hinterher überwies man mich in das andere Krankenhaus, um den Genitalbereich behandeln zu lassen. Mit dem Nachthemd und den Schlüpfern meldete ich mich an der Pforte an. Eine koreanische Krankenschwester (zum Anknabbern) brachte mich auf eine Station. Zum Geburtstag meines Vaters erfolgte die OP. Dabei wurden die Weichteile aufgeschnitten und das Wasser abgepumpt und es hatte sich gelohnt. So durfte ich nach Ostern wieder raus und hatte noch 3 Wochen Schonzeit, bis ich wieder arbeiten durfte , das war am 2. Mai 1969. 1970 im Mai lernte ich eine junge Dame kennen. Sie war spastisch gelähmt und durfte nur mit einer Begleitung nach Hause fahren, weil sie auch Gleichgewichtsstörungen aufwies. Es kam zu einer Freundschaft, in der Mittagspause küssten wir uns unter einer Treppe lange. Da ich noch eine Dachwohnung hatte, wurde mir Damenbesuch verboten. Wir gingen einige Jahre zusammen, bis das der Landschaftsverband sie nach Hause holte. So nach und nach zerbröckelte die Freundschaft zwischen uns beiden, sie fand einen neuen Freund in ihrer Stadt. Ich hatte dann nie wieder etwas von ihr gehört.

Erinnerungen Teil 1

Als ich in einer Behinderteneinrichtung am 1.4. 1965 anfing, war gleich meine 1. Arbeit, Stiefmütterchen von den Gräbern zu entfernen. Mein Chef kreuzte die Gräber an, die neu bepflanzt werden sollten. Nebenher hatte ich volle Verpflegung, damit ich nicht zu hungern brauchte. Als Feierabend war, ging ich zu meiner Vermieterin, zu meinen Zimmer. Es war eine kleine Dachwohnung, unweit von einer Bushaltestelle. Mein Vater wollte, das ich selbständig werden sollte. Zudem war ich aber erst 22 Jahre alt, aber unser Chef erzog mich zu einen vernünftigen Menschen. In dieser Gärtnerei, waren auch Menschen mit einer Behinderung, es fiel mir schwer, mich mit ihnen anzufreunden, sie wollten ihre Ruhe haben. In dem Betrieb hatten wir einen Einachsschlepper, dahinter kam ein Anhänger, mit ihm konnten einige Artikel transportieren und das Gemüse in den Häusern liefern. In dem Schlepper war ich vernarrt. Mein älterer Kollege meldete mich im Dorf zur Fahrschule an. Als ich nach 6 Wochen im Betrieb war, musste mein älterer Kollege etwas Erde abliefern. Er sagte zu mir, zeig mir mal was du gelernt hast und gab mir den Lenker in die Hand. Als wir uns kurz vor einer Einfahrt in einer anderen Gärtnerei waren, schlug der Lenker um, weil dort ein Schlagloch war und fegte mich vom Sitz. Ich flog auf den Asphalt und der Hänger überrollte mein rechtes Knie. Zuerst merkte ich nicht viel davon und setzte mich in den Anhänger, wir fuhren nach Hause. Als ich beim Essen war, merkte ich auf einmal die Schmerzen. Es war aber kurz nach 7 Uhr abends, humpelte ich zur Klinik hin. Dort erzählte ich dem Arzt, was passiert war. Er gab mir ein Bett. Am nächsten Tag wunderten sich meine Kollegen, das ich nicht zur Arbeit kam. Der Arzt verständigte meinen Chef, das der Knochen am Kniegelenk etwas gespalten war. Nun musste ich 3 Wochen im Bett bleiben, bis die Schwellung zurück ging, danach bekam ich einen Gehgips mit einem Gummi am Fuß. Was hatte mein Vater zu Hause geschimpft und ich hatte Glück, dass mich mein Chef nach der Gesundung behalten wollte. So war ich vom 14. Mai 1965 bis zum 2. August 1965 arbeitsunfähig. Am 3.August hatte mein Chef wieder Gemüse an die einzelnen Häuser zu liefern, ich musste mich an dem Eisen festhalten, um nicht wieder auf die Straße zu fallen, aber es ging alles gut. Er setzte mich auf dem Friedhof ab, um die Gräber säubern zu können. In meiner Freizeit machte ich noch Fragebogen in der Fahrschule fertig und bereitete mich auf die theoretische Prüfung vor. An einem Samstagmorgen, 9.9. 1965 war es dann soweit. Die Fragen waren kinderleicht zu beantworten und nicht so kompliziert wie heute und bestand die Prüfung. Es dauerte noch eine ganze Weile, bis das ich den Führerschein der Klasse 4 vom Straßenverkehrsamt zugeschickt bekam. Voller Stolz zeigte ich dem Chef den Führerschein. Endlich durfte ich auch den Einachsschlepper fahren und musste bei der 1. Tour das Gemüse abliefern. Während der Fahrt hatte man noch ein Auge auf mich geworfen, ob ich es auch alles richtig mache. Die Bodenfräse, so hieß die Maschine, musste man beim Anlassen mit einer Kurbel anwerfen. So gingen die Jahre vorüber und ich hatte so einige Liebschaften gehabt mit Küssen usw. 1978 im Sommer kam dann die Wende, die mein Leben veränderte. Damals war ich 35 Jahre alt, in einer Mitarbeiterwohnung und fuhr mit meinen Kleinkraftrad zur Cafeteria. Dort machte ich 2x in der Woche Discomusik. Eines Abends, die Betriebsferien waren zu Ende, ging ich auf eine Internatsgruppe, in einen Freizeitraum und setzte mich neben einer jungen Dame, sie war neu im Ausbildungszentrum, ob sie Zeit hätte mit mir spazieren zu gehen und sagte ja. Wir gingen die Straße bergab und nahm sie mit in meine Wohnung. Ich zeigte ihr die Bilder und dann ging ich mit ihr ins Dorf um Fritten zu essen. Auf diesem Weg erfasste sie meine Hand und so gingen wir wieder zurück in das Ausbildungszentrum. Damals sprang dann der Funke über, sie hieß Margret und und ich Hans. So verliebten wir uns auf den ersten Blick. Das erfuhren die Internatsschüler und Gruppenmitarbeiter einige Tage später, dass wir beide bis in die Ohren verliebt waren. Dann kam das erste Wochenende im August 1978. Ihre Eltern kamen und wollten Margret nach Hause holen. Ich stand damals im Pausenraum mit Margret, sie stellte mich ihnen vor. Ihre Mutter besah mich etwas zurückhaltend an. Wir entschlossen uns in das nächste Restaurant zu gehen. Ihre Mutter erkundigte sich, was ich für Arbeit mache und wie alt ich bin, damals war ich 35 und Margret 18 Jahre alt, was ihr eigentlich weniger gefiel. Schließlich fuhren sie mit Margret nach Hause. Als das Wochenende vorbei war, kam Margret in dem Pausenraum, rannte auf mich zu und umarmte mich. Meine Mutter buchte zu Hause eine Tagesfahrt zum Vogelpark nach Walsrode, auch Gaby fuhr damals mit. Ich musste am nächsten Tag wieder arbeiten. Kaum, das mich sah, nahm sie meine Hand und liefen in ihr Zimmer und kuschelten uns ein. Den Tag danach fuhr Margret mit ihren Bewohnern zum Neurologen. Er setzte die Tabletten, die Margret brauchte, ab, was sein größter Fehler seines Lebens war. Angeblich war Margret anfallsfrei, dachte er. Leider kamen die Anfälle wieder, denn ihr Körper nahm die alten Tabletten nicht mehr an. So setzte sich bei Margret der Leidensweg fort. Es wurden bei ihr viele Tabletten ausprobiert, aber sie erbrachten bei ihr keine Erleichterung. Wir sind trotzdem in den Urlaub gefahren, Margret liebte die Ostsee am Timmendorfer Strand. Sie ging auch mal in Wasser, denn sie war eine gute Schwimmerin, auch ihre Anfälle blieben aus. Wir fuhren jedes Jahr woanders hin. Wir waren im Harz, oder in Zell am Ziller, Zell am See, zum Milstätter See, zum Traunsee und schließlich unser letzter Urlaub nach Bayrischzell. Margret konnte damals so gut laufen, da sind wir von Mittenwald nach Scharnitz gelaufen, das sich schon in Österreich befand. In den letzten Jahren wurde ich Rentner und hatte nicht mehr soviel Geld, auch die Musikaufträge wurden weniger. Zumal ich 2x Hämatome und einen Herzschrittmacher bekam. Ich hatte Gallensteine und einen grauen Star, die alten Linsen kamen raus und wurden ersetzt. Als ich mich im Krankenhaus befand, war mein Wille so groß, dass ich gesund wurde und wieder für mein Körper Gutes tun konnte. Es war doch mit Margret ein schönes Leben gewesen. Als ich heute morgen wach wurde, schien die Sonne durch die Rolladenritzen. Sie schien auch auf dem Hertener Friedhof, aber ihr Strahlen konnten das Urnengrab von Margret nicht durchdringen. Zufällig sah ich beim Urnengefäß einen Spruch, darauf stand: Begrenzt ist das Leben, unendlich die Erinnerung.

Freude über Freude

Man, was hatte ich mich gefreut, als sich meine Cousine ankündigte, so musste es in der Wohnung Tipp-Topp aussehen. Den Rest der Wäsche bügelte ich weg, auf meiner Hose waren Fettflecken zu erkennen, sie musste ich wechseln. Ob das Klo sauber und der Küchenboden glänzte, oder Kaffee fertig war. Auch Margrets Katze bekam ihr Lecker, sie untersteht meiner Pflege. Ich hatte hinterher noch etwas Zeit, setzte mich auf den Küchenstuhl und schaute nach draußen auf die Straße. Man, was war ich froh, als meine Cousine mit ihrem Mann um die Ecke kamen, das glaubt ihr nur wohl, bei mir kamen Freudentränen und ich umarmte meine Cousine lange und ihrem Mann begrüßte ich ihn mit einem Händeschütteln. Das war mal ein heller Lichtschimmer, als ich sie sah. Die Fotos von der Margret zeigte ich ihnen auch. Beide Menschen luden mich am Obergraben zum Mittagessen ein und rechts von uns konnte man die Wasservögel beobachten, es war herrliches Wetter von 24 Grad mit Sonnenschein, ich bestellte mir ein Wienerschnitzel mit Pommes, wie auf einer Jausenstation. Wir hatten uns auch viel zu erzählen und mit einem Glas Weizenbier war bei mir die Stimmung, doppelt so groß. Schade, sie sind nicht lange geblieben, hätten sie etwas mehr Zeit mitgebracht, dann wären wir auf den Balkon gegangen, denn ihr Mann musste nach Baden-Württemberg zurück fahren, um einen Termin am nächsten Tag zu bestreiten. Die Stiefmütterchen sind bei dem Wetter gewachsen und strömten einen Duft aus, der wie nach Honig roch. Ich gab meiner Cousine von meiner Niederschrift einen Blog, damit sie meine Geschichten von Margret lesen können. Man freut sich auch auf die nächsten Tage, die ebenso warm sind, wie der gestrige Sonntag. Gleich setzt man sich in den Gartenstuhl und bräunt sich von der Sonne. Auch meine Cousine schrieb mir in der Mail, das sie mich richtig kennenlernte, so besitze ich eine neue Gesprächspartnerin.

Das Befinden

Hallo Freunde, mir geht es gesundheitlich gut, trotz allem ist in mir die Seele zerbrochen, wenn ich daran denke, das meine Frau heute vor 5 Wochen gestorben ist. Sie durfte Ostern nicht mehr erleben. Ich fasste sie nicht mehr an, weil sich ihr Körper schon kalt anfühlte. Sie lag mit einem zufriedenen Gesicht im Bett, als wenn sie auf ihren Tod wartete. Obwohl ich Menschen um mich herum habe, ist es sehr schwer, über den Tod meiner Frau hinweg zu kommen, sie dauert noch 1-2 Monate. 1 mal in der Woche bin ich beim Seniorenclub, dort macht man Gesellschaftsspiele, man singt einige Lieder, ganz egal was, oder man macht Bingo. Das mildert etwas die Trauer nur vorüber gehend ab, aber abends bricht sie wieder an, weil man keine Partnerin hat, um sich mit ihr zu unterhalten. Was nützen die Bilder von meiner verstorbenen Frau, die an der Wand hängen und das Hochzeitsbild in der Schranknische, als wir noch jung und schön waren. Das sind nur alles Erinnerungen, nach denen man sich sehnlichst zurück möchte. Da hatte noch keiner daran gedacht, das es mit der Margret ein schreckliches Ende geben würde. In der nächsten Zeit wird mein Finger an der linken Hand behandelt, er wird in einen Krankenhaus bestrahlt. An dem Gelenk des Mittelfingers bildete sich ein Überbein, entweder wird er aufgestochen oder heraus geschnitten, das muss der Arzt entscheiden. Margrets Schwester kommt heute zu Besuch und trinken Kaffee und essen Kuchen, bei dem schönen Wetter kann man sich auf dem Balkon setzen und sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Leider müssen wir auch die Beerdigungskosten bezahlen, es ist ein hoher vierstelliger Betrag. Meine Hauskatze legt sich auch gern in die Sonne und lässt sich von ihr wärmen, das mögen sie. Sonntags fahre ich alle 14 Tage zum Gottesdienst, dort treffe ich mich mit meiner Gemeindefeundin und setzen die nächste Andacht bei mir zu Hause fest. Bei der Andacht muss die Wohnung blitzsauber sein, da habe ich eine gute Hand dafür. Demnächst kommt meine Cousine aus Baden-Württemberg zum Besuch und ich bin froh darüber, denn wir hatten uns ein halbes Leben nicht gesehen. Woanders haben sie ein Geschwistertreffen in der Nähe und wohnen einer Taufe bei und kommen auf einen Sprung mit dem Auto bei mir vorbei, das wird eine große Wiedersehensfreude geben, vielleicht findet sich eine neue Partnerin, die hier in die halbleere Wohnung bei mir einzieht. Was mich in der nächsten Zeit erwartet, weiß ich noch nicht, die Zukunft ist noch weit von mir entfernt, wenn sie kommt, geschieht es spontan. Aber ich erneuere einige Kommoden und setze sie zusammen. Wenn man schon mehrere Kommoden zusammen gebaut hat, dann ist es kinderleicht sie herzustellen, das kann ich auch allein. Allerdings dauert es noch 3 ½ Tage, bis ich meine Gemeindefreundin treffen kann, da bin ich jedesmal froh, wenn ich sie wiedersehe.

Übermorgen wird mein Finger behandelt, hoffentlich tut es nicht weh. Am 2. Mai traf ich zufällig meine Gemeindefreundin, sie war in einer Eisdiele und hatte eine Bestellung zu sich genommen. Ich sah sie im letzten Moment aus den Eisladen heraus gehen. Ich rannte ihr hinterher und machten für den Sonntag in der Kirche einen Termin fest. Ich war das Letzte mal in dieser Eisdiele am 7.9. 2023, da lebte die Margret, die Allerliebste noch. Wenig später kam die andere Bekannte zu mir, sie holte mich ab und wir gingen ein Eis essen, es war am diesem Tag sehr warm in der Sonne und suchten uns ein schattiges Plätzchen. Ich bestellte mir ein Bananensplitt und Glas frischen Orangensaft, damit ich wenigstens Vitamine im Körper bekam, meine Bekannte bestellte sich einen Eiskaffee mit Sahne. Als wir fertig waren, gingen wir zusammen zum Bahnhof und setzten uns auf eine Bank. Wenig später holte sie ihr Freund ab und verabschiedeten uns. Hauptsache, ich sah sie nach 10 Tagen wieder, sie ist einfach ein astreiner Typ. Als ich mit ihr zusammen saß, erholte sich mein Befinden mit einem Schlag, sie ist ein nettes Mädel. Zu Hause machte ich mich an den Schrank zugange, sägte die Seitenteile mit der “Gärtnersäge” entzwei. Danach holte ich den Staubsauger aus dem anderen Schrank heraus und saugte die Sägespäne auf, dann war der Tag für mich gelaufen. Auch für den nächsten Tag hatte ich viel vor. Ich stand schon sehr früh auf, so etwa viertel nach sechs, den Kaffee, den ich zuvor bereitete, bügelte ich den Rest der Wäsche, fegte die Küche sauber, fuhr kurz vor 8 Uhr zum Einkauf, um 9 Uhr kam ich wieder zurück. Anschließend schälte ich den Rhabarber, er ist sehr gesund. Dann fuhr ich zum Arzt wegen meines Fingers, er gab mir eine Überweisung zur Strahlentherapie, damit der Knubbel am Fingergelenk verschwindet. Nun hatte ich noch etwas Zeit und räumte die Schrankteile aus dem Zimmer ins Auto, dann brauche ich nur noch losfahren und das Holz entsorgen. Am heutigen Nachmittag färbte ich meine Haare mit rubinrot nach und stellte die Kommoden um. Ich bin gespannt darauf, wie meine Haare aussehen, wenn sie fertig sind. Tatsächlich hatte es gewirkt, die Farbe ist prächtig, damit werde ich jeden auffallen, da haben die Leute was zu sehen. Die Menschen waren mit sich selbst beschäftigt, was sie für sonntags den übrigen Familienmitgliedern ein Mittagessen anbieten möchten. Auch ich war vom Einkauf schnell wieder zurück, das Holz, von dem Schrank entsorgte ich schon vorher bei der Stadt. Anschließend säuberte ich noch schnell meine Wohnung, ehe das der Besuch heute kommt. Ja, Freunde, das Stimmungsbarometer geht auf und ab, so wie bei Regen und Sonnenschein, hat man etwas vor, dann vergisst man die Trauer, man ist ein ganz anderer Mensch. Aber fällt das Barometer, dann kommen Einem die Erinnerungen wieder zurück. Das ist aber so, wenn es so ruhig ist, wie im Augenblick wie bei mir, da findet man immer noch Schriftstücke von Margret, als sie noch lebte, kleine Geschichten und Erlebnisse, Einiges findet man in ihren Heften und Tagebüchern wieder. Manchmal kommen noch einige Werbesendungen und Bettelbriefe, die an die Margret adressiert sind, das ist besonders schmerzhaft, weil ich sie leider entsorgen muss. Der angekündigte Besuch war nur kurz da, sie brachten im Hinterzimmer 3 Schiebegardinen an, dann sieht es an der Nordostseite etwas einheitlicher aus, danach fuhren sie nach Hause. Inzwischen wusch ich das Geschirr ab, da ich beim Frühstück morgens eine saubere Küche vorfinden möchte, denn am Vormittag kommt der nächste Besuch.

Hallo Freunde, mir geht es gesundheitlich gut, trotz alledem ist in mir die Seele zerbrochen, wenn ich daran denke, dass meine Frau heute vor 4 Wochen gestorben ist. Sie durfte Ostern nicht mehr erleben. Ich fasste sie nicht mehr an, weil sich ihr Körper schon kalt anfühlte. Sie lag mit einem zufriedenen Gesicht im Bett, als wenn sie auf ihren Tod wartete. Obwohl ich Menschen um mich herum habe, ist es sehr schwer, über den Tod meiner Frau hinweg zu kommen, sie dauert noch 1-2 Monate. 1mal in der Woche bin ich beim Seniorenclub, dort macht man Gesellschaftsspiele, man singt einige Lieder, ganz egal was, oder man macht Bingo. Das mildert etwas die Trauer nur vorüber gehend ab, aber abends bricht sie wieder an .

Ja, die Trauer einer verlorenen Frau wird noch einige Wochen dauern, da ist es nicht mit 4, oder 5 Tagen geschehen. Heute kam meine Schwägerin und räumte den Schrank leer. Es liefen Tränen ins Gesicht, was für schöne Sachen Margret hatte. Es waren auch darunter Kleidungsstücke, die sie noch nie getragen hatte. Die besten Kleidungsstücke, gab man einen Wohltätigkeitsvereion ab. Die Handtaschen und Mäntel alles weg. Als ich wieder allein war, haute ich mit der Hand in die Bügel hinein, aus voller Wut, das es nur so klapperte. Auch wenn das Leben einer Frau erloschen ist, kann man es nicht mit Geld zurück geben. Ein Tag später machte ich die traurigste Arbeit meines Lebens. Ja, ich räumte die Schränke weiter auf. Diesmal kamen die Hand- und Badetücher an die Reihe und sortierte sie auf dem Schreibtisch aus. Was soll ich denn mit soviel Handtüchern anfangen, es genügt wenn 5 oder 6 Stück zum Auswechseln habe. Ach was hatte Margret viele Schuhe und sie hatte sie nicht angezogen, teilweise waren sie noch neuwertig. Sie hatte sich irgendwann mal am Kemnader Stausee aufs Eis gelegt und war platt. Sie hatte sich mal leicht das Knie aufgeschlagen, seitdem kam hinterher die Athrose und konnte keine weite Strecken laufen und der Orthopäde war selbst ratlos um das Knie zu behandeln. Morgen gehe ich zum Nachbarschaftstreff, am Freitag muss “Luna” zum Tierarzt und meine Zähne werden auch behandelt. Nach und nach verblasst die Trauer, weil man Verpflichtungen hat, aber in der Nacht, wenn man allein ist und keine Partnerin hat, bricht sie wieder auf.

Wenn man ein Auto hat, bleibt man nicht zu Hause, man besucht das Urnengrab der verstorbenen Frau, bleibt eine Weile stehen und geht wieder. Man denkt an die schönen Zeiten, die man miteinander erleben durfte. Die erste Woche nach der Beisetzung ist die Schwerste. Da einige Bilder der Frau an der Wand hängen und man guckt darauf, dass reißt Einem wieder tiefe Wunden auf. Aber das Bild ist stumm, deutlich sieht man sie in ihrem Leben, die langen Haare und ihr Lächeln im Gesicht. Man versucht, sich in einem Verein anzuschließen, man geht spazieren, evtl. mit einer neuen Partnerin, oder man setzt sich auf eine Bank und genießt die Natur. Die Wohnung wird umgekrempelt, die alten Möbelstücke kommen in den Schredder und noch gute Möbelstücke werden aufgearbeitet. So bekommt man mehr Platz in der Wohnung, indem man sich neue Möbel anschafft, die etwas kleiner sind und trotzdem mehr Stauraum anbieten. Man ist für den Rest seines Lebens allein, vielleicht gibt es Menschen aus einer Kirchengemeinde, die einem helfen und nach Rechten sehen. Margret hat noch eine Schwester und einen Bruder und ich habe gute Beziehungen zu denen. Auch diese müssen gut gepflegt werden, wie mein eigenes ich. Ab und an kommt mal jemand vorbei und laden Einem zum Gespräch ein. Margret, die vom Himmel guckt, hat bestimmt nichts dagegen, wenn ich eine neue Partnerin zu mir in die Wohnung zieht. Unsere Ehe dauerte vom 10.12. 82 bis 30.3.2024, nun hat der Tod uns geschieden, mir besteht noch eine schwere Zeit entgegen, denn der Verlust einer Frau ist schwer zu verkraften.

Ja, wenn alles vorbei ist, denkt man darüber nach, wie es vor dem Tod der Margret war. Man hatte viele Fotos gemacht, als sie noch bei uns war. Im Hospiz wurde sie gut versorgt und sie bekam alles , was sie wollte. Ich brachte zu ihr Angela und Bernd und sogar “Luna” war bei ihr, eine Woche vor ihrem Tod, durfte sie ihre Katze nochmal streicheln. Margret war glücklich und zufrieden, sogar beim Eierfärben war sie mit Eifer dabei. Am Donnerstag, 2 Tage vor ihrem Tod, rief mich Margret verärgert an, das eine Bekannte sie anrief, wie es ihr ginge? Ich wusste nicht, was am Donnerstag bei ihr los war, denn ich war zum Nachbarschaftstreff gegangen, dort sang man einige Frühlingslieder. Am Freitag besuchte ich wieder Margret, sie war sehr müde und wollte nur schlafen. Später kamen ihre Geschwister noch hinzu. Eine Dame aus dem Kirchenkreis organisierte die letzte Ölung, ich ging mit ihr durch einen Park spazieren und ich wollte hinterher nach Hause. Hier erfuhr ich von der letzten Ölung. Margrets Organe stellten in der Nacht ihren Betrieb ein und die Leber vergiftete ihren Körper, woran sie am Ostersamstag starb, mit einem wohligen zufriedenen Gesicht. Was macht man nach dem Begräbnis, man umarmt sich, wünscht sich richtige Anteilnahmen und fährt nach Hause. Dann müssen die Trauerkarten sortiert werden, wer, was, wo die Gäste wohnen. Man besorgt sich Drucksachen und Briefumschläge und verschickt Danksagungen. Nach und nach werden Schränke leer geräumt und das Ersparte vom Verstorbenen einkassiert. Die Betten werden geteilt und das Andere geht als Spenden für den Wohltätigkeitsverein. Wertsachen werden verkauft, man bekommt sogar noch Geld dafür. Ein Witwer schafft sich Freundinnen an, die man schon vorher kannte. Sie helfen Einem, das Leben weiter zu führen und Trost zu spenden. Gerade nach der Beisetzung kommt die Trauer zurück, man hat nichts mehr, keinen Körper zu greifen, die Haare zu begucken und das Lächeln im Gesicht. In mir ist das Glück zerbrochen, als wenn eine Vase zu Boden fällt und in Scherben liegt. Kommt bitte zu mir, die Scherben aufzusammeln und sie zusammensetzen. Alles ist weg, man ist allein, man ruft einen Namen und es kommt keine Antwort. Aber das Leben geht weiter, man muss nach vorne gucken und die Welt neu erleben. Wenn ich kein Auto hätte, käme ich nicht aus meiner gewohnten Gegend heraus und müsste dann zu Hause bleiben.